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Der Israelit · 1897-05-17 · Heft 39 (17.5.1897) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 39 (17.5.1897)
Date
1897-05-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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719 rnann's in der Liebe und Begeisterung für unfern h. Glauben zu folgen, schloß der verehrte Redner seinen mehr als ständigen hochinteressanten Vortrag. Wohlverdienter allseiliger Dank wurde ihm gespendet. Die lebhaft geführte Diskussion bol des Jnteresianten noch viel und gab dem Redner weiter Gelegenheit zu sehr wichtigen, gelehrten Ausführungen. Die nachfolgende gesellige Unterhaltung zog sich bis über Mitternacht hinaus, wobei Herr Dr. Loewenstein über Bedeutung und Wichtigkeit der in unserer Zeit entstehenden Literaturvereine sprach, zur regen Theilnahme ermahnte und seine fortgesetzte Sympathie, die er gerne durch fernere Vorträge bethätigen werde, dem hiesigen Vereine zusicherte. Freudigft und dankend wurden diese Worte hingenommen. Am 10. März hatten wir die Ehre Herrn Distrikts-Rabbiner Dr. P. Kohn in Ansbach über „Alcharisi, den Makamen-Dichter" zu hören. War der Stoff selbst poetischer und sprachkünstlerischer Art, so zeichnete sich auch der Vortrag durch Eloquenz und Sprachgewandtheit aus und verstand es der verehrte Redner durch Vorführung und Beurtheitung Charisischer Dichtungen zu zeigen, wie dieser jüdische Dichter des Mittelalters den ersten und besten seines Zeitalters gleichgestellt werden kann. Und da seine Zeit das finstere Mittelalter, die Zeit der Glaubensverfolgung und der Geistesknechtung war, so war damit der Beweis geliefert, wie der jüdische Geist nicht zu knechten und niederzubeugen war, trotz des härtesten Druckes und des Ausschluffes von den öffentlichen Lehranstalten und wie er nicht nur das Gebiet der eigenen Religionswissenschaft, sondern auch alle Wiffensgebiete beherrschte und sich selbst auf den Schwingen der Poesie bewegte. Wie e« aber allen Großen erging, einer verschiedenen Beurtheilung zu begegnen, so mußte es auch an Charisi mit Recht getadelt werden, daß er Heiliges profanisirte und Bibelworte für seine weltliche Dichtung gebrauchte; zu weit aber gehe das Urtheil, wenn man ihn mit Voltaire oder Heine vergleiche. Reicher Dank wurde dem verehrten Redner für den schönen Vortrag gezollt. Auch die nachfolgende Discussion nahm einen sehr anregenden Verlauf. Bei der sich anschließenden geselligen Unterhaltung drückte der verehrte Herr Redner sein volles Interesse an dem Gedeihen und Blühen de» Vereine» au» und erklärte sich bereit, demselben auch ferner seine Dienste zur Verfügung zu stellen, wa» dankend hingenommen wurde. Den Schlußvortrag hielt am 24. März Herr Dr. Emanuel Karlebach über „Rabbi Akiba Eger." Ward dem verehrten Redner als Begründer de» früheren Literaturvereins und eifriges Mitglied deffelben ein erhöhtes Jntereffe entgegen gebracht, so wußte derselbelin der ihm eigenen schönen Vortragsweise und seiner umfaffenden Geschichts- und^Literaturkenntniß den Vortrag zu einem eben so lehrreichen als interessanten zu machen, zeichnete das Leben und Wirken des großen Mannes, der noch wenig von der Geschichte behandelt worden, in den treuesten und herrlichsten Farben und lehrte uns, denselben als einen der größten jüdischen Gelehrten dieses Jahrhunderts erkennen und verehren. Es war diese Leistung um so schwieriger, als da» Auffinden des Materials von größerer Schwierigkeit war. In ungetheiltem Beifall gab die Versammlung ihre Anerkennung und ihren Dank dem verehrten Redner kund. In gemüthlicher Stimmung blieb man noch lange vereint und schaarte sich um den lieben Freund und bewährten Gönner de» Vereins, wobei die gegenseitige Werthschätzung vielfach zum Ausdruck gelangte. Straßburg i. E., 11. Mai. Seit mehreren Jahren hält hier Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Buttenwieser x-DZ-Vorträge, die von den Mitgliedern der hiesigen Religionsgesellschaft fleißig besucht werden. Am 2. d. Mir. (■?*« m) wurde nun ns» jisDC zu Ende gelernt, darauf die rrtfö bv mw folgte. An dem L^Feste haben sammtliche ^v'-Zahörec sich betheiligt, und einige derselben haben der oi'v- Feier, theils durch rrrri theils durch Toaste ganz besonder« Reiz verliehen. Das Fest dauerte von 9 llhr Abend» bis 1 Uhr nach Mitternacht und unter den Festtheilnehmern herrschte eine allgemein freudige Stimmung. Wir wünschen der hiesigen NeligionSgesellschaft, daß es ihr gegönnt sein möge, auch fernerhin noch viele solche Feste mte bv veranstalten zu können. Oest err.-Ungar. Monarchie. Budapest. Ein solch erhebendes Fest der Pietät und Menschenliebe, wie es am 10. d. M., anläßlich der Schlußsteinlegung und Einweihung des Adele Brody Kinderspitals in der Haupt- und Residenzstadt Budapest gefeiert wurde, fand seit Menschengedenken hier nicht statt. Die vornehmsten Würdenträger des Reiches der Ssiphanskrone begingen dieses Fest. Es erschienen: Baron Desider Banffy, Minister-Präsident von Ungarn, Minister des Innern Desider Perczel, Staatssecretär Emerich von Latzkoczy, Magnatenhausmitglieder Audor Vandnay, Profeffor Friedrich Koranyi, Oberbürgermeister Karl Rath, Bürgermeister Markus, Gerloczy und Haberbauer, Oberstadthauptmann Rudnay, Ministerialrath Dr. Müller, Baron Sigmund Schoßberger, Dr. Ignatz Goldzieher, Präsident Sigmund Kohner, zahlreiche Reichstagsabgeordnete, Universitätsprofefforen, Akademiker, Offiziere, Stadlrepräsentanten, Rabbinen, Aerzte, Advokaten, Schriftsteller rc. Obercantor Proseffor Lazarus sang mit^Chorbegleitung Psalm 30; der Oberkantor hat

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