Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 36 (1895)
- Issue
- Heft 33 (25.4.1895)
- Date
- 1895-04-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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** .- S'*-i-v» “ 1 v?f.^'v ■■r:- -J •r,<-»7'tr-fc-7'^--. '\r : eso Baustoffes und mit Aufwand von Kunst und Erfahrung errichtet, daß sie uns überleben und unseren Nachkommen verbleiben, Gott will nicht sowohl durch die Eltern, als vielmehr durch die Kinder Sein Volk, Sich selbst verherrlicht wissen. D\n n n7m run Siehe, das Erbgut Gottes, sind die Kinder. Nur die Kinder, heißt es, wollte Gott als Bürgen am Sinai gelten laffen; sie sind Seine theuersten Pfänder. Fromme Erziehung, religiöse Schulung der Kinder ist Sein bester Dienst. Werden die Kinder nicht im Judenthume erzogen, ist Seine Hauptabsicht, daß Israel nie aufhören, das Gesetz nie vergessen werden solle, verloren; das Judenthum soll ja gleichsam eine ununterbrochene Gesetzgebung von Vater aus Sohn sein und bleiben, Dnjmm TJ3 '^271 “j’J37 „und thue sie, die Gesetze, kund Deinen Söhnen und den Söhnen Deiner Söhne," das ist der Kern der Belehrungsworte unseres großen Moses an sein Volk iril pp3 nmiD minn und klagt: Einst war ich meinen Kindern ein Lieblingsgegenstand, npnttfö Dl’ Dl’ D’yilvM ny 722 VJS7, jetzt wenden sie mir den Rücken, verlassen mich treulos, mein Wort für sie ist jetzt verloren, da Handel und Gewerbe, Erfindungen und Entdeckungen ihren Geist beschäftigen, ihr dauerndes Interesse erregen und den Kreis ihrer Sorgen und Bekümmernisse bilden. So trauert die heilige Thora. Aber die Jugend, die noch unverfälschte, unverdorbene, vom Zeitenstrome in die allgemeine Verwüstung noch nicht hineingerissene Jugend kann sie trösten und tröstet sie; die in Begeisterung emporwallenden, von Frohgefühlen gehobenen, in dem reinen Gewissen ihrer Unschuld sich freuenden Kinderseelen schützen das Wort des Herrn vor Untergang, hier pflanze sich der Geist himmlischer Satzungen fest und blühe für die spätesten Geschlechter fort. Nur in einer gottdurchdrungenen Jugend sprießt das Heil Israels, sie ist die einzige Hoffnung, Trost und Rettung unseres Volkes. Darum soll es unter göttlichem Beistände mein eifriges Bestreben sein, eine Jugend heranzubilden, die gern und willig sich von dem Schatze unserer Literatur wird bereichern und von dem Geiste wahren Glaubens erfüllen lassen, damit sie mit zeitgemäßer Bildung jüdisches Empfinden und jüdisches Denken paare. Dies sind die wesentlichsten Punkte meines mir selbst vorgezeichneten Amtspflichtenplanes, das ist im Allgemeinen mein Programm. Groß ist das Feld, unermeßlich groß und weit, aber ich lebe der Zuversicht, daß, um mit unserem göttlichen Moses zu sprechen, “ltca bjb mnnn TPN „der Gott der Geister alles Fleisches myn 7y P’N “1153’ “lPN der den Mann über die Gemeinde bestellt," mir Seine gnadenvolle Unterstützung, Seine Gunst und Seinen Beistand zutheil lassen wird in meinem Wirken für Seine große, heilige Sache. Auch die Gemeinden selbst, die verehrungswürdigen Glieder der meiner Seelsorge sich anvertcauenden GlaubenSvereinigungen, werden mir bereitwilligst entgegenkommen, mich stutzen und kräftigen, daß ich die angestrebten Ziele erreiche. Der unsterbliche Rabbi Akiba Eger, so hörte ich in meiner Vaterstadt Posen erzählen, eröffnete seine Rede bein Antritt seiner segensreichen Rabbinatswirksamkeit daselbst mit folgenden Worten: Jeder Mann im Volke betet täglich -)min3 U’J’y "inhi und erleuchte, o Gott, unsere Augen in Deiner Thora. Das sind, so erklärte er, die NiyD ’J’y die Augen der Gemeinde, die Rabbinen. Das Volk, die Gemeinde bittet täglich für den Raw, daß der Herr ihn erleuchte, ri2?n "IITQ 7ttQ’ tOttf." So arbeitet die Gemeinde für ihren Theil mittelbar und unmittelbar an dem Gedeihen der Thätigkeit ihres Rabbiners und fördert das sichere Fortschreiten auf der Bahn seiner Gotteswirksamkeit. Ist es doch für mich ein glückverheißendes Wahrzeichen, daß dieses zu Ehren meiner Rabbinatseröffnung geweihte Fest umflossen wird von dem Glanze Gottdurchdrungener und für das Göttliche unermüdlich arbeitender Geister, minn "1'18 )1J37 n» Cedern des Libanon, Helden der Thora, njtPDD j’Dnn ’7y2 NDDJrn geharnischter, bewehrter und bewährter Krieger auf dem Kampfgebiete talmudischer Wissenschaft, glanzvolle Gestirne die vom Horizonte der Gottesgelahrtheit Wissenschaft herniederflammen mit verklärendem Lichte in das dunkle GrauS irdischer Getriebe und die jungen Keime aus der Tiefe des SchooßeS hervorlocken, daß sich die Pflänzlein entwickeln und entfalten und Früchte und Blüten treiben. Bewegten Herzen überwältigt von Gefühlen der Freude drücke ich von dieser Stätte herab Ihnen meinen innigsten Dank aus dafür, daß Sie es nicht verschmäht haben, dem meiner geringen Person geltenden Feste, durch ihre liebevolle Antheilnahme eine höhere Weihe und Bedeutung zu geben. Dank ihnen auch im Namen der von mir vertretenen Gemeinden für Ihre unermüdlichen Sorgen und Mühen, für Ihr rastloses Kämpfen und Wirken zu Gunsten der von diesen Gemeinden im Namen der Religion und des Glaubens angestreben und schon und mehr und mehr erreichten Ziele Ti oyo rxobw □rpD&Q vn „Ihr Lohn werde ihnen voll von Gott gegeben." Mögen diese gottbegeisterten Gemeinden der huldreichen Hilfe des Herrn froh werden, Heil und Segen genießen, Fülle des Glückes und der Freuden, in Frieden gedeihen, sich entwickeln und blühen, bis der Geist GotteS sich immer weiter ausbreite auf Erden, und die siegende GlaubenSerkenntniß dem verwaisten Juda und dem trauernden Jerusalem Erlösung und Rettung vom Himmel erwirke, die Stimme des Heilsboten in Zion erschalle und die zerstreuten Söhne herbeieilen. Gott zu dienen auf seinem heiligen Berge. Das walte Er I Herr Dr. Hirschfeld sprach sehr bewegt, doch feurig begeisternd und begeistert. Sodann betrat der Vorsitzende wieder das Podium, um Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. M. Cahn-Fulda für sein fast lOjährtges reiches Mühen und Wirken zu Gunsten des unverfälschten Judenthums innerhalb unseres Kreises zu danken unter Ueberreichung eines Ehrendiploms, wobei außerdem die drei jüngsten Mädchen unserer Relig.-Gesellschaft, deren eines ein kleines Gedtchtchen vortrug, dem Herrn Dr. Cahn einen mächtigen, kostbar gearbeiteten silbern. Pokal, von der renommirten Firma S. u. D. Löwenthal in Frankfurt a. M. verfertigt, überreichten. Herr Grünewald sprach Folgendes: Geehrter Herr Dr. Cah». Als wir vor 9 Jahren uns mit der Gründung unserer Religionsgesellschaft befaßten, waren Sie eS hochgeehrter Herr Dr. der uns nach genauer Orientierung der Verhältnisse durch Ihren Segen die richtige Weihe gegeben' In dieser Reihe von Jahren sind und waren Sie unser steter Berathen, und wann und wo es galt, bei Freud und Leid waren Sie stets der erste der unter Hintansetzung anderer wichtigerer AmtSgeschafte unserem Rufe nachzukommen. Wie Sie vor 3/4 Jahren unserem 1. Vorsitzenden leider nur so früh geschiedenen Herrn Dr. Markus der unserer Religionsgesellschaft der richtige Führer und Leiter war, den verdienten Nachruf widmeten, waren Sie es, der uns die erste Anregung gab, einen gesetzestreuen Rabbiner anzustellen, doch die Verehrung für Ihre Person hielt unS immer noch davon zurück, bis Sie mich durch Ihre briefliche Aufforderung noch rneKr dazu animirten. Wie schon bet Eröffnung der Feier erwähnt, haben wir eine