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Der Israelit · 1897-09-30 · Heft 78 (30.9.1897) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 78 (30.9.1897)
Date
1897-09-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1505 Wegt, wenn wir alltäglich voller Andacht sagen ia'a'- nmnni v^nia ptä -Jan» „und schauen mögen es unsere Augen, wenn Du in Erbarmen zu Zion zurückkehrst", und wenn wir unser Gebet gerade um Zion mit den Worten pr6 iww *mnon „der Zion Seine Gegenwart wiedergiebt" schließen d Sind ihre Bestrebungen für den Nationalstaat in Palästina nicht in erster Linie jener Nachahmungssucht entsprungen, die von Anfang unserer Geschichte an, für uns so überaus verderblich und verhängnißvoll war? In der Gegenwart hört man viel davon, daß die Volker sich zu Nalionalitäten zusammenschlieheu und bestrebt sind, von anderen Stämmen sich abzusondern und unabhängig zu machen. Da wird die jüdische Nachahmungssucht wach, und ohne zu überlegen, ob diese Zeitströmung nützlich oder schädlich sei, ob sie Fortschritt oder Rückschritt bedeute, blindlings wird ihr gefolgt. Vergessen ist, daß wir um der andern Völker willen gelitten haben, daß wir auSgeftreut wurden unter die Nationen, um alle gemeinsam die höchste Wahrheit zuzuführen, um allen Menschen zu dem wellvereinigenden Glauben an Gott zu bringen. Das herrliche Bild, das Jesaia von unserer Erlösung zeichnet, ist ihrem Sinne entschwunden. Wird die Zeit, in der alle Völker zum Gottes berge Hinaufströmen, um im Gottesgesetz unterwiesen zu werden, wo von Zion die Thora ausgehen wird und das Gotte-wort von Jerusalem, wird diese von uns stets herbeigesehnte Zeit, in der man die Waffen und Kriegswerkzeuge zu Geräthen des Landbau'S umschmiedet, wird diese Zeit uns und der gesummten Menschheit näher gebracht, wenn auch wir das trennende NationalitätSprinzip für uns in Anspruch nehmen! Nein, wir können unS mit der ganzen zionistischen Bewegung nicht befreunden. Je mehr wir uns mit derselben beschäftigen, um so mehr fühlen wir uns von ihr abgestoßen. Auch in uns lebt die alljüdische Liebe für Zion und Jerusalem, jeder Nerv erbebt in uns, wenn wir das herrliche Sehnsuchtslied R. Juda Halevi's lesen, wenn wir an den Feiertagen all des Hohen und Heiligen gedenken, das wir entbehren müffen, so lange der Tempel in Trümmern liegt. Und weil wir Zion lieben, darum ist unsere Abneigung gegen den Zionismus so groß, der einen Namen, an den sich die heiligen und reinen Gefühle des jüdischen Volkes knüpfen, mißbraucht, um damit Bestrebungen zu benennen, die unsinnig, unnütz, gefährlich und unjttdisch sind. Wir warnen alle Diejenigen, die gleich uns die Verderblichkeit der sogenannten zionistischen Bestrebungen einsehen, ihren Wortführern zu irgend welchem Zwecke die Hand zu reichen. Die große Gefahr dieser Bewegung für die wenig denkenden Massen liegt, wie wir schon bemerkt haben, darin, daß sie ihnen den geliebten Namen Zion entgegenhält. Von Jedem, der sich nicht unfreundlich von diesen Irrungen abwendet, wird dem Volke erzählt, daß er dieselben billige. Und man weiß, wie leicht die Masten zu beeinflussen sind, wenn man ihnen angesehene und geschätzte Männer als Freunde zeigen kann. Auch wir möchten gern im heiligen Lande wohnen, aber nicht um eine Staatenbildung vorzuberetten, sondern deshalb, um den heiligen Stätten und ihren Segnungen nahe sein zu können. Das Verdienstliche im heiligen Lande und in Jerusalem zu wohnen, hat, wie R. Moses Sofer in einem lichtvollen Gutachten (I. D. 234) zeigt, seinen Grund in der Heiligkeit des Landes und der Heiligkeit seiner Hauptstadt. Wir harren der Stunde der Erlösung entgegen und wissen, daß es unmöglich ist, auch mit den gewaltigsten irdischen Mitteln sie herbeizuzwingen. Mit Juda Halevr sprechen wir: rwrm rar. nano *pmr riv ufpar yn* rtb». „Heil dem, der harret, es erreicht und sieht, wie dein Licht aufsteigt und wie dein Morgen auch für ihn anbricht." Das einzige Mittel für uns, die Erlösung herbeizuführen, ist die Rückkehr von der Sünde; und dieses Mittel müssen wir anwenden. .n otu apra we> Kivbi hm früh naa „Es kommt Zion der Erlöser und zu denen, die in Jakob vom Abfall zurückkehren, spricht Gott, jok Zeitungsnachrichten n«d Eorrefpondenzerr. Deutschland. ** Berlin, 14. Sept. Die „Wissenschaftliche Vereinigung jüdischer Schulmänner in Berlin" hielt am 4. d. Mts. ihre Monatssttzung in Wirtners Restaurant unter Vorsitz des Herrn Rektors Dr. Avler ab. Der Vorsitzende machte Mittheilung von dem Eingang mehrerer von Herrn Rabbiner Dr. Jacob verfaßter Jahresberichte der Religionsschule der Synagogen-Gemeinde Göttingen und meinte, daß, da in diesen Berichten verschiedene unterrichtliche Fragen von großer Wichtigkeit behandelt würden, es angezeigt wäre, wenn eines der Mitglieder der Vereinigung ein Referat: über diese Jahresberichte halten wollte. Herr Kollege Klein erklärte sich hierzu bereit. Nachdem die Vorstandsmitglieder zum Zweck der Berathung einer Geschäftsordnung noch die Herren Auerbach und Falkenberg kooptirt hatten, trat die Versammlung in die Weiterberathung der vom Kollegen Auerbach aufgestellten Thesen ein. Bei der lebhaften Debatte, welche diese Thesen hervorriefen, war es nicht möglich, die Diskussion zu Ende zu führen; daher wurde nach Mitternacht die Debatte über den zweiten Theil der Thesen, der die Frage der Konfessionalität behandelt, vertagt. Der erste, bisher

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