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Jüdisches Volksblatt · 1903-05-15 · 20 (15.5.1903) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
20 (15.5.1903)
Date
1903-05-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 20 Jüdisches Volksblatt 15. Mai 1003 Seite 3 Wien, Freitag zierung der Taufe forderte, „wie dies wiederholt verlangt wurde". Man hatte das Gefühl, daß hier etwas nicht in Ordnung sei, und daß Dr. Bloch nur im Wege einer Indiskretion zu dieser Nachricht gekommen sein kann. Dazu kam noch, daß eine andere, noch nicht getaufte Lehrerin, die auch die „Töchter der besten jüdischen Familien" zu ihren Schülerinnen zählt, sich durch diese ohne Namensnennung gebrachte Notiz getroffen fühlte und vom Kultusvorstande Genugtuung verlangte. Kein Mensch mit gesundem Verstand, der nicht zur Klique der in der Seitenstettengasse geaichten „besseren Familien" gehört, konnte es begreifen, worin sich eigentlich dieser Fall von den vielen anderen Abfällen unterscheidet und warum hier der Kultusvorstand eingreifen müßte, während er in vielen anderen Abfällen, irr denen es sich auch um die Söhne und Töchter der „besten jüdischen Familien" handelte, sich in tiefes Schweigen hüiUe, und in einem speziellen Falle, als wir den Abfall des Sohnes des KuUusbeamten V r u n publizierten, eine wahrhaftige Razzia auf den „Verräter" in Szene s e tz t e. Schon vor der Sitzung wurde dieser Fall pertraktiert und man einigte sich dahin, daß Herr kaiserlicher Rat H i r s ch eine diesbezügliche Interpellation einbringen und der Vizepräsident Herr Dr. Gustav K o h u dieselbe beantworten und hierbei Gelegenheit nehmen werde, die Lehrerin der „besten jüdischen Familien" zu rehabilitieren. Es ist ewig schade, daß die Beantwortung des Vizepräsidenten der Wiener Kultusgemeinde Herrn Doktor Gustav K o h n nicht von der gesamten Judenheit gehört wurde, damit sie es sich merke und darnach handle. Herr Dr. Gustav Kohn sagte folgendes: „Leider bestätigt es sich, daß der Abfall vom Judentum immer mehr um sich greife, aber es ist a u ch e r k l ä r l i ch, denn niemand ist zum Märtyrer g e b o r e n, u m s o e r k l ä r l i ch e r ist d i e s e E r s ch e i n u n g i n Berufsklasfen, in d e n e n m a n a l s I u d e nicht vorwärts k o m m e n kann..." Und könnt ihr es glauben, meine lieben Leser, daß der V.-zepräsident der Wiener Kultusgemeinde in öffentlicher Plenarsitzung eine solche Auffassung über das Judentum und ein Uebertrittler demselben propagieren durfte, ohne daß der Präsident ihn zur Ordnung rief und ohne daß sich auch nur ein einziger Kultusvorsteher gefunden hätte, der gegen eine solche Auffassung protestiert hätte? Merk' dirs Kultuswähler! Steht dir dein Judentum hinderlich im Wege und fühlst du nicht den Beruf eines Märtyrers in dir, so entrinne diesem Nebel, der Kultusvorstand wird dir einen ehrenden Nachruf widmen, hältst du's aber noch ein bis zwei Jahre aus und bleibst trotz dieser Anschauung des Kultusvorstandes bis zur nächsten Wahl noch Jude, so merk' dirs auch und handle wie ein — Jude. Dem weiteren Inhalte der Jnterpellationsbeantwortung entnehmen wir nur die eine Tatsache, daß ein Fräulein Helene Fränkl, IX., Porzellangaffe 45, aus dem Judentum ausgetreten sei. Während dieser peinlichen Szene boten der Gemeindefekretär kaiserlicher Rat Dr. Lieben und der Redakteur der „Oe. W." Dr. Bloch die komischesten Verlegenheitssiguren. Während man sich osfizietlerseits bemühte, die Sache so ^arzustellen, als wenn die „Oe. W." die Nachricht von privater Seite erhalten hätte, mußte Herr Dr. Lieben verlegen zugeben, daß Dr. Bloch die Nachricht im Sekretariate erfahren habe; auf der anderen Seite stand wieder Dr. Bloch, der, erschrocken über die Aufregung, die er gegen jeden Pauschalienusus hervorgerufen hat, jedem der Mächtigen zustammelte; „Ich bin unschuldig!" Endlich gelangte man zur Tagesordnung. Kaiserlicher Rat H i r s ch erstattete den Bericht über den Rechnungsabschluß, mit welchem wir uns noch in einem nächsten Artikel eingehend beschäftigen werden. Kaiserlicher Rat Kling er versicherte, daß das Vertreterkollegium in mehreren Sitzungen den Rechnungsabschluß „bis auf die Nieren" geprüft habe und daher eigentlich jede Debatte überflüssig sei. Wir stimmen dem Herrn Präsidenten zu, daß die Debatte, die daun erfolgte, wirklich vollständig überflüssig war und einem „auf die Nieren ginge". Herr Auspitz machte Buchungseinwendungen? Dr. Alfred Stern nahm wieder Gelegenheit, die Einschränkung der Wohltätigkeitsaktion der Kultusgemeinde zu empfehlen. Einen Sturm der Entrüstung rief eine Aeußerung des kaiserlichen Rates Wilhelm Pollak hervor, der gewünscht hat, daß den einzelnen Kultusvorstehern auch partielle Rechnungsabschlüsse über die Gemeindeteinpe! der einzelnen Bezirke zur Verfügung gestellt werden, aus welchen ersichtlich wäre, ob und inwieferne ein jeder Bezirk sich selbst zu erhalten imstande sei. Diese Anregung roch zu sehr nach Bezirksluft und Bezirksrechten, als daß die City dies ruhig hätte hinnehmen können. Es sielen auch alle redegewandten (der abwesende Ritter von T a u s s i g wurde bei dieser Gelegenheit stark vermißt) Vorsteher über den An- und Aufreger her und wie gewöhnlich bei unglücklichen Jnteressenehen, hörte man auch hier zwischen den Ehegatten, der City und den Bezirken, die bittersten Vorwürfe hin- und herfliegen. „Wir sind zu diesem Bündnisse gezwungen worden, es war wahrlich keine Liebesheirat, die wir mit Ihnen eingegangen", rief die City durch Baurat v. G o l d s ch in i d t, worauf der Bezirkter Rosner sehr richtig replizierte: „Wir haben die Verbindung ebenso wenig gewollt, wie Sie" und so ging es weiter; es war jammervoll köstlich. Rechnungsabschluß und Bilanz wurde natürlich einstimmig angenommen und dem Referenten der Dank votiert. Judenverfolgungen in Rnßlnnd. K i s ch e n e w im Mai 1903. Es sollen in I e k a t e r i n o s l a w Judenkrawalle und Plünderungen vorgekommen sein. Die jüdische Bevölkerung ist überzeugt, daß die Regierung selbst durch die besondere Polizei solche Exzesse ins Weck setzen läßt, um die stark entwickelte jüdisch-revolutionäre Arbeiterbewegung §u treffen, und das jüdische Bürgertum ist deshalb gegen den jüdischen Arbeiterbund äußerst aufgebracht. Das Verhalten des j ü d i s ch e n Arbeite rb und es zu diesen Ereignissen läßt sich am besten aus den in Zehntausenden von Exemplaren verbreiten Aufruf seines Zentralkomitees ersehen. In diesem heißt es unter anderem: Bei uns ins Rußland spielt die Regierung bei der nationalen Verhetzung und Verfolgung die Hauptrolle. Die mächtige Arbeiterbewegung, die Bauern- und Studentenunruhen, der revolutionäre Strom, der ganz Rußland überschwemmt, läßt den Absolutismus die Unsicherheit seiner Existenz fühlen. Außer Galgen, Gefängnis, Sibirien unb Dnrchpeitschung, benutzt die Regierung jede Gelegenheit, um eine Nation gegen die andere aufzuhetzen; die Russen gegen Polen, beide gegen Juden u. s. w. Die Polizei und Kosaken, die auf grausamste Art jede Kundgebung gegen die Kapitalisten und Regierung ungesäumt unterdrücken, hätten leicht einige hundert Judenplünderer bändigen können. (Kischenew hat 300 Polizisten, drei Regimenter Militär, drei Brigaden und ein Reseroebataillon.) Die Regierung hat es nichl getan, weil sie es nicht wollte, weil ihr mit solchen Judenhetzen nur Gefallen geschieht. Der jüdische „Volksfreund" jammert über das neue jüdische Unglück; der „Freund" ringt vor Verzweiflung die Hände; die jüdische „Volkszertrmg" empfiehlt uns, „uns stiller als Wasser, und niedriger als Gras" zu halten (russische Redensart). „Unser Arm ist zu schwach zum Streit, stark und schwer ist unser Schmerz", singt uns klangvoll ein zionistischer Poet. So können nur Sklaven denken, Menschen, die gelohnt sind, allerlei Gewalttaten geduldig üher sich ergehen zu lassen, die nicht au ihre eigene Kraft glauben und 'immer von Gott oder der Regierung Hilfe erwarten. Nicht so denken wir jüdischen Arbeiter. Der Kampf, den wir schon jahrelang führen, hat uns überzeugt, daß unsere Hilfe nur in uns selbst liegt. Unsere Einigkeit hat unsere Kräfte verstärkt; unsere Solidarität und Kampfbereitschaft, das eigene Recht zu schützen, schlägt unsere Feinde mit Schrecken. An der Kischenewer Metzelei hat eine unwissende, aufgehetzte Menge teilgenommen. Der verständige und klaffenbewußte Arbeiter ist unser Bruder und Kampfgenosse, welcher Nation er auch augehöre. Das K l a s s e u b e w u ß tse i n zu verbreiten, das ist das b est eMitte l, dem A n t i s e m i t i § nt u § in i t den Judenverfolgungen ein Ende zu m acheu. Wie sollen wir uns aber während der vorkommenden Judenexzeffe verhalten? Mit bewaffnetem Widerst a u d e m ü s s e n wir s o l ch e G e w a l ttaten beantworten, woher sie auch kommen. Wir dürfen nicht ein Versteck in den Kellern und den Dachkammern suchen, sondern offen, mit bewaffneter Hand müssen wir uns gegen die Mörder verteidigen. Die jüdische G e m e i n de von Kischenew hat an den Direktor des Polizeidepartements im Ministerium des Innern, Lopuchiu, der zur Untersuchung der schrecklichen Vorgänge, die sich während der russischen Osterfeiertage abgespielt haben, nach Kischenew gesendet worden ist, eine Denkschrift überreicht. Die Denkschrift führt aus, daß die Ursachen der Exzesse keineswegs in den Fällen wirtschaftlicher Ausbeutung der christlichen Bevölkerung zu suchen sind,. ans die bei derartigen Gelegenheiten gewöhnlich hingewiesen wird. Der Grund für die Schreckenstage ist vielmehr in dem Einstuffe der örtlichen Presse zu finden, deren einziger Vertreter die Zeitung „Beffarabetz" ist. Diese Zeitung besteht seit länger als fünf Jahren. Vom zweiten Jahrgange ihres Bestehens an begann dieses Blatt systematisch die Jndenhetze. Wir können Artikel ansühren, welche die Bedeutung einer Aufforderung zur vollständigen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung haben. Andere Zeitungen hat das Zentralzensurskomitee nicht genehmigen wollen, und so bekam die Bevölkerung tagaus tagein nur ein und dasselbe zn hören, nämlich: „Die Juden sind Feinde, die Juden sind schädlich, die Juden müssen vernichtee werden!" Die Denkschrift fährt fort: In solcher Stimmung nahte das Osterfest diesen Jahres, und das Gewitter wurde von der ganzen Bevölkerung ins Werk gesetzt. Man sprach davon offen und überall, es war auch kein Geheimnis für die Behörden, die selbst am 4. April den Magistrat anwiesen, in den Polizeikasernen eine größere Zahl von Bettstellen unterzubringen. Allein zum höchsten Erstaunen haben die Behörden nicht nur keine Vorbereitungsmaßregeln getroffen, sondern auch, als die Ereignisse schon eingetreten waren, keine Maßregeln getroffen, um zu verhindern, daß das Unheil solchen unerhörten Umfang annehme. Vor den Augen der höchsten und der niedrigen P o l i z e i o r g a n e fanden unglaubliche Exzesse mit Menschenopfern statt.Dadurch, daß sie selbst untätig blieben und das Militär in völliger Passivität hielten, haben sie den Pöbel ermutigt, der lediglich infolge dieser Passivität der Behörden schließlich zu Gewalttätigkeiten und Massenmorden der beispiellosesten Art übergangen ist. In ihren Angaben an den Staatsanwalt haben die durch die Gewalttaten betroffenen Juden auf Fälle hingewiesen, wo Polizisten und Polizei-Sergeanten selbst den Pöbel zu Ausschreitungen ermunterten durch Rufe: „Schlagt die Juden tot!" Die Juden aber, die sich zum Selbstschutze mit Stöcken bewaffnet hatten, wurden von der Polizei entwaffnet. Das Ergebnis dieser unerhörten Tage war: 45 Leichen, 80 Schwerverwundete, bis 500 Leichtverwundete, Totschläge, Vergewaltigungen von Erwachsenen und Kindern, alle Schreien der niedrigsten Zügellosigkeit. Unter diesen Umständen ist es nicht zu verwundern, daß manche der verhafteten Exzedenten erstaunt fragten: „Weshalb wurden wir verhaftet? Es ist doch erlaubt, die Juden zu erschlagen?" Es sind Fälle vorgekommen, wo die Plünderung bei einem und demselben Geschüftsmanne am Hellen Tage acht bis zwölf Stunden fortgesetzt worden war, und Hilfe kam nicht, obwohl sich die Betroffenen an alle möglichen Amtsstellen wendeten. Erst um 5 Uhr am Abend des 7. April, als das Militär zum Eingreifen berufen wurde, begann der Pöbel allmählich von seiner schrecklichen Arbeit abzulaffen. Angesichts dieser erschreckenden Ereignisse ist die Lage derart, daß absolut keine Bürgschaft für die persönliche Sicherheit vorhanden ist, und es ganz unmöglich erscheint, zur normalen friedlichen Beschäftigung zurückzukehren. Der VermögensveUust kann jetzt noch nicht berechnet werden, es ist aber sicher, daß er viele Millionen beträgt. Die Flammen der Exzesse und Plünderungen, die Kischenew in Brand steckten, haben sich auch schon auf die Provinz übertragen. Die Bevölkerung erwartet von Ew. Exzellenz Genugtuung und Beruhigung. Schutz der persönlichen Sicherheit und des Vermögens, Schon die bloße Ankunft Ew. Exzellenz in unserer Stadt gibt uns die Hoffnung, daß wirksame und entschiedene Maßregeln getroffen werden sollen. In Rostow am Don werden Judenverfolgungen befürchtet, wie sie sich in Kischenew ereignet haben. In Rußland sind wieder einmal gewissenlose Hetzer und Volksauswiegler in folgenschwerer Weise an der Arbeit. Nachrichten von einem neuen Judenm a s s a c r e in T i r a s p o l am Dnjester, einer Stadt von ungefähr 25.000 Einwohnern im Chersoner Gouvernement, werden mitgeteilt: Die fchreckensv'ollen Kischenewer Szenen sollen sich dort wiederholt haben, die Zahl der T o t e n s e h r b-e d e u t e n d sein. Nähere Details fehlen bisher. Gedenktage. Mai. 8. 1867t (n. 9.) wurden m Lemberg Juden erschlagen. 1800 st. Feibes Coden (Halacha berura). 1811 geb. zn Prag Abg. Jgn. Knranda. 9. 1572 st. Moses Beschitzi karäischer Schristst. 1775 geb. Moses Philippsohn (Uebcrs. d. 12 kl. Proph.). 1807 st. in Frankfurt Dr. Siegm. Stern, Mitstift, d. Berl. Nef.-Gen. 1802 geb. zn Glogau Prof. Sal. Munk. 10. 1682 iv. i. Lissabon Abr. Lopez Pereira und Js. de Fonseca verbrannt. 1831 st. in Königsberg M. S. Löwe, Maler und Kupferstecher. 11. 1823 st. in Wilna Ascher Ginzburg. 1854 st. in Berlin d. Philanthr. Sarah Leby. 12. 1320 st. in Basel d. Borst. Samuel b. Joseph. 1805 geb. in Zerkoiv Prof. Jul. Fürst. 1817 st. in Breslau Medizinalrat Sam. Breinersdors. 1858 st. in Leipzig Pros. Miner (bibl. Real-Lexikon). 1802 st. in Bamberg Rabb. S. W. Rosenfetd (Stund, d. Andacht). 13. 1728 st. in Padua Js. Chaj. Cantarini (Geg. d. Blntbesch.). 1799 st. in Breslau R. Jesaia, Berlin. 1872 st. in Oberdöbling d. Dichter Mor. Hartmann. 14. 1726 st. in Wilna Moses Darschan. 1864 st. in London M. H. Brehlan, ältest. Nepr. d. jüd.-engl. Litt. 1869 st. in Ainsterdam Gabr. Polak, Schnlborsteher. I j a r. 15. 1266 jo. in Sinzig die ganze jüd. Gemeinde in der Synagoge verbrannt. 17. 1793 in Prag Oberrabb. Ezechiel Landau. 18. 1572 st. in Krakau R. Moses Jssertes (Nemo). 20. 1288 Judenverfolgung in Trohes. 21. 1887 st. in Meran Wilh. KönigSwarter ans Fürth. 22. 1799 geb. zn Paris d. Kamp. Jac. Fromekal Halebh. 23. 1141 h. Einzug des Hasmonners Simon in die Akra. 1096 Verfolgung in Worms. 25. 1832 st. R. Jak. Liga (Lorbeerblatt) (Chaivak Daat). 27. 1820 geb. in Halberstadt Rabb. Dr. Jsr. Hildesheimer. 28. st. zu Raina der Prophet Samuel. 29. st. zu Summit (New-Jerseh) Mich. Heitprin a Pietrkow. Aus der Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Knltnsgeineinde in Wien vom 10. Mai 1003 unter dem Vorsitze des Präsidenten kais. Rat Klinger. Beginn der Sitzung 10 Uhr vormittags. Im Einlaufe werden betanntgegeben: Spenden: Legat des sel. Dr. Hermann Grünbanm zur Verteilung an Arme Kronen 2000. Von den Erben nach Frau Katharina Brüll, im Sinne eines Wunsches der Erblasserin, für das Altersbersorgnngshans K. 1000. Von der Firma Blum n. Popper für die armen, geplünderten Inden in Kischenew K. 200. Bon M. N. durch Herrn Vertreter Oberingenienr Edler v. Mises für die israelitische Armenanstalt K. 50; für die israelitische Versorgnngsanstalt K. 50. Von Herrn Donat stifserer als Kranzablösnngsspende für den sel. Herrn Hermann Pollack für die Chewra Kadischa K. 20; für den Handwerkerverein K. 20; für den Verein „Franenhort" K. 20. Von Herrn Alois Hofmaun für die Kinder des sei. Rnbin Ascher Brandes K. 10; für den MädchennnterstütznngSverein K. 20; für die geplünderten armen Inden in Kischenew K. 20.. . Von Frau Therese Kann zur Verteilung an Insassen der israelitischen Versorgnngsanstalt K'. 30. Von Frau Sarah p. Stern für die Kinderbewahranstalt K. 20. Von Herrn Dr. Leon Friedenthal für den Erhaltniigssonds der israelitischen Versorgnngsanstalt K. 20. Von Herrn Sigmund Kalifmaun und Herrn Lndlvig Albrecvt ein Fast, Wein (236 Liter) für die israelitische Versorgnngsanstalc. Den Spendern wird der Dank votiert. Im Einlaufe befindet sich.lveiters die Miiteilnng des KnratorinniS der Israelitisch --theologischen Lehranstalt in Wien, betreffend die am 23. April d. I. vorgenommenen Er-

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