Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 51 (21.12.1911)
- Date
- 1911-12-21
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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21 Dezemver 1911 Der JSrarM. No. 81 Grtte f »lte % m ern, »ft >is cn n-- ng )ie m, in nn lsrei ning te err;en ffidie cmeß: nistrschen Kulturbestrebungen gesorgt sei, möchten wir vor Schaden und Enttäuschung bewahren. Aertin, 4. Dezember. In der letzten Sitzung des geschäftsführenden Ausschusses des Hilfsvereins der Deutschen Juden gedachte der Vorsitzende Herr Dr. James Simon zunächst in warmen Worten der seit der vorigen Tagung dahingeschiedenen Mitglieder des Zentralkomitees des Hilfsvereins. Es wurden dann Herr Ludwig Schiff- Frankfurt a. M. und Frau Direktor May-Berlin in das Zentralkomitee kooptiert und Herr Rabbiner D r. Nobel- Frankfurt a. M. in die S ch u l k o m m i s s i o n gewählt. Die Beratung galt im wesentlichen dem Budget für das Schulwerk, das eine erhebliche Steigerung gegen das Vorjahr erfahren haben. Das Gesamtbudget für das Schulwerk beläuft sich für das Schuljahr 1911/12 auf rund 200 000 Mk., wovon ca. 155 0OO Mk. auf Palästina und ca. 45000 Mk. auf die europäische Türkei, Bulgarien, Rumänien, Galizien entfallen. Schließlich wurde noch über das .Hilfswerk zu Gunsten der Opfer der Brandkatastrophe in Konstantinopel und die weitere Gestaltung des russischen Hilfswerks, speziell der Auswandererfürsorge beraten. abcem ner »ird ardaß mtität den >rm- Ät" ten das ider oerdernziahrinnchen den Tat zio- >rdcn Geachte. ) darnach ud - rcrin vmi Ortes u berntre« ckosz, 4 andredc, t des kltern irnow nurde tronshcmd- , das . Die >c, die >g g<" f der taats lstanz. dieankem ) sind, n bei Fami luchtS- Gtdenvnrg, 20. Dez. Die Regierung hat dem Landtage eine Vorlage unterbreitet, aus der Staatskasse 4OO0 Mark für den jüdischen Religionsunterricht zu bewilligen. Der Landtag hat^diese Vorlage angenommen. Dieser schöne Erfolg ist hauptsächlich dem großen Einflüsse und dem unermüdlichen Eifer des Herrn Landrabbiner Dr. Mannheimer zu verdanken, der dafür sorgt, daß selbst im entferntesten Winkel des Großherzogtums kein jüdisches Kind ohne Religionsunterricht aufwächst und auch s. Zt. das Gesetz geschaffen hat, welches allen Lehrern, selbst den Religionslehrern, die lebenslängliche Anstellung und Pensionsberechtigung brachte. Ungarn. . llngmisltier Brief. (Bon unfern Korrespondenten.) Z. ß. A. Budapest, 7. Dez. Der Anregung des Bonyhader „Machsike Hadas"-Vereins Folge gebend, in dessen Namen Rabbi Josef Schwarz, Redakteur des „Wajlaket Josef" an sämtliche Teilnehmer der „AffifaHagdola" die Einladung zu einer Tagung des Landrsverbandes ergehen ließ, fanden sich die hervorragendsten Vertreter der „Machzike Hadas" am 6. Dezember im Beratungssaal der Pester orthodoxen Gemeinde ein, um über die wichtigsten Angelegenheiten zu beraten. Der Machsike Hadas zählt zurzeit acht Dtstriktsverbände, die alle durch ihre rabbinischen und weltlichen Delegierten vertreten waren. Rabbi Eleasar Deutsch, Oberrabbiner von Bonyhad, begrüßt als Einberufer die Versammelten mit herzlichen Worten und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß der Verband, dank der Zugkraft seiner Idee die nächste Landesversammlung zu einer imposanten gestalten werde. Daß dies je eher in in Erfüllung gehe, sei am besten dadurch zu erreichen, daß der Verband, seinem Namen treu, mit intensiver Tätigkeit zur Stärkung des Glaubens arbeite. Die „Hatoros"- srage müsse endgültig geregelt werden. Kabolos sollen nur, wie dies in der Verfassung unter Vorsitz des H. Mader Rabbiners beschloffen wurde, im Beisein von drei Rabbinern, die den Kandidaten gründlich prüfen, ausgefolgt werden. Er eifert die Anwesenden mit flammenden Worten zu unentwegter Tätigkeit an. . . Seine Anträge wurden im Prinzip angenommen. Zugleich aber wurde ausgesprochen, daß diese Angelegenheit, da es flch hier um eine für alle Zeiten festzusetzende „Tkono" handelt, einem großen rabbinischen Kollegium zugewtesen werde, das darüber, weil einzig kompetent, die letzte Entscheidung zu treffen habe. Weiter regt der Bonyharder Rabbiner eine Reorganisierung des Unterstützungswesens der Jeschiwas an. Es müsse von uns aus ein Lebensftrom zur Befruchtung des jüdischen Nachwuchses ausgehen. Werden wir nicht rechtzeitig eingreifen, wird l"N der wogende Zedernwald bald aufgeforftet sein. „Unser Kaulelwesen schreit — so führte er aus — nach systematischer Aufhülfe. Dadurch, daß fremde Kaulelim und ihre Jnstitutlonen ihre Abgesandten zu uns schicken, werden unsere Kräfte zersplittert. Unsere Brüder sind deshalb der bittersten Not ausgesetzt. Er müsse auf die rvopn D'awan verweisen, wonach das Geld der Erez Jsroel-Büchsen nur ihrer Urbestimmung zugeführt werden dürfe." Der Antrag fand einstimmige Annahme und der Vorsitzende wurde betraut, im Einvernehmen mit den Präsidenten des ungarischen Kaulels, dem Rabbiner von Preßburg und Ungwar, wie Herrn Adolf Frankl einen Aufruf zu veröffentlichen und diesen durch Vermittlung des Machsike Hadas-Verbandes an sämtliche orthodoxe Gemeinden gelangen zu laffen. Da der Vorsitzende als Mitglied des Kandidatenausschuffes nicht weiter präsidieren konnte, wurde unter der Leitung des Oberrabbiners von Csorna zur Behandlung der Hechscherfrage geschritten. Hier entwickelte sich unter Teilnahme der Rabbiner aus Kassa, Beleb, Csorna, Eperyes und Rabbi Moses Sofer - Siebenbürgen eine recht lebhafte, stellenweise stürmische Diskussion. Fast alle in den letzten Jahren hervorgetretenen Einzelsälle wurden einer Überprüfung unterworfen. Als Norm wurde, auf Anregung des Kassaer Rabbiners, angenommen: d a ß der „M. H." es zu erreichen suche, daß kein fremder Raw ohne Zustimmung des heimischen einen Hechscher geben solle. Was dann jeden Spezial fall anbelangt, habe der Nächstliegende Distrikrsverband bei zweifelhaften Vorkommnissen sein Urteil zu fällen. Dieses habe für den ganzen Landesverband bindende Geltung. Mit diesem Beschlüsse fand auch die„Ceres"- angelegenheit, die von I. Aruch Bonyhard angeschnitten wurde, ihre befriedigende Erledigung. (Schluß folgt). Rußland. Das öffentliche öeroiffen. Petersburg, 17. Dezember. Das europäische Gewissen schweigt zu der wüsten Hetze, der die Juden Rußlands ausgesetzt sind. In Rußland selbst begingt eben das öffentliche Gewissen, soweit es durch die führenden Geister der Nation vertreten ist, sich ein weinig zu regen. Den liberalen Zeitungen ist ein von über hundert der bekanntesten russischen Schriftsteller und Gelehrten (darunter Andrejew, Gorki, Korolenko, Kowatewski u. a.) Unterzeichneter Appell an die russische Gesellschaft zugegangen. Es gehört eine gewisse Dosis von Optimismus dazu, an Liebe und Vernunft zu appellieren, wenn es darum geht, gegen die schwarzen Berbändler ins Feld zu ziehen. Allein wirkungslos wird diese edle Entrüstung der Besten der Nation dennoch nicht verhallen. 6an) im Zinne 9er öeletze. Odessa, 9. Dezember. Endlich ist unsere Stadt von Talmatschow befreit worden. Die jüdische Gemeinde atmet auf und beginnt nun die ihr ausgezwungenen Beamten sich vom Halse zu schaffen. Dieser Tage hat der neue Stadthauptmann von Odessa Rewa eine D ep u ta ti 0 n derOdessaer Judengemeinde empfangen, welche gekommen war, dem neuen Chef der Stadt zu begrüßen und ihm um seinen Schutz zu bitten. Rewa zeigte sich über diese Begrüßung sehr erfreut, und gab das Versprechen, die Juden „ganz im Sinne der Gesetze" zu behandeln. Er sei, sagte er, von der ehrlichen Absicht erfüllt die Fehler welche sein Vorgänger begangen, wieder gutzumachen. Zum Beweise dafür, daß seine Absichten aukr chttg sind, habe er den Volk-» verbändlern verboten, den aus Odeffa scheidenden General Tolmatschow mit einer Prozession aus der Stadt hinaus zu geleiten. Da die Befürchtung nahe lag, daß die vereinigten reaktionären Gruppen diese Gelegenheit zur Veranstaltung von Pogromen und sonstigen Ausschreitungen gegen die Juden benützen könnten. Die Deputation nahm diese beruhigenden Versicherungen mit Dank entgegen, doch scheint in der Bevölkerung selbst der Glaube an die Dauerhaftigkeit dieses guten Willens zu fehlen. Was will es übrigens bei uns beißen, wenn man den Juden Schutz „im Sinne der Gesetze" verspricht? England. Synagogen-EiitiDeihung der ftöafj Jisroel. (Früher North London Beth Hamidrasch.)' (Wegen Raummangels verspätet.) ^London, 6. Dez. Bor nahezu einem Vierteljahrhundert htnterließ der für n"n begeisterte Mr. Ansell 7"st eine ansehnliche hebräische Bibliothek, die er für ein zu gründendes vnnvn n'3 testierte. Unter Führung des Mr. James Loewe (Sohn des bekannten Montesiore-SekretärS Dr. Loewe 7"st) wurde damals unter Auspizien des Chief Rabbinats das North London Beth Hamidrasch eröffnet, in dem der kürzlich verstorbene Rabbi Cohen durch beständige Talmud - Dmj/'ttf den Willen des Testators erfüllte. Im Laufe der Jahre übersiedelten viele speziell süddeutsche und österreichisch-ungarische Familien aus der City und deren Nähe nach North London, die dem 7 '"HDto ein nülDn n'2 agregierten, das jedoch schon lange den Verhältnissen nicht mehr entsprach. Seitdem es dieser Kongregation gelungen ist, durch Berufung des durch seine hervorragenden Fähigkeiten als Lehrer und Leiter der Jugend bekannten Rabbiner Schönfeld einen neuen Mittelpunkt zu schaffen, wurde eS dringend nöttg, neue Lehrräume zu erwerben, ein neues .'zu bauen. Den unermüdlichen Bemühungen ihres sowohl wie 1NVV2 wirkenden Präsidenten Mr. Lunzer gelang es mit Hilfe seiner Freunde und Gesinnungsgenoffen durch den Erwerb eines 7"-ivN2-Gebäudes und den Bau eines der Gemeinde, die sich fortan my nennt und die unabhängig von den United Synagogues besteht, einen neuen Mittelpunkt zu schaffen. Der heutige Tag der Einweihung der neuen Gebäulichkeiten ist ein bedeutungsvoller Merkstein für die Orthodoxie der englischen Metropole. Packend und eindrucksvoll war der Moment, als in die geschmackvolle, prunkvoll ausgeftattete Synagoge, unter den Gesängen des vorzüglichen Dukes Place-Synagogen-Chors und des Kantors Rev. Franck, angesichts einer illustren Versammlung die min nso von den Vorständen unter Vorantritt des Rabbiners eingeführt wurden. Nachdem einige Psalmen gesungen und eine nspn unter Chorgesang gemacht war, betrat der Rabbiner die Kanzel, um unter Zugrundelegung eines Verses der kommenden n*HD auszuführen, welche Schwierigkeiten beim Bau zu überwinden waren und wie-das rva mit bem Union rvo verbunden sei und ewig vereint bleiben müsse. Der Redner schildert in klassischer Sprache die Bedeutung der Gemeinde und deren Hoffnungen, gab den Dank an die Behörden durch eindrucksvolle Worte und Wünsche für das Königshaus Ausdruck, um mit den Worten aus der mfcsn nna jatt Jy jntruv vsy 'nm im p«n naro O’J'y nya», seine Rede zu schließen, die in ihrer Formvollendung und in ihren geistvollen Auslegungen ein Meisterwerk der Rhetorik bildete. Die Feier, die beinahe 2 Stunden währte, endete mit dem a'iyo - Gebet und den hier üblichen Schlußgesängen, bei jedem Teilnehmer einen tiefen, nachhaltigen Eindruck hinterlaffend.