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Der Israelit · 1865-07-19 · Heft 29 (19.7.1865) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 29 (19.7.1865)
Date
1865-07-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Beilage z« Nr. 29 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M, 8. Juli. Folgendes ist die Berechnung über die Anzahl Bekenner, welche die verschiedenen Confessionen zählen, in der neuesten (vierten) Auflage von Kolbs Handbuch der Statistik. Darnach ergeben sich für die Länder des deutschen Bundesgebiets: 24,004,000 Katholiken, 20,003,800 Protestanten, 44,100 andere Christen und 405,oOO Juden. Hiervon treffen auf die deutschen Mittel- und Kleinstaaten: 6,083,000 Katholiken, 11,753 800 Protestanten, 23,300 sonstige Christen und 202,000 Inden. Rechnet man dagegen Gesamrnt-Oesterreich, Gesammt- Prenßen und Schleswig dazu, so ist das Verhültniß: 36,058,700 Katholiken, 29,6^4,000 Protestanten, 6.506.600 andere Christen (dabei des. Griechen) und 1.506.600 Juden. Celle, 2. Juli. Einer in diesen Tagen von der hiesigen Krovobeeanwaltschaft erlassenen Verfügung zufolge sind die Kronanwaltschasten des Landes angewiesen worden, künftig Israeliten, welche als Geschworne fnngiren, falls dieselben an einem Sonnabend zur AuSloosung kommen, abzulehnrn. (Z. f. N.) Oesterreichischer Kaiserftaat. Etrrhlweiseribrrrg (Ungarn), im Juli. Seitdem „Ben Chananja" in den Jrrthum fiel, N. Moses Sofer habe den Libanon in den Süden Palästinas verlegt, seitdem dieses Blatt „für jüdische Theologie" die verhängnißvolle Bestimmung sich gab, der „Wiener Kirchenzeitung" Concurrenz zu machen durch die verleumderische Entdeckung, der gelehrteste Rabbiner roserer Zeit habe empörende Absurdität e n als Neligionsentscheidungen gelehrt — seitdem wetteifern die Jünger der historischen Schule, ihren Meister „Ben Chananja" in der Verunglimpfung des tulmudischen Heroen Rabbi M. Sofer iöv:, zu überbieten. Ans Hol. in Mähren glonficirt ein Correspondent die Lästerung „B Ch.'s" durch die Constatirung von Männern in ferner Gemeinde aus der Schule der empörenden Absurdität. Aus Krakau! ergötzt ein anderer, B Eh." dadurch, daß er den dortigen! Rabbiner den Versuch machen läßt, den „Libanon"! in den Norden zurückzurücken rc. Diese humoristischen > Apostel aus der historischen Schule haben bereits! durch die erschienenen Broschüre „der Magier Ben! Chananja" die Uebtrzcugung erlangt, R. M. Sostr! habe den Libanon als Nordgrenze Palästinas I! bezeichnet und nur reine mosaische Wahrheiten ge- > lehrt. Wohin nun mit den gespitzten Pfeilen der Satpre, die diese Helden der historischen Schule gei gen den in ihrer Ignoranz! geschleudert haben? Diese fallen alle auf ihren! Großmeister „B CH." zurück.! Wir haben mit einem Ordensritter ersten Ranges aus! der destrucLiven Schule, mit Herrn lir. Zipfer, eine Lanze i zu brechen wegen ei? iger crasser Unwissenheiten, die dieser - in seinen böswilligen Angriffen auf den Lvin sich zu Schulden kommen ließ. Wir erachten es als! nothwendig, zu untersuchen, ob die Motive des Hrn.! 1)r. Zipser Wahrheit oder feindselige Bosheit sind, wie! sie bei den schlimmsten Feinden der Judenheit vorj kommt. Der unbefangene Leser möge von dem Vor- > gehen des Hrn. 4>r. Zipser auf besten Rtotiv schließen. I Im „Ben Chananja" Nr. o will Here Zipser sein von Seiten cer talmudigen Theologen mit Recht mißbilligtes Amtswirken in der Ertheiluug eines Scheidebriefes mit seinen? Bruder, ohne Nabbinats- Collegmm, durch die gutachtlichen Tecistonen des R. M Sofer als halachisch richtig beweisen. Herr Zipser sagt von seinem Gewährsmann Folgendes: „N- Moses Sofer, ihr (!) Fels, ihrAbgoLl (sie-.) tritt selbst gegen Landau aus w." Kann ein Mann, der znvöedeift als Gewährsmann seines begangenen Jrrthumes die größte talmudische Capacität hinstellt, und dann dieselbe als Abgott verunglimpfet, von dem Motive der Wahrheit von einem jüd.ichen Gefühle beseelt sein? Jeder unparteische Leser antwortet hieraus gewiß mit „Nein". Kann ein Rabbiner die Wahrheit zu seinem Motiv gewählt haben, der mit einem Zuge Millionen Israeliten in allen Weltgegenden —, die den frommen N. Mosche Sofer ^"2: verehren — durch die unverschämteste Lästerung Abgötterei treiben laß!? Die gewissenhaften Leier anlwoiten hierauf gewiß mit „Nein!" Herr Zipser hat in seiner unbesonnen Verunglimpfung des ^2 L.m"! die gelungenste Persiflage ans sein mit Recht beanstandetes Vorgehen in der erwähnten Entscheidung gemacht. Herr Zipser hat aber auch unzweideutig eonstatirt, daß sein Motiv die böswillige Tagesparole der historischen Schule sei, und zwar von so schlimmer Art, daß sie die Partei selbst cowpromittirt. Doch — schreiten wir zur Bloßlegung der Jrrthümer des Herrn Zipser! In Nr 20 und 21 des „B. CH." macht Herr Zipser im VIII. Artikel dem Lliii zum Vorwürfe: die Unkenntn ß der griechischen Sprache; ein Umstand, der auch bei Herrn Zipser statrfindet. Er beschuldigt den O"n der Unwissenheit in der hebräischen Sprache; ein Fehler, den wir Herrn Zipser durch Facta, wie sie wohl keinem gründlich unterrichteten

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