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Der Israelit · 1900-05-14 · Heft 39 (14.5.1900) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 39 (14.5.1900)
Date
1900-05-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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^..x, ..u ■ ■ t j.w!WJM'ii.NW:44ti' II.>>UU>,)!WMWWMMWWWWM«W 798 uuirbe, das; beit Juden religionsgesetzlich Meineib erlaubt sei. Jakob Höchten, ber verantwortliche Redacteur des sauberen Blattes, würbe deßwegen angeklagt unb wegen öffentlicher Beschimpfung von Gebräuchen der jübischen Religionsgesellschaft zu einer Woche Gefängnis; verurtheilt. Hannover. (Unlieb verspätet.) Die verfloffenen Feiertage boten zwei Ereignisse für unsere Gemeinde, bie jedes in feiner Weise bie allgemeine Theilnahme erlveckten. Herr JuliusK a u f f m a n n , welcher fast brei Dezennien an ber Spitze unserer Gemeindeverwaltung steht, feierte am ersten Tag Pesach seinen 70. Geburtstag. Wer Zeuge ber vielen Gratulationen war, bie von Korporationen sowie von einzelnen Gemeindemitgliebern daraebracht würben, kann ermeffen, welche Werthschätzung unb Dankbarkeit unserem ersten Gemeinbevorsteher aus allen Kreisen seiner Gemeinbe entgegengebracht werben. Hat er es boch verstanben, während eines langen Zeitraumes in Treue unb Objektivität ber großen Gemeinbe vorzustehen unb in liebenswürbigster Bereitwilligkeit allen Gliebern berselben entgegenzukommen. Diesen Gefühlen gaben unser verehrter Herr Lanbrabbiner Namens ber Gemeinbe, Herr Jakob Berliner Namens ber Chewrah kabischah, Herr Dr. K n o l l e r Namens bes Lehrerkollegiums ber Religionsschule Ausbruck. Die Gemeindeverwaltung überreichte burch ben zweiten Vorsteher, Herrn S. N e u b e r g , eine kunstvoll ausgestattete Abresse. Wir wissen uns mit sämmtlichen Mitgliebern unserer Gemeinbe in Uebereinstimmung, wenn wir wünschen, baß es bem Jubilar vergönnt sein möge, noch eine recht lange Reihe von Jahren in ungetrübter Rüstigkeit seines Amtes zu walten. Unsere doppelte Festesstimmung wurde jäh unterbrocken durch die Nachricht von dem Tode des Herrn William Oppenheimer. Erfüllt von inniger Religiosität entwickelte er eine überaus segensreiche Thätigkeit als Vorstandsmitglied des Talmud-Thora- Vereins (zur Vorbereitung jübischen Wissens unb Erziehung armer Kinder), sowie als Kassirer der für Erez jisroel bestimmten Gaben. Auch dieser Fall erregte eine allgemeine Theilnahme. Das freundliche Wesen und wohlthätige Wirken des Verstorbenen war ja allbekannt und schufen ihm einen sehr großen Freundeskreis. Davon gab denn auch das große Geleite, das ihm am ersten Tag Chol ha-moed zu Grabe folgte, beredten Ausdruck. An Stelle des zum zweiten Gemeindevorsteher gewählten Synagogenvorstehers, Herrn S. Neuberg, wurde vor einigen Tagen Herr Senator Fischer- Linden gewählt. Die Wahl dieses Herrn erfüllt die weitesten Kreise mit Genugthuung, das das rege Interesse, das der Herr Senator allen Einrichtungen unserer Gemeinde entgegenbringt, allgemein bekannt ist. Obwohl die hiesige Gemeindeverwaltung für die Religionsschule einen ziemlich umfangreichen Apparat eingerichtet hat, gibt die Frequenz der Schule noch immer Anlaß zu Klagen. Man sollte es nicht für möglich halten, das; seitens der Behörden wiederholt auf die Nothwendigkeit des Religionsunterrichtes hingewiesen werben mußte. Unb boch ist dieses des Oeftern erforderlich gewesen. Es steht jedoch zu hoffen, baß bas Streben unseres Herrn Landrabbiners, alle Kinder der Religionsschule zuzuführen, erfolgreich sei, ist doch schon jetzt eine bedeutende Zunahme der Schülerzahl zu verzeichnen. Beverungen, 8. Mai. Ein festlicher Tag für unsere etwa dreißig Familien zählende Gemeinde war der 2. Mai, an welchem Tage das Ehepaar L e v i s o h n hierselbÜ das seltene Fest der goldenen Hochzeit feierte. Gegen 10 Uhr Vormittags erschienen der Vorstand und die Repräsentanten der Gemeinde im Hanse des Jubelpaares, überbrachten ihre Glücklvünsche und überreichten Namens der Gemeinde — Herr Levisohn ist schon länger als vier Jahrzehnte Synagogendiener — passende Geschenke. Bei der dann folgenden Frühstückstafel, zu welcher sämmtliche Mitglieder der Gemeinde eingeladen waren, brachte Herr Lehrer B u x b a u m einen sinnreichen Toast aus das Jubelpaar aus. Um 11' - Ubr bewegte sich der Zug zur festlich dekorirten Synagoge. Hier hielt unser allverehrter und allgemein beliebter Herr Lehrer Buxbaum in schwungvollen Worten eine weihevolle, tiefdurchdachte Ansprache an das Jubelpaar, wobei er an den Schriftvers anknüpfte b2v nrx'zr r,s 'bzitr, r,:& rtrcr-.T n;i* >rn. Zum Schlüsse überreichte er nach Verlesung des kaiserlichen Begleitschreibens die Ehejubilaumsmedaille. Mit der Ertheilung des Priestersegens schloß die schöne Feier, die auf alle Anwesenden, darunter auch viele Nichtjuden, einen tiefen Eindruck machte. Im Laufe des Nachmittags, der den Damen bei einer Tasse Kaffe einige gemüthliche Stunden bereitete, erschienen noch zahlreiche Gratulanten, darunter auch der Bürgermeister unserer Stadt. Möge es dem noch rüstigen Ehepaare, das im 82., bezw. im 80. Lebensjahre steht, vergönnt sein, in derselben Rüstigkeit und Lebensfrische nach weiteren zehn Jahren das noch seltenere Fest der diamantenen Hochzeit zu begeben. München, 8. Mai. (Israelit. Frauenverein.) Der Rechenschaftsbericht für 1899 erwähnt die Thatsache, daß Frau Rabbiners-Wittwe Rosalie Perles, welche lange Zeit mit außerordentlicher Hingebung und Aufopferung an der Spitze des Vereins thätig war. mit Rücksicht auf die Aenderung ihres Wohnsitzes ihr Amt niederlegen muhte. Der Ausschuß und die Generalversammlung widmeten ihr besondere Ehrungen mit dem Wunsche, daß dem Vereine die Sympathien der verehrten Frau auch weiterhin erhalten bleiben mögen. Durch den Tod verlor der Verein das langjährige Mitglied des Frauenausschusses, Frau Rosalie Rau und die verdienten allezeit unermüdlichen Vereinsärzte, die Herren Dr. Adolf Drey und Dr. Jakob Herzfelder; den Verlebten wird stets ein ehrendes Andenken bewahrt bleiben. Aus dem Herrenausschusse schied Herr Dr. Eugen Merzbacher mit Rücksicht auf anderweitige Jnanspruch-

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