Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 4 (1863)
- Issue
- Heft 17 (29.4.1863)
- Date
- 1863-04-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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197 Sabbat - Entweihungen und dergleichen Kleinigkeiten gern ein Auge zudrückt; weder R Moses Schreiber noch R. Akiba Eger. haben dem Verfasser bei dieser Darstellung als Vorbilder gedient. Der Hauptheld des ganzen Schauspiels ist Jakob Ehrlich, der Reformer, der Sabbatenlweiher. Ihm steht der Fanatiker Naphtali Schwarzmantel entgegen, dessen großes Verbrechen darin besteht, daß er den Sabbatentweiher gegen den Willen des Rabbi mit dem Banne belegt. Dieser Schwarzmantel ist jedoch nach Herrn Steins Darstellung nicht aus Ucberzeugung fromm, sondern aus lauter egoistischen und unedlen Trieben; er will den Heiligen spielen und wird deßhalb ein Eiferer; er will Jakob Ehrlich die Braut rauben und wird dadurch zum Epionirer. Der Verfasser führt nun ziemlich ungeschickt eine Maste von Verwickelungen herbei, in denen sich dann die Characterlosigkeit Schwarzmantels und die engelgleiche Güte, Seelengröße rc. des Reformhelden offenbart. Endlich muß sich der „pharisäische Hochmuth" Schw.'s beugen, er will den Bann vom Haupte des Helden nehmen, fragt aber zuvörderst: „Und hast die Sabbatschuld Du auch bereut?" Ob dieser Frage blicken alle Anwesenden einander stumm und entsetzt an! Ja, das ist auch zu arg; nachdem der Vers, in fünf langen Acten nachgewiesen zu haben vermeint, daß die Sabbatentweiher so edel und großdenkend, während die Cabbaiheiliger charakterloses Gesindel sind, spricht diestr Schw. noch einmal von einem Bereuen der Sabbatschuld! Ja, ja, diese Fanatiker sind gar hartnäckige Menschen. Unterdeß stürmt das Volk in's Haus, revoltirt gegen Schw., sagt ihm in's Gesicht, daß er mehr halte auf sein frommes Ansehen, als auf Gottes Ehre; Schw. droht auf's Neue mit Bannstrahlen, aber hohnlachend sagt man ihm, daß diese nicht mehr zünden: „Gut sein heißt fromm sein, das hat Jakob Ehrlich uns bewiesen! Fromm fein heißt nicht immer gut fein." Solche Argumente fruchten dann; Schw. nimmt den Bann zurück und zum Schluffe heirathen Alle, die von den Personen des Stückes noch unverheirathet gewesen waren. — Diese schale poetische Wassersuppe ist von einem sogenannten Institute zur Förderung der isr. Literatur publicirt! unseres Wissens bis jetzt noch nicht in jüdischen Kreisen existirt hat. Die einzelnen Reden sind einfach und schön, an ein Bibelwort sich anlehnend und der Gelegenheit sich anpaffende Gedanken entwickelnd. Der Verfasser versteht es, aus tum Bibelwort das zu entwickeln, was er zu sagen im Sinne hat; seine Dispositionen sind klar und übersichtlich, die Sprache ist schön, dem Zwecke angemessen, manchmal recht ergreifend; der Styl ist correct. Der Verfasser zeigt eine anerkennenswerte Bekanntschaft mit der Bibel dadurch, daß er stets seine Texte paffend zu wählen versteht; weniger hat er dagegen das midraschische Element zu benutzen gewußt; erst das letztere hätte den Reden das eigenthümlich-jüdische Colorit verliehen; es wäre auch im Stande gewesen, denselben einen weit lebendigeren Geist einzuhauchen. Das treffliche Werk des ehw. Herrn Diftr.-Rabb. Bamberger in Würzburg, das in diesen Blättern wiederholt besprochen worden, ist in erster Auflage vergriffen, so daß jetzt eine zweite notwendig wird. Die erste Auflage betrug 5000 Exemplare. Es ist das eine höchst erfreuliche Erfahrung, ein Beweis, daß die edlen Frauen Israels über ihre heiligsten Pflichten Belehrung wünschen und daß es nicht so schlimm aussieht mit dem Judentums, wie man manchmal zu befürchten geneigt wäre. Zugleich ersieht man aus diesem starken Absätze binnen weniger Jahre, welch' dringenden! Bedürfnisse der ehrw. Herr Verfasser durch dieses Merkchen abgeholfen hat. Schreiben des Chacham Äaschi M Jerusalem, an Herrn Hirsch Kalischer in Thorn, Ven ColomsationSverein f. d. h. L. betreffend. Jerusalem, den 31. Schebat 5623. N122 Leichenreden, von Benedict Hause. Frankfurt a. M. 1861. Kauffmann. Der Verfasser hat mit dem vorliegenden Merkchen einem wirklichen Bedürfnisse abgeholfen, indem er angehenden Lehrern und Predigern eine Sammlung recht gediegener Reden gab, wie eine solche Heil und Frieden dem viel Gewandten und viel Bewanderten in der Lehre, der das Dunkle erhellt und das Geheime erschließt u. f. w., dem Verfasser des Derifchas-Zion, Herrn Hirsch Kalischer, Ehrwürden. Nachdem ich Ihre treffliche, gehaltreiche Schrift Emunah Jescharah, bestehend aus den drei Theilen: