Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 4 (1910)
- Issue
- 5 (4.2.1910)
- Date
- 1910-02-04
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr- .5 An die geehrten Gesinnungsgenossen " GaHgiensl v Ic|i sehe mich, aus Gesundheitsrücksichten geiWurigA, mein mehr als zwei Jähre inneg&habtes Amt eines Natiopalfonds-Kommfesärs des Lemberg'er pistriktes nied,erzulegefl. Während dieser meiner Amtszeit wurden mir seitens vieler Gesinnungsgenossen so viele Zeichen des Vertrauens und des Wohlwollens zuteil, daß ich nicht umhin kann, ihnen allen meinen herzlichsten Dank öffentlich auszusprechen. Indem ich nun die Bitte ausspreche, das mir geschenkte Vertrauen und Wohlwollen auch auf meinen Nachfolger zu übertragen und auch fürderhin im Sammeln für den jüdischen Nationalfond unermüdlich zu bleiben, zeichne ich mit Zionsgruß und vorzüglichster Hochachtung Jac. Salo. Philipp. Vereinsu .Versammlungs- Nachrichten. Voranzeigen. Wien. (Palästinaausstellung der Vereinigung „Bar-Kochba.) Die Ausstellung bleibt bis zum 6. Februar 6 Uhr abends geöffnet. Käufer, welche einen Schein Ober einen in der Ausstellung gemachten Einkauf besitzen, können die angekauften Gegenstände am Samstag den 5. d. M. am Vormittag, Montag den 7. d. am Vormittag oder abends um 5 Uhr bei der Messe abholen. Wien. (Jüdische Toynbeehalle.) Wochenprogramm vom 5. bis 11. Februar 1910: Samstag den 5.: Konzert. Sonntag den 6.: Rabbiner M. Bach, Messianische Schwärmerei im Lichte der Moderne. Montag den 7.: Med. Dr. Grün, Ueber ^Schulärzte. Dienstag den 8.: Dr. Hermann Kadi sch, Die österreichische Reichsidee. Eine historisch-soziale Betrachtung. Mittwoch den 9.: Dr. A. Kl em per er, lEine Amerikareise. (Mit Lichtbildern.) Donnerstag den 10.: Rabbinatskandidat Bela Fischer, Jehuda Halevys Al-Chasari. Freitag den 11.: Bibelvortrag, „..Wien.. Der Verein-jüdischer Hochschüler in Wien „Chejruth“ veranstaltet Samstag den 5. Februar •d. J. im Saale des zionistischen Zentralvereines (IX., Türkenstraße 9) um 7*8 Uhr abends einen Vortrag über die „Geschichte der jüdischen Arbeiterbewegung“ Referent Herr B. Boruchow. Regie-; beitrag 40 Heller. Wien. (T r a u e r f e i e r.) Der Bethausverein „Beth Hamidrasch Ohel Abraham“ veranstaltet Sonntag den 6. Februar d. J. 4 Uhr nachmittags in seinem Bethause, IX., Grüne Torgasse 28, anläßlich des am 16. jänner d. J. erfolgten Ablebens seines Begründers und langjährigen Obmannes, des Samuel Brunner, eine solenne Trauerfeier. Die Gedächtnisrede 1SDH hält Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner H. Schenk. Gäste herzlich willkommen 1 Wien. (Vortrag aus jüdischer Geschichte, Literatur und Kultur.) Donnerstag den 10. Februar 1910 präzise 7* 8 Uhr abends findet im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Vereines, I., Eschenibachgasse 9, ein Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Max Grunwald statt. Thema: „Altjüdische Frauenlektüre“. Mit Vorführung von Lichtbildern. Eintritt frei, ohne Karten. Wien. Der erste zionistische Frauenverein veranstaltet am 23. Februar 1910 um 7*8 Uhr abends im kleinen Musikvereinssaal einWohltätigkeits- ■k o n z e r t. Mitwirkende: Frau Winternitz-Dordai vom Raimund-Theater; Herr Rudolf Weinmann, Volinvirtuose; Herr Hugo Viktor Heermann von der Volks- •oper; Herr Julinez Wolfson, Kiaviervirtuose; Am Klavier Herr Kapellmeister Felix Günther. Karten erhältlich: Im kleinen Musikvereinssaal, bei Frau Dr. Kahn, VI., Neubaugasse 11, Telephon 6589; Frau Dr. Schnirer, XIX., Hauptstraße 36, Telephon 14373; Frau Norbert Rappaport, Rote Sterngasse 6, Telephon 21082; Kongreß-Bureau, IX., Türkenstraße 9; Cafe City, IX., Porzellangasse 1. Wien.(Hebräischer Konversationsklub „Ivriah“.) Samstag den 5. Februar 1910 um 7* 8 Uhr abends findet im Cafe Bramm er, IX., Liechtensteinstr. 1, eine Diskussion über die Frage: „Soll unser Klub eine neue Organisationsform erhalten und welche?“ :statt. Wien. (Neß Zionah.) Dienstag den 8. Februar 1910 findet um 8 Uhr abends im Klublokal Cafe Mokka, L, Schottenring 12, der zweite Vortrag Dr. Tartakowers über „Neuhebräische Literatur“ statt. Die Gg. werden um pünktliches Erscheinen gebeten. Gäste herzlich willkommen! Wien. (Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein.) Samstag den 12. Februar 1910, findet in den Kristallsälen, I., Aspernplatz (Cafe Kristall) ein großer Unterhaltungsabend mit anschliessendem Tanzikränzchen statt. Eine Reihe namhafter Künstler hat;ihre Mitwirkung bestimmt zugesagt und verspricht jOpispHfc ZPJWG. der Abend ein besonders gelungener $u werden. Karten ä 80 Heller sind inv Vorverkäufe zu haben: Vereiasfokal. 1L, Stefaniestr. 2; (Cafe Stefanie), Cafe ßrammer, lX.,'Liechtensteinstraße 1; (Jaife Neptun, XX., .Mathjldenplafz, weiters bei allen Vereinsmitr gliedern. Wien- Wie bereits mitgeteilt, veranstaltet der humanitäre Geselligkeitsvetem „Benei Zion“ Samstag den 5. d. M. im Festsaale des Hotel Guth, U., Stefaniestr. 14, sein erstes Gründungsfest unter gefälliger Mitwirkung folgender Knnstkräfte: Herr Eduard. Rosen (Mitglied des Johann Straußtheaters), Herr Michael Striks, (Mitglied der k. k. Hofoper), -Frl. Louise F i s c her (Wiener Soubrette), Frl. Martha Läufer (Klavier), Herr Rosenstein (Jüd. Theater); Herr Fritz W i e s e n t a 1 (Humorist) u. a. m. Die Festrede hält Herr Dr. Fritz Löhner (Beda). Musik der jüdischen Nationalkapelie Brüder W e g n e c. Beginn 9 Uhr abends. Einfache Kleidung Entree K 1.— im Vorverkauf, K 1.40 an der Abendkasse. Karten sind im Hotel Guth, Buchhandlung Schlesinger, I., Seitenstettengasse 5. Cafe Marienbrücke und bei allen Komiteemitgliedern erhältlich. Im Interesse des strebsamen Vereines wäre eine zahlreiche Beteiligung der Gesinnungsgenossen an diesem Feste sehr erwünscht. Berichte. Wien. (Vorlesung). Dienstag, den 25. Jänner a. c. hielt Schriftsteller Friedrich Porges im Vereine „Neß Zionah“ einen Vortragsabend ab. Porges las zwei treffliche Skizzen David Rotblums, von denen „Der Indian“ allgemeine Heiterkeit erregte, und eine geistreiche Prosaarbeit Dr. Marek Scheriags mit Verständniß und unverkennbarem, rezitatorischen Talent. Es folgten einige schöne Erzählungen aus der Feder des Vortragenden selbst und die empfindungsreiche Wiedergabe reizvoller Gedichte von Grete Wolf, Poesien von Theodor Zlocisti, Scherlag, Pinski und Rosenfeld. Zum Schlüsse las Porges eigene Gedichte, die dem Vortragenden reiche Beifallskundgebungen eintrugen. — n — Wien. (Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein.) Die Neuwahlen in den Ausschuß ergaben das folgende Resultat: Obmann: Dr. Karl Hahn, Obmannstellvertreter: Sal. B r a i n i n, 1. Schriftführer: Waith. Löwy, 2. Schriftführer: R.Glücksmann, I. Kassier: Adolf Schneider, 2. Kassier: David Pauker, Bibliothekarin: Frl. Schorr, Beisitzer: Ernst Kohnberger, M. Klingenberger, Elias Begleiter, Frl. Charl. R a k. Nationalfond-, Palästina-Arbeiterfond-Verwalter: Joachim Z i p k i n. Jeden Samstag um 8 Uhr abends im Cafe Stephanie, II. , Stephaniestraße 2, Vortrag mit Diskussion, zu welchem alle Interessenten eingeladen werden. Zuschriften sind an den „Allgemeinen jüd. Arbeiterverein, II., Stephaniestraße 2, zu richten. Wien. (Human. Geselligkeitsverein „Benei Z i o n“.) Dieser Verein entfaltet eine ziemlich rege Tätigkeit und hat u. a. den Zweck, die nationaljüdische, beziehungsweise zionistische Idee in jene Kreise zu tragen, die hauptsächlich oder ausschließlich durch gesellige Veranstaltungen dafür gewonnen werden können. Trotz des kurzen Bestandes hat der Verein bereits drei gut besuchte Abende veranstaltet, und zwar am 12. Dezember eine Chanukafeier (im Cafe City), bei welcher Herr phil. Gustav K o h n die Tendenzrede hielt und eine nachhaltige Wirkung damit erzielte. Am 8. Jänner fand im Saale „zum goldenen Widder“ ein größerer Unterhaltungsabend statt, der bei äußerst starkem Besuch einen günstigen Verlauf nahm. Besonders hervorzuheben sind die Gesangsvorträge des Herrn Kantor Grob, der in bekannt meisterhafter Weise jüdische Volkslieder zum Vortrag brachte. Beifälligst aufgenommen wurden ferner die Lieder des Herrn Kantor Fischer, der über einen kräftigen Tenor verfügt. Nachdem noch Herr Fischhof einige Piecen auf der Violine fiott gespielt hatte, folgte ein Tanzkränzchen. Hierauf fand im Cafe Sbrojavacca ein improvisierter Kommers statt, wobei auch des „Nationalfonds“ gedacht wurde. Am 30. v. M. hielt der Verein seine 2. Monatsversammlung ab, bei der Gg. Moses W a l d m a n n über den 9. Zionistenkongreß referierte. Die Ausführungen des Vortragenden waren nicht nur formvollendet, sondern auch inhaltlich äußerst interessant, die Darstellungsweise derart, daß sie selbst für Nichtzionisten leicht verständlich und fesselnd war. Der Redner erntete für sein Referat stürmischen Beifall und erregte in den Anwesenden den Wunsch, über ähnliche Themen öfter informiert zu werden. Nach Erledigung von Vereinsangelegenheiten wurde die Versammlung geschlossen. G. Wien. Am 26. Jänner I. J. fand im Hörsaale für Physiologie der k. und k. tierärztlichen Hochschule, die konstituierende Versammlung des „Ve reines jüdischerVeterinär-Mediziner“ statt. In die Vereinsieitung wurden gewählt: Obmann: vet. med. Ignaz Goldmann, Schriftführer: vet. med. Karl Katz, Kassier: vet. med. Othmar Lustig, Revisoren: cand. Josef Lampl, cand. Fritz Löw. Der Verein zählt 30 ordentliche Mitglieder. Wien. (Bar-Kochba, Prag.) Der Verein der jüdischen Hochschüler „Bar-Kochba“ in Prag beschloß einstimmig: Der Verein erklärt sich nach. Anhörung und Beratung des Referates seines Delegierten Professor Viktor Freund aus Teplitz mit dessen Seit« 7 Steiiuognahn)3 auf dem Kongreß in jeder Hinsicht vollkommen einverstanden und billigt diese Stellungnahme, mit weicher sich der Delegierte ja Uebereinstinuniing mit den Beschlüssen der westösterreichischen. Landsmannschaft befunden hat. Einei» gleichen Beschluß faßte der „Theodor Herzl spolek zidovskych afeademikü“, der mit dem Vereine „Bar-Kochba“ den IV. böhmischen Wahlkreis bildete. Wien. (Klub zionistischer Arbeiter.)» Am 30. Jänner 1910 fand die erste ordentliche Generalversammlung des Klub zionistischer .Arbeiter statt Die Ausschußwahlen ergaben: Obmann: Samuel Terner, l. Schriftführer: Ludwig Stark, II. Schriftführer: Adolf Bock, Kassier: Bernhard Distelfeld, Bibliothekar: Max Hirsch, Beisitzer: Wilhelm Einig. Zuschriften an Samuel Terner, Schriftsetzer, XVIII., Gentzgrsse 52/7. — Die Referate des veranstalteten Zyklus von zehn Vorträgen über den Zionismus wurden wie folgt zusammengestellt: J. Der Zionismus in der jüdischen Geschichte. 2. Die Lage des jüdischen Volkes. 3. Die Bedingungen für das jüdische Leben und der Antisemitismus. 4. Ein territoriales Zentrum in Palästina. 5- Die Geschichte des Zionismus. 6. Das Wesen des Zionismus. 7. Die Verwirklichung des Zionismus. 8. Zionismus und Fortschritt. 9. Die Strömungen im Zionismus und der Kongreß. 10. Die Pflichten eines Zionisten. Der erste Vortrag: „D e r Z i o n i smus in der jüdischen Geschichte“ findet Sonntag den 6. Februar 1.!., 2 Uhr nachmittags statt. Referent: Samuel Terner. Lokal: VIII., Langegasse 5-6, Tiefparterre, Tür 1. Stockerau. Sonntag den 30. Jänner 1910 erstattete der Delegierte des IV. i.-ö. Wahlkreises Dr. Robert Beer sein Referat über 'den tX. Kongreß. Das zahlreich anwesende Auditorium folgte mit größter Aufmerksamkeit den glänzenden Ausführungen des Redners und zollte ihm großen Beifall. Den Vorsitz führte der Vizepräsident des Vereines „Zion“, Stockerau-Korneuburg, Herr Josef Greipl. An den Vortrag schloß sich eine lebhafte Diskussion. Für den Nationalfond wurde gesammelt. Graz. (Jüd.-akad. Verbindung „Charitas“). Am 28. Jänner 1910 wurde Herr J. U. C. Viktor Reichert, i. a. B., zum Doktor beider Rechte promoviert. Pozsony. Am 16. Jänner hat Herr Samuel B e 11 e 1 h e i m, Mitglied des A.K., im Ahavat-Zion- Verein seinen Wählern Bericht erstattet. Nach den Ansprachen des Vizepräses K o m I ö s y und des Obmannes der „Makkabäa“ jur. Ludwig J ordän referierte Herr Bettelheim in einer 17»stündige Rede über den Kongreß. Die sachlichen Ausführungen des Redners haben allgemeinen Beifall gefunden. Budapest. Um die Vorgänge am IX. Kongreß und die Ergebnisse desselben in den breiten Massen des Volkes bekannt zu machen, veranstaltete das Budapester Zionistische D.-K. am 30. Januar im Prunksaale des Neuen Rathauses der Haupt- und Residenzstadt eine öffentliche Volksversammlung mit dem Programm: Der IX. Kongreß. Die Versammlung, welche den Riesensaal bis zum letzten Platz füllte, wurde von Herrn Dr. Leopold Osztern eröffnet, der die Wichtigkeit des Kongresses für alle Juden hervorhob. Ing. Armin B e r e g i schilderte in meisterhaften Bildern die Stimmung am Kongresse und erläuterte in äußerst präziser Weise die praktischen Ergebnisse, insbesondere das Oppenheimersche Projekt, weiches dahingeht, die Kolonisation auf siedlungsgenossenschaftiicher Basis vorzunehmen. Das Projekt und die einstimmige Annahme desselben beweist am besten, daß wir ein Kulturvolk sind, welches seit Jahrtausenden nicht aufhört, die Menschheit mit Kulturwerten zu beschenken. Das Publikum zollte dem populären Redner reichen Beifall. Ihm folgte Herr Redakteur Leopold L e b o w i t s c h, der sich hauptsächlich mit den Vorgängen am Kongresse befaßte und forderte jeden jüdischgesinnten Juden auf, dem Zionismus beizutreten (Beifall). Zuletzt sprach Herr Dr. Ludwig Dömeny, der sich mit den zionistischen Institutionen befaßte, die er in sehr treffender Weise mit der Arbeit der Juden in Ungarn verglich. Er erwähnte auch des Kompromisses, weiches zwischen dem Präsidium des jüdischen Nationalfondes und der Misrachi-Förderation auf friedlichem Wege zustandegekommen ist, wonach zu allen Unternehmungen des Nationalfondes, die eine kulturelle Frage berühren, das Gutachten der Misrachi eingeholt wird. Nach ihm ergriff Herr Franz Kassa i das Wort, um seiner Anerkennung der Delegierten gegenüber Ausdruck zu verleihen, und schlug folgende Resolution vor, die einstimmig angenommen wurde: „Die am 30. Jänner im Budapester Neuen Rathause tagende jüdische Volksversammlung spricht ihr volles Vertrauen dem E.A.C. aus und und ersucht das L.K. der Ungarländischen Zionistischen Organisation, ihr Vertrauensvotum dem AK. mitteilen zu wollen.“ Die Versammlung — die eine neue Etappe in der Budapester zionistischen Arbeit bedeutet — ging unter Absingen der „Hatikvah“ auseinander. Brünn. Die jüd.-akad. Verbindung „Ve r it as“ veranstaltete am 22. jänner auf ihrer Bude eine Versammlung, in weicher der Kongreß-Delegierte für Brünn, Herr Reich aus Wien, sein Referat über den IX. Kongreß erstattete. Nachdem Herr Reich die Berichterstattung der „liberalen“ Presse über