Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 38 (13.5.1897)
- Date
- 1897-05-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2448705-2448741--43873-2492942- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ff- *?.?- '• **T'^**?F?*>**r*?!*** rv«7^T7.- .•- -'-'?! ^T MgvpiiJU1! '^57-^'" 703 : ^yy fl0,'^>'s^? »»^g-syvrr-i^fr^fri :.i-«;»>>. *JUW und Ungarn, saß zu den Füßen eines R. Moses Sofer, R. Nehemias Trebisch und anderen Talmudheroen, zu deren besten Schülern er zählte. Nachdem er nun alle jüdischen Disciplinen in sich ausgenommen, Responsen über die schwierigsten Fälle erstattet und auf pilpulistrschem Felde einen ungewöhnlichen Scharfsinn entwickelt hatte, kehrte er in sein Heimathland Böhmen zurück, wo er entsprechend seinen bescheidenen Ansprüchen in kleinen Gemeinden, wie Radouin, Sobieslau, das Amt eines Rabbiners und Religionslehrers mit einer Pflichttreue, als ob ihm aus ihr die größten materiellen Vortheile erwachsen wären, bekleidet hat. Erft Anfangs der Achtziger Jahre übersiedelte er nach Prag, wo die Cultusgemeinde-Repräsentanz in Würdigung seiner talmudischen Kenntnisse ihn zum Affeffor des Rabbi nats-Collegiums ernannte, in welcher Eigenschaft er bis in sein hohes Alter wirkte. Trotz desselben bewahrte er sich die Frische des Geistes bis zum letzten Augenblicke. Wenige Tage vor seinem Tode richtete er an den Oberrabbiner, Herrn Dr. Ehrenfeld, ein in vornehmem Hebräisch gehaltenes Schreiben, in welchem er von diesem Abschied nahm. Am 19. v. M. fand das Leichenbegängniß unter überaus zahlreicher Betheiligung statt. Dem sechsspännigen Leichenwagen, den der Vorstand der israel. Beerdigungsbrüderschafl dem Verblichenen zu Ehren beigestellt hatte, folgten die drei Söhne, sämmtliche Rabbiner Prags und der Vorstädte, so wie ein unübersehbares Trauergeleite, gewissermaßen als Kundgebung der Hochachtung, die dem greisen Gelehrten gegolten. ("0 Budapest, 2. Mai. In dankbarer Erinnerung der guten Behandlung, welche die türkischen Sultane unseren Glaubensbrüdern stets haben angedeihen lasten, wurde hier unter den Israeliten die Idee angeregt, für die verwundeten türkischen Soldaten eine Sudseription zu eröffnen. Da aber auch einige Tagesblätter sich dieser humanen Idee bemächtigten, so haben die Israeliten hier ihr Vorhaben, eine spezifisch jüdische Subscription zu eröffnen, wieder fallen lasten, und betheiligen sie sich nun um so eifriger an von den Blättern eingeleiteten Sammlungen. Vis jetzt ist schon eine beträchtliche Summ' zu diesem löblichen Zwecke eingeflosten. Frankreich. Paris, 10. Mai. Das „Journal officiel" veröffentlicht heute die Liste der Auszeichnungen, die anläßlich der Katastrophe an die Personen verliehen worden sind, die sich bei der Rettung besonders hervorgethan. Eine zweite Liste von Auszeichnungen dürfte in den nächsten Tagen erscheinen, da der die Erhebungen leitende Kommiffär die meisten Retter erst ausfindig machen muß und dabei aus die größten Schwierigkeiten stößt. Viele, fast alle entfernten sich nämlich nach vollbrachtem Rettungswerke und konnten nur dadurch ausfindig gemacht werden, daß sie sich ihre Brandwunden in einer Apotheke verbinden ließen. Von verschiedenen Blättern wird eine Subskription für die wackeren Retter veranstaltet, die zumeist'in sehr bescheidenen Verhältniffen leben und von denen viele durch die Verwundungen, die sie bei den Rettungsarbeiten erlitten, arbeitsunfähig geworden find. Diese Subskription wird wahrscheinlich nicht die Höhe derjenigen erreichen, die der „Figaro" für die verschiedenen wohlthätigen Vereine des Bazar de Charitö eröffnet und die innerhalb 24 Stunden die ansehnliche Höhe von 451 046 Frs. 65 Centimes erreicht hat. An der Spitze der Unterzeichner stehen die drei Chefs des Hauses Rothschild freres, die Barone Alphons, Gustav und Edmund mit 100,000 Frs. Die gleiche Summe spendeten die Veranstalter der Lotterie für das Hospital tuberkulöser Kinder von Ormeffon mit besonderer Genehmigung des Ministers des Innern. Je 25 000 Frs. spendeten die Baronin Hirsch und Baron Adolph Rothschild, 10 000 Frs. die Baronin Nathaniel Rothschild u. s. w. Türkei. (B.) Konstantinopel, 30. April. Die türschen Waffen dringen siegreich vor in Theffalien und die Hauptstadt dieser griechischen Provinz, Lariffa, hat nun eine türkische Besatzung und einen türkischen Gouverneur erhalten. In Lariffa besteht eine kleine sephardische Gemeinde, die auch ein Bethaus besitzt. Die zweite jüdische Gemeinde in Theffalien befindet sich in der Hafenstadt Volo. Sonst leben keine Juden in dieser Provinz. Als die türkischen Truppen unter dem Befehle Edhem Paschas, des Oberkommandanten in Lariffa eingezogen, wurden sie von den drei geistlichen Cheis der Stadt, dem griechischen Metropoliten (Erzbischof), dem mohamedänischen Mufti und dem Chacham (Rabbiner) feierlich begrüßt. Im Hofe des Konaks (Präfektur), wo Eohem Pascha Quartier bezog, sprach der Mufti ein türkisches Gebet für den Sultan, auf das alle Anwesenden mit: Amen! antworteten. Wie seine zwei genannten AmtScollegen wurde dann auch der Chacham von Edhem Pascha in Audienz empfangen, von dem er das Versprechen erhielt, daß die Juden von den türkischen Soldaten nichts zu befürchten haben, weder Angriffe auf ihre Person, noch auf ihr Eigenthum. Sie mögen nur ruhig ihren Geschäften nachgehen und ihre Gewölbe offen halten, da er, der Marschall, für deren Sicherheit garantire.^_ Kottstanttrropel Die Juden in Aemen sind ca. 15,000 an der Zahl. Sie wohnen in Savao, der Hauptstadt^dieses Landes, dann in.Manka, Damar,^Guadi, Amram, Diebel, Bura, Rema, Khema,