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Der Israelit · 1865-07-19 · Heft 29 (19.7.1865) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
6 (1865)
Issue
Heft 29 (19.7.1865)
Date
1865-07-19
Page
– (sequence 10)
Language
German
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412 Schulknaben nachzuweisen, beweisen werden. Endlich will Herr Zipfer dem und Landau ein Uebersehen einer Talmudstelle Nachweisen; so einfach können wir bei aller Nachsicht für die Ignoranz des Herrn Zipser gegen denselben nicht sein, um nur eine Beschwerde wie letztere gegen ihn zu erheben; wir werden vielmehr unwiderlegbar beweisen, daß derselbe mehrere Talmudstellen nicht verstanden. Im O"ki Nr. 39 wird die Behauptung h'.ngestellt, daß in einem Scheidebriefe das auf den Strom sich beziehende Verbum tem. k'^>pr>!2-i zu gebrauchen, wenn das u. pr. des Stromes in der profanen Sprache kam. sei z. B. die Donau, obwohl in hebr. Sprache mas. sei. Herr Zipser hat diese Behauptung des schon in Nr. 5 in einer weitern vermeintlichen Beweisführung als falsch angegriffen. Wozu nun die Wiederholung in Nr. 20? Wir können diese Wiederholung nicht anders rechtfertigen, als damit, Herr Or. Zipser beobachtete eine Courtoisie gegen seinen Collegen (?), Herrn Or. Salomon den Weisen, dessen Hypothese Spr. 23, 11, daß Albernheiten oft wiederholt werden, faktisch zu bestätigen. (Fortsetzung fotgt.) Feuilleton. Die tiönigin von Saba. Von (Fortsetzung.) Die Königin von Saba Ist aller Welt bekannt, Sie wird sogar im Koran*) Und anderwärts genannt. Doch will ich jetzt erzählen, Was wohl nicht minder wahr, Was sonst ich noch gefunden In Büchern alt und rar- — Daß stattlich sie gewesen, Das glaubt wohl Jedermann, Wie hält' ihr sonst der König So viel zu Lieb' gethan! Das aber weiß nicht Jeder, Daß selbst in spät'rer Zeit Sie Manchem noch erschienen, Zu keckem Spuk bereit. — *) Cap. XXVII. — Vergl. bibl. Legenden der Muselmänner von G. Weil S. 248 ff. — Der Namen derKönigm ist daselbst Balkis. - Es lebt' einmal ein Rabbi, Ein tiefgelehrler Mann, Der durch sein Thun und Denken Sich vielfach vorgethan. In Mensch- und göttlich Wissen Da mußt' er ein und aus. Und war im Geisterreiche Beinahe wie zu Haus. — Einst kam er auf den Einfall, Zu purem Zeitvertreib Herauf sich zu beschwören Ein stattlich schönes Weib. Die Königin von Saba Sollt' zeigen sich in Pracht, Wie Salomo, dem König, Gehorchend seiner Macht.*) Entlassen hat er eben Die Sabbat Königin,**) Da kam dem guten Nabbi Der Einfall in den Sinn. Er nimmt aus einem Schränkchen Das Büchlein, inhallschwer, Halbdunkel herrscht im Zimmer Und Stille ringsumher. Und kmm daß seinen Lippen Das mächt'ge Wort entschwand. Da kommt aus einem Schr ine, Der fern im Winkel stand Die Königin von Saba Mit männlich festem Tritt,***) Und schreitet majestätisch Bis in des Zimmers Mitt'. — Hier bleibt, wie eingewurzelt, Sie fest und ruhig stehn, Kaum daß der Na! bi waget, Ins Antlitz ihr zu sehn. Ihr Blick ist so durchdringend, Voll heimlicher Gewalt, Die Miene so gebiet'risch Und riesig die Gestalt Es wird dem Nabbi bange Und angstvoll pocht das Herz, Entfloh'n ist aller Muth ihm Und jede Luft zum Scherz. *.) Nach dem zweiten Targum, so wie nach dem Koran, ist sie nicht fr»iw llig sondern aus Beseht Lalomo's zu ihm gekommen, veranlaßt Nrrch die Erzählung eines Wiededopfes. Das Ma l nach Sabbat-Ausgang gilt als verdienstlich und beißt: Der Königin das Geleit gebin. — ***) Vcrgl. das zweite Targum I. 0. „Deine Schönheit ist Schönheit der Frauen, doch rc." —

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