Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 39 (14.5.1900)
- Date
- 1900-05-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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799 nähme durch Dienste, welche der hiesigen Eultusgeineinde gewidrnet sind, nach zwanzigjähriger, mustergiltiger und eifriger Thätigkeit als erster Schriftführer aus. Die hierdurch erforderlich gewordenen Neuwahlen erfolgten im Laufe des Jahres, die Wahl der Vereinsärzte blieb der Generalversammlung Vorbehalten. Der Verein, seit seiner im April 1830 erfolgten Griindung in erfreulichem Aufschwung begriffen, hat auch stets wachsenden Ansprüchen zu begegnen; den Herren Aerzten gebührt für die thatlräftige Beihülse in der Förderung des Vereinszweckes auch für das abgelaufene Jahr der wärmste Dant; ebenso auch Allen, die dem Verein in edler Weise Spenden und Legate zulvendeten. Möge denselben auch künftighin ein gedeihliches Wirken beschieden sein. Vereinnahmt wurden in 1800.- Zinsen 2848.60 Mark, Mitgliederbeiträge 0884.67 Mt., Schenkungen u. Legate 6002.90 Mk. Verausgabt ivurdcn: Unterstützungen an Kranke, Wöchnerinnen etc. Mk. 4866.31, regelmäßige Monats- und Vierteljahrsunterstützungen an Bedürftige Mk. 4098, Unterstützungen bei besonderen Anlässen Mk. 1280.60, Feiertags-Unterstützungen Mk. 1217, Victualien, Eßbillete Mk. 820.83, Fremden- Unterstützungen Mk. 164.60, Mieth-Antheil 134.60 Mark, Zuwendung an den Centralverband für israelitische Wohlthätigkeitsvereine Mk. 200, Regie-Spesen l'U. 914.96, zusammen Mk. 13,676.69. Das in Werthpapieren angelegte Vermögen des Vereins hat einen Nominalwerth von Mk. 79,000. Cassabeitand und Bankguthaben betragen Mk. 416.64. Den Ausschuß bilden: 1. Die Damen Frau Rentier Johanna Kohn, 1. Vorsteberin, Frau Rabbiner Rosa Werner. 2. Vorsteherin. Frau Großhändlersgattin Nabel Frankel, Frau Bankiersgattin Bernhardine Landauer, Frau Rentiere (Hermanns Jettchen Müller, Frau Rentiere Emma Vogel. Frau Math. Landauer; 2. die Herren Rechtsanwalt A. Ofner, Vorsitzender, Commerzienrath M. Kirchdörffer, stellvertretender Vorsitz., Louis Reichenberger, Com.-Rath und Magistr.-Rath, Controlleur, Großhändler Adolf Frankel, Caffier, Rechtsanwalt Leo Oppenheimer, 1. Secretär, Kaufinann Adolf Stern, 2. Sekretär. München, 8. Mai. (Israelitischer Holzverein.) Der Verein hat im Jahre 1899 eine Anzahl von Schenkungen erhalten, wofür er sich den edlen Spendern zu großem Danke verpflichtet fühlt. Die Ansprüche, die fortgesetzt an den Verein gestellt werden, erfordern die Anspannung aller Mittel. Ein Zuwachs an Mitgliedern wäre daher zu begrüßen und es sollten hierzu alle Diejenigen, denen die Bestrebungen des Vereins sympathisch sind, nach Kräften Mitwirken. Vereinnahmt wurden 1899: Zinsen Mk. 2271.21, dergl. aus Schenkungen Mk. 47.60, Mitgliederbeiträae Mk. 2692.60, Sammlungen in der Gemeinde 1202.70 Mark, Schenkungen und Legate Mk. 2316, Neujahrs- Enthebungen Mk. 160. Verausgabt wurden: Für Unterstützungen an Arme 473 Ster Holz und 10 Ctr. Kohlen 6309.10 Mart, für Regie Spesen Nit. 484.86, an den Verband Israel. Wohlthätigkeitsvereine Mk. 200. Der Ausschuß besteht aus den Herren: Numismatiker Dr. Merzbacher, 1. Vorstand, Bankier Com.-Rath Kirchdörffer, 2. Vorstand, Rentier Hermann Weil, Schriftführer, Rentier Isidor Neustätter, Cafsier, (Großhändler Benno Degginger, Controlleur, Rentier Wilh. Vogel, Pfleger, Rentier Hch. .Kaumheimer, Pfleger. England. London, 10. Mai. Nach kurzem Leiden lvurde der älteste Beamte der United Synagogue, der Cantor S. M. G o l l a n c z. in seinem 80. Lebensjahre abberufen. Derselbe genoß wegen seiner Frömmigkeit und Menschenliebe allgemeine Hochachtung. Während seiner 46jährigen Amtstätigkeit in der Hambro Synagoge widmete er sich auch der Förderung von Wohlthätigkeitsanstalten; namentlich thätig war er für das Gedeihen der Armen-Suppen-Anstalt, zu dessen Mitgliedern er gehörte. Als geborener Deutscher liebte er, von seinen Erlebnissen aus der Jugendzeit, besonders von seinem Verkehr mit dem sel. berühmten Rabbi Akiba Eger und Rabbi Elias Gutmacher zu erzählen. Der sel. Dahingeschiedene war ein streng-orthodoxer Israelit nach altem Stil, im Talmud bewandert, erhielt die mm in Deutschland und war ernstlich bemiiht, seinen Kindern eine vortreffliche Erziehung angedeihen zu lassen, was von den Vorständen der Gemeinde, die ihm vor Kurzem ein Testimonial überreichten, besonders löblich hervorgehoben wurde. Seine getreue Gattin, die er als trauernde Wittwe hinterläßt, stand ihm stets hilfreich in den Werken der Wohlthätigkeit zur Seite. Einer seiner Söhne, Dr Hermann Gollancz, ist Prediger der Bayswater Synagoge und ein anderer Sohn, Israel Gollancz, ist an der hiesigen Universität in Stellung als Prüfungscommissär. An dem gestern stattgefundenen Begräbnisse betheiligten sich die meisten der hiesigen Prediger und Cantoren, sowie auch der Chacham der Portugiesen, Dr. Gaster, Dr. Friedländer und sogar die Reformprediger. Eine große Anzahl von Freunden aus allen Stadttheilen folgte dem Leichenzuge, um dem edlen Dahingegangenen die letzte Ehre zu erweisen. £tterarifd7<?s. Dr. Johannes Jacher: Ttcht im Talmud etwas über Jteisch- und Jett-Besudelung'( Gerolzhoten 1900, Druck und Kommissions-Verlag von F Büchner, 61 Seiten, 8 , Preis 60 Pfennige. Diese Schrift ist durch die maßlose antisemitische Agitation, die in skrupelloser Bezichtigung Erwerb und Ehre der Juden zu vernichten droht, hervorgerufen worden. Der Verfasser beweist durch seine Schrift, daß er nicht nur den Sinn echter Menschenliebe besitzt, die es verschmäht, nur innerhalb des Geheges der eigenen Glanbensanscbauung sich zu äußern, sondern daß er auch über den in unseren Tagen nicht hoch genug zu