Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 9 (1868)
- Issue
- Heft 40-41 (30.9.1868)
- Date
- 1868-09-30
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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764 30. oni£ p 'n R. Samuel Ben Pinchas, Bruder deö N. Joseph ben Pinchas, folgte seinem Bruder als Oberrabbiner von Posen im Jahr 1801. In Betreff seines Lebenslaufes ist zu erwähnen, daß er, bevor er nach Posen berufen wurde, Rabbiner in Tarnopol in Galizien war. In Posen trat er schon 1806 vom Schauplatz dieser Welt ab, nachdem er sein Amt kaum sechs Jahre hindurch verwaltet hatte. Er hinterließ ein Werk, daS den Namen;nnN Sn-dp w'j führt, eine Sammlung von Gutachten, Predigten, gedruckt zu Nowidwer 1806, ein in Polen sehr geachtetes Buch. 31. . D'ujn rwo Hechim ist die jüdisch-deutsche Aussprache für Hochheim, einen ansehnlichen Ort unweit Mainz, berühmt wegen seines Weines, das seinen Namen an drei gelehrte Männer, auö ihm entsprossen, gab: an Simon Hochheimer, Elias Hochheimer und Moses Hochheimer. Alle Drei studirten zusammen in Fürth, der Erste wurde ein sehr gelehrter Arzt, der Zweite ein sehr gelehrter Astronom und Mathematiker, der Dritte ein sehr gelehrter Rabbiner. Letzterer verdient einen Platz in unserer Gallerie. Moses ben Chajim Cohn Hechim, geboren ums Jahr 1750, war nicht nur in der ganzen talmudischcn Theologie, sondern auch in der hebräischen Philologie wohl bewandert. Joseph Steinhart, sein Lehrer, betrachtete ihn als seinen Nachfolger, und durch seine Empfehlungen wurde er bald zum Dajan in Fürth erhoben. Im Jahre 1790 gab er unter dem Titel: mro nettf, eine hebräische Grammatik, nebst besonderen Conjugationstabellen heraus. Drei Jahre darauf erschien von ihm David Kimchi's: t>pDD, oder hebräische Sprachlehre, mit Noten und einem Anhänge grammatischer Regeln. In demselben Jahre 1793 wurde er zum Oberrabbiner in Anspach gewählt. Moses Hochheimer übernahm dieses Amt und verwaltete es aufs rühmlichste zwei und vierzig Jahre hindurch, bis zu seinem Tode im Februar 1835. Moses Hochheimer starb hochbetagt und in ganz Baiern hochgeehrt. (Fortsetzung folgt.) Waööi Markus Wenedikl. Ein biographisches Charactergemälde von Gustav Karpeles. (Fortsetzung.) In jener glücklichsten Zeit feines Lebens war eS auch dem hochherzigen Rabbi ermöglicht, dem stets i tief gefühlten Herzensbedürfnisse, die Armen zu un-! terstützen, daS er in seinen jungen Jahren nie bej friedigen konnte, in voller Macht zu genügen. Nicht nur die hilfsbedürftigen Schüler seiner Jeschibah, die er mit allem Möglichen unterstützte, nicht nur die leider allzuzahlreichen Armen seiner eigenen und vieler fremden Gemeinden, sondern auch die vielen christlichen Armen Nikolsbnrgs erhielten von ihm regelmäßige Geldunterstützungen. Einen Theil seiner Zeit, die ihm gewiß im Studium der Gotteslehre werth und theuer war, widmete er täglich der Zedaka im edelsten und wertesten Sinne des Wortes, so daß aus der langen Reihe mährischer Landesrabbiner durch Jahrzehende hindurch der Name Markus Benedikt durch seinen seltenen Wohllhäligkeitssinn neben seiner großen Gelehrsamkeit hervorragte. Es würde uns hier zu weit führen, und den uns zugemeffenen Raum dieser geschätzten Blätter weit übersteigen, wollten wir nur ewige wenige Beispiele seines Edelmuthes und seiner hochherzigen Gesinnungen hier ansühren. Einer der talentvollsten Schüler R. Markus Benedikts, der würdige Rabbiner Israel Fürth zu Strakonitz in Böhmen hat in den Sippurim von Wolf Pascheles, diesem großen Wohlthätigkeitssinne seines großen Lehrers einen eigenen vortrefflichen Aufsatz gewidmet. Und darum ist, so sehr auch andere Landesrabbiner gleichfalls durch ihre nicht gewöhnliche Gelehrsamkeit und ihre edlen Gesinnungen, etwa seit einem Jahrhundert im Gedächtnisse des Volkes leben, doch, wie kein anderer, der Name R. Markus Benedikts noch heute im Munde der Nachkommen und wird fortleben, so lange Gelehrsamkeit und Wohlthätigkeit noch einiges Ansehen in Israel haben werden. Es braucht wohl nicht erst erwähnt zu werden, daß R. Markus Benedikt in jener Epoche seines Lebens auch mit zahlreichen rituellen Anfragen aus den verschiedensten Gemeinden Deutschlands, ja Europa's, in den wichtigsten religiösen Angelegenheiten beehrt wurde. Hat ja doch der gelehrte Nabbi Moses Sofer in Preßburg, ein Zeitgenoffe unseres Rabbi, bei fast allen schwierigen Fällen seiner weit ausgedehnten praktischen Wirksamkeit, diesen um Rath befragt, gewiß, in Anbetracht des gegenseitigen Verhältnisses, ein Beweis höchst ehrenden Vertrauens. Es ist nunmehr der für uns intereffanteste Theil der Amtsthätigkeit Rabbi Mordechai Benedikts, nämlich sein Verhältnis zu den damals auftauchenden Reformbestrebungen im Judenthume, zu besprechen, was wir uns jedoch für ein nächstes Mal aufbewahren. (Forts folgt.) Verantwortliche Redoction: Dr. Lehm«««. — Verlag der Le Rvur'schm Hosduchtzemdlung. — Dampf»Schnellprefsendruck von I. Gvtirlebe» i» Mainz. v