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Der Israelit · 1866-10-31 · Heft 44 (31.10.1866) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
7 (1866)
Issue
Heft 44 (31.10.1866)
Date
1866-10-31
Page
– (sequence 10)
Language
German
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726 die Nachkommen durch die neuen Werke Zeit und Lust verlören, die älteren, wichtigeren Werke zu stuvtren. Diese Worte aus dem Munde eines Mannes dem ieme Studien, sein, Scharfsinn, seine lange Erfahrung im Jeschiba-Leben den reichsten Stoff zur Schriftstellerei darboten und der, wie seine Manuscripte nachweiweisen, ein ausgezeichnetes Talent in der Klarheit der Darstellung besaß, sind wohl eben so wichtig, als was über diesen Gegenstand in anderen Schriften enthalten ist Außer dem, was in anderen Werken, ohne sein Wissen, von ihm veröffentlicht worden ist , befinden sich mehrere Fase kel seiner talmndifchen Productionen in den Hand n des Bibliopolen Fischel dahier. R. Hirsch zierte den Halberstädter Rabbinerstuhl 30 Jahre. Er starb im hohen Greisenalter, tief betrauert von allen jüdisch m Gemeinden Deutschlands, am Fasttage Gedalia 1748. Wer seine Thätigkeit im Lernen und Lehren noch an den vorhergegangenen beiden Tagen des Rosch-Haschana gesehen, den soll die plötzlich eingetretene Körperschwäche und der nach einigen Stunden erfolgte Tod sehr überrascht haben. Und nur das Aufhören des Athmens kündigte den das Sterbelager Umstehenden seinen Tod an. Die gewöhnlichen Vorboten, tieses Röcheln, heftige Zukungen der Gliedmaaßen, Verzerrung des Gesichtes u.s. w. — nichts davon war sichtbar; — seine gewöhnliche Freundlichkeit lag auf seinen Lippen wie immer und es schien, als wenn Gott selbst ihn von der Erde weggeküßt hätte. Ein tiefer Siebziger studirte und lehrte er wie in dem kräftigen Mannesalter fast ununterbrochen vom Morgen bis zum Abend. Nur der Erfahrungssatz, daß das Leben selbst das Leben erhält und daß die Anstrengung die Kraft stärkt und stählt, machte es begreiflich, wie ein Mann weit über 70 nicht ermüden und nicht erliegen mußte solchen ununterbrochenen Anstrengungen des Geistes. Im Kreise seiner Schüler weilen und sie im Talmudforschen immer mehr üben, das war das Element, in welchem er sich wohl fühlte; andere Genüsse, körperliche oder geistige kannte er nicht. Im Memorialbuche werden auch seine 5 Söhne als arr sittlicher Würde und Gelehrsamkeit ihrem Vater ähnlich bezeichnet; jedoch ohne Angabe, wo und in welcher Eigenschaft sie gewirkt haben. Sehr berühmt von diesen ist R. Salomon Dob Berusch, Schwiegersohn des Verfassers des „Pene Ioschua*)," später Rabbiner zu Glogau, und R. Naphtali Hirz, Rabbiner in Dubnow°). Weniger berühmt sind seine 3- S. 2'p'iL nn-ndr riQDnri ndmr und 4) S. 7IMI1' O1PV «. v. A. 5) Schon in der frühesten Jugend lieferte er eine sehr gelehrte Abhandlung, gedruckt in Pene-Jehoschua "NO. S. auch seine Approbation in P02ON1 u. a. 6) Resp. in "Ntt r>"lk7 u. a. Diejüngeren Söhne R. Abraham, Rabbiner ia Rawicz; R. Samuel, RabbinatS-Assessor dahier und R. Simcha, Rabbiner in Dessaus, Nachfolger des David Fränkel und Lehrer des R. Schaul, Mitarbeiters an dem Biur von Menbelsohn und Dubno und Bruders des Ecsteren. Wir haben hier noch neben den Söhnen des R. Hirsch einiger zu seinen größten Schülern zahlenden Gelehrten zu erwähnen: 1) Des schon in der frühesten Jugend und bei Lebzeit seines Lehrers als Jeschibadozent hier fungirenden N. Akiba Eg er (Sohn des hiesigen Parnaß Bonnim Eger (s. w unten), Verfassers des Mischnat- Rabbi-Akiba, ksop. in Pene Ahuba von Eibeschütz und mehreren noch ungedruckten Werken (Onkel des R. Akiba Eger in Posen). Ec starb 1758 als Rabbiner zu Preßburg in der Blüthe des Mannesalters. Seine Verdienste als Schriftsteller und Lehrer würdigen mit schönen Worten die Approbanten genannten Werkes. 2) Nicht minder berühmt war R. Elch an an Aschkenasi, Rabbiner zu Danzig, Verfasser des Sidre Tahara. 3) R. Joel Glogau, Rabbinatsverweser in Berlin. 4) Sein Neffe Arjeh Löb, Rabbiner zu Hannover, Verfasser des Pene Arjeh, dem 4ten Theile des Pene Jehoschuah beigedruckt. 5) R. David Halberstadt II., Rabbiner zu Cremsisr. dessen Schrift zur Ehrenrettung Eibeschütz;nS in dem in Hamburg erschienen Luchoth Haedoth abgedruckt ist. 6) R. Jsachar Beer, Sohn des Pene Jehoschuah, dessen glänzende Geistesproducte in kosx. Chasim Cohen Rapoport und Tescha Schitoth, seines Sohnes R. Hirsch enthalten sind. fer Rabbiner ist für uns von besonderm Interesse. Mendelsohn i sagt in der Vorrede zu seiner Bibel-Uebersetzung: er wisse nicht, warum Salomon Dubno, der Bearbeiter des Commentars zu dieser Uebersetzung, nach Vollendung des ersten Buches seinen mehrjährigen Lohn im Stiche gelassen und davon gelaufen sei; er betheuert, daß sein Benehmen gegen Dubno nicht die mindeste Veranlassung dazu gegeben; er vermuthet aber, Dubno habe Anfangs die Schwierigkeit der Arbeit nnd den zu ihrer Vollendung erforderlichen Zeitraum bei Weitem geringer gehalten, als er sie im Lause der Arbeit gesunden, und Mangel an Ausdauer und Geduld habe den sonst als Gelehrter und mit Gewissenhaftigkeit arbeitender Gehilfe von ihm gepriesenen Mann zu dem Entschlüsse gebracht, Berlm zu verlassen. Diese Vermuthung ist ungegründet; denn nur auf Antrieb des oben genannten Rabbiners Raphtali Hirz hat Dubno die Arbeit sistirt. 7) Der Parnaß in Dessau, R. Elia und dessen Vater R. Moses Dessau (vielleicht der Großvater Mendelsohns), waren seine Verwandten. Sdie Approbation des R. Hrrsch Charis zu Torat-Kohanim mit dem Commentar Korban Aro», Dessau 1742, und zu Chock?Jacob, Dessau 1722 und die des R. Simcha, Rabbiners zu Dessau, zu Pescher-Dabar über Hiob, Berlin 1771,

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