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Jüdisches Volksblatt · 1903-01-02 · 1 (2.1.1903) · p. Seite 4

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
5 (1903)
Issue
1 (2.1.1903)
Date
1903-01-02
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 2. Jänner 19< 3 Nt. 1 Aus der Plenarsitzung des Kult»^Vorstandes am 20. Dezember 19CL, unter dem i*orfiW de» Präsidenten kaiserl. Rat Klinger. Beginn: 10'/. Uhr vormittags. Im Einlauf gelangt zur Verlesung eine Zuschrift des Herrn Hermann Weinberge»', in »velckier derselbe für seine Berufnng m den Beihausvorstand für die Bezirke 12—15 den Dank aussprickit. Eine Mitteilung deS Direktion des Israelitischen Spitals des Inhaltes, das; nach Fertigstellung aller den Betrieb des neuen Epitals-,Traktes betreffenden Vorarbeiten nunmehr mit der Belegung sämtlicher Sale der chirurgischen und der gynäkologischen Kranken-Abreilnng vorgegangen werde, wird zur Kenntnis genommen. Im Präsidial-Berichte gibt der Präsident bekannt, daß Herr- Isidor Gewirsch, welcher die Resignation ans sein Mandat als KulNtsvorsteher angezeigt hat. von diesem Entschlüsse trotz eindringlicher Vorstellungen abzugehen sich nicht bewegen lief;; es er (Zustimmung. ) Unter anderem wird beschlossen, von eitler Ersatzwahl derzeit abzuseben und das durch diesen Rücktritt erledigte Mandat in Verbindung mir den nächstfolgenden Neuwahlen in den Mltusvorstand zur Besetzung zu bringen. Nachdem der Vorsitzende der Versammlung einen eingehenden Bericht über die finanzielle Gebabrung des ablaufenden Jahres, auch im Vergleiche mir der des Vorjahres, erstattet bat, gibt er be tverde. SSerrrcre Zn Sp iralsnAgelegcnbeiten lvird genuis; dem Anträge des _er-Kollegiums beschlossen, die Stelle des Hilssarztes an der medizinischen Abteilung des Israelitischen Spitals, dessen Funktionen bisher von den Stipendisten des für das Spiral begründeten Moriz Freiherr von Königswarter'schen Stipendiums versehen werden. im Sinne der Besiirnmuitgen des neuen Spitals-Statutes, gesondert von der Stelle des Stipendisten, zur Verleihung zu bringen. lieber das Ansuchen des Primararztes der chirurgischen Abteilung des Israelitischen Svirals Herrn llniversitätsdozcnten Dr. Otto Zuckerkandl um Gestattung, im Gemeinde-Spitale klinische Vorrrags-Kurse für Aerzre abhalien zu dürfen, eirtwickelt sich eine cittgebende Debatte, an welcher sich beteiligen die Herren: Vertreter Dr. Marimilian Steiner, die Kultusvorsreher Dr. Josef Breuer, Chanukafestes erklärte. Mit der Absingung der BolkShymne Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald aus Hamburg im Leopold Dr. Markus Spitzer,. Hermann Elrbogen, Dr. Alfred Berger. Salomo»» Rosner, kaiserl. tllat Wilhelm Poltak, kaiserl Rat Jonas Weil. Obmann der Spirals-Kommission Wilhelm Kuifner, Vice- Präsident Dr. Gustav Kohn und Vertreter Theodor Ritter v. Taussig. Insbesondere legt der vom Präsidenten zur Versammlung geladene Spitals-Dirckror Herr k. k. Regiert,ngsrar Professor Dr. Oser in eingehender Weise den wissenschaftlichen Werl der in Rede stehenden Kurse dar und betont mit Hinweis auf den Umstand, wie sehr es für junge jüdische Aerzre wünschenswert erscheine, an solchen belehrenden Vorrrägen reilzunehmen. das; hierdurch die Bedeutung des Gemeindc-Spitales eine wesentliche Förderung erfahre. Entsprechend den Anträgen des Verrceicr-KollegiumS wird das Ansuchen des Primararztes Dr. Zuckerkandl bis auf Widerruf und unter Staruiernng bestimmter Kamelen bewilligt und hierbei in Zustimmung zu dem von Herrn Vertreter Theodor Ritter von Taussig gestellten Zusatzanirage beschlossen, das; über die Frequenz dieser Kurse dem Vorstande alljährlich zu berichten sei. Den Anträgen des Kuratoriums der M. L. Biedermann'scheu Waisenstiftung, wonach ans den Srifrungserträgnissen die Stipendisten im Jahre 1903 mit dem Gesamtbeträge von K. 0200 bercilt werden sollen, wird die Zustimmung erteilt, und ist die diesfalls erforderliche ftlfrnngsbehördliäie Genehmigung der k. k. n.-ö. Statthalrcrei cinzubolen. Ueber Referat und Antrag des Herrn Kultusvorstehers Dr. Alfred Berger wird dem Vereine „Adas; Iisroel" eine Erhöhung des demselben zngewiesenen --chäcbrgcbühren-Pauschales vorläufig' auf die Tauer von drei Monaten für den Fall belvilligt, das; die j Zahl der Schächter von drei auf vier erhöht werde, und dieselben' auch die Schcrima für die. zu errichtende Fleischbank des Vereines > guc Wahrung der untereren des orrlivdore» Judentums besorgen. 1 _ Ueber den von Herrn Vize-Präsidenten Landesschulrat Dr. I Gustav Kobn namens der Schul-Kommission und des Vertreter- ■ '^.o^AttUtns gestellten r Innag tv:rd die infolge des strengen Winters! dieses Jahres und der hierdurch vermehrten Not mir dem Betrage von K 3000 fl.'!, ergebende Ueverschreituug der für Beschuhung und Berlerdung armer Schulkinder vrälimiuicrren Budget Post Nachtraglick genehmigt. ^Ebenso n irb über Referat und Antrag des Herrn Vertreters ^Dr. Felir Katzau der israelitischen Arineuanstalr zu der ' ftw das >mlw 1002 budgerierlen Dotation behufs teilweise,' Leerung des voraussichtlichen Fehlbetrages der Gebahrnng dieses Iabres ein außerordentlicher Beitrag von K. 000o bewilligt.! . Herr Vertreter k. k.' Baurai Theodor Ritter von Goldschmidr' erstattet namens des Verirerer-Kolleginms das Referat über peri-I odi'che Unterstützungen im Jahre 10«>3. Hiernach sollen 297 Pe-' tenren. zumeist bejahrte, durch Alter oder Kränklichkeit crwcrbs-! unfähige Personen, mit Monars- oder Quarralsgaben im Gesamt-! betrage von rund Ke 41.700 bercilr werden. Die diesfälliqen Anträge werden angenommen. ' ' | Nach Erledigung von Personalien schließt der Präsident die' vctfcujig als letzte in diesem Verwaltungsjahre mit einer Ansprache! mrcm (»hinter i.Hnweis ans den anlästlich der Wahlen kürzlich er'' schwucn Tätigkeits-Bericht einen Rückblick ans die Wirksamkeit des! Vornandcs für nicht erforderlich erachtet, jedoch erklärt, nicht umhin lV;u beiden von ihm besonders hochgeschätzten .Herren -oiceprandenren und den Herren Vertretern für ihre lvahrhaik aufovternd znstiennende Tätigkeit, sowie dem gesamten Kultnsvorstande den warmnen ^ant ansznwrechen: ebenso gebühre dem wackeren Beamtenkorver. an denen Spitze Herrn 1. Sekretär kaiserl. Raki ^r. Lieben. dw vollne Anerkennung, und halte er sich der -Jintiin-' innm] des Vor,müdes gewiß, indem er dieses hiermit zum An-'-! kn-cke bringe; er erachte cs schließlich für seine Pflicht, der Tätigkeit der stiidiichstii Preise in anerkennender Weise zu gedenken. Herr! I crttetcr wbeodor Ritter von Taussig richtete' namens des Vor-1 staiwes n» Erlvideriing dieser Ansprache unter lebhaftem Beifall! der Venammlirng ^anlesworte an den Präsidenten., und gibt der Hoftumig Ausdruck, daß derselbe seine hervorragende Wirksamkeit feriterlnit noch lange Jahre dem Wühle dev Gemeinde widmen Schleiß der Sitzung: 2 Uhr nachmittags. Wien (Ottakring). Ter Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder des Ui. u„d 17. Bezirkes veranstaltete Sonntag den 28. Dezember um 4 Uhr nachmittags im Gemeindetenwel. 10. Bez., Hubergasse 8, eine Chanukafeier für die israel. Schuljugend des 10. und 17. Bezirkes. Der Tempel war äußerst zahlreich besucht. Nebst der Schuljugend waren erschienen der.stultusvor' eher S. Rosner, der Vorstand des Anefpeisungsvereins, der Ten'.rclvorstand, der Vorstand der Chewra-Kadischa, Vertreter anderer Vereine, die Herr« Neligionslehrer und rin zahlreiches distin gierteS Publikum. Nach dem choralischcn Vortrag des LberkantorS Don Fuchs hielt Se. Ehrwürden Herr Tr. Max Bach eine ergreifende Ansprache an die Schuljugend, worin er derselben die Bedeutung des schloß die erhebende Feier. Rach der Feier im Tempel wurden 80 Kinder im Restaurant Müller mit einem frugalen Nachtmahle befchenkt. Der Verein zur AuSspeifung armer israelitischer Schulkinder des 10. und 17. Bezirkes, der fo segensreich wirkt, verdient allenthalben der besonderen Unterstützung. Wien. (I »dis ch c r V e r e i n j u g e n d l i ch c r Arbeiter.) Die am 28. Dezember d. I. im Cafe „Neptun", 20. Bez., Malhildenplatz 7, statrgehabte Makkabäerfeier dieses Vereines nahm einen glänzenden Verlauf. Das reichhaltige, gewählte Programm erhielt die Gäste in bester Stimmung mkd ungeteilter Aufmerksamkeit. Nach der Begrüßung dlirch den Obmann des Festkomitees lrnirden vom Herrn Kantor Groß die Chanukalichter angezündet. Hierauf hielt Herr Dr. Max Bernhardt eine formvollendete Festrede, worin er die Zeiten der Makkabäer mit der Gegenwart verglich und zu eifriger Propaganda für die jüdischnationale Idee aufsorderte. Der ausgezeichneten Festrede folgte langanbalrender ungeteilter Beifall. Herr Wilhelm G o l d b a u m entzückte durch sein tiefempfundenes Klavierspiel. In Fräulein Regine I e l l i n e k lernten wir eine reizende Interpretin heilerer Lieder kennen. Der jugendliche Virtuose Berthold Salandcr gab auf der Violine bedeutende Proben eines vielversprechenden Talentes. Lebhaften Beifall erhielt Herr Kantor Groß nach dem Vonrage eines bekannten Nationalliedes. Herr Richard G r o tz - mann (Mitglied des Jantsch-Theaters) hatte mit seinen launigen Deklamationen und heiteren Gesangsvorträgcn einen sehr schönen Erfolg. Die Klavierbegleitung besorgte in diskreter Weise Herr Wilhelm G o l d b a u m. Zum Schluffe — last not least — verdient Herr Wilhelm O n a r t n e r genannt zu werden, welcher in gewohnt vorzüglicher Weise ausschließlich Tendenzgedichte von Bialik» Boruchowilsch, Arünau und Morris Rosenfeld zum Vortrage brachte und stürmisch akklamiert wurde. — Unter den anwesenden Gästel, befandet, sich die Vertreter aller jüdischen Arbeitervereine in Wien, weiters der Vizepräsident des Indischen Bolksvereines Herr Hermann P l a s ch k e s samt Familie, Vertreter des Vereines zionistischer Hochschüler, Herr Oberkantor Bela O c st e r r e i ch e r. die Schriftsteller L o u b e tz k h und S i l b c r b n s ch und andere mehr. Leider erwiesen sich die Lokalirätcn des Eafe „Neptun" für diese Feier als viel zu klein, so daß Späterkommeude keinen Platz fanden. Herr Casetier Jakob Fritz, Besitzer des Cafe „Neptun", spendete! Feier das Nationalbewußtfeiu der Jugend gehoben habe und fchilstädter Tempel am Freitag den 9. Jänner beim Abendgottesdienste, der um 4 Uhr 30 Min. beginnt, die Predigt und Samstag den 10. Jänner im Stadttempel bei dem um 3 Uhr stattfindendeti GotteSdicltste für Mittelschüler die Exhorte. Gründungsfest. Der humanitäre Geselligkaitsrmd Unterstützungsverein der Privatbeamten in der Großmarkthalle und St. Marx, „Eintracht", veranstaltete am 20. Dezember ein Grülidungsfest mit Vorträgen unb Tanz. — Der Abend, welcher sehr stark besuch tvar, wurde von einem eleganten Publikum ausgezeichnet und verlief sehr animiert. Auster dem Prolog des Obmannes des Vereines, Hern, A. A l t, fanden die Vorträge in Violin, Gesang rmd Klavier der sechs Geschwister Schwarz, geleitet von deren ältestem Bruder, Herrn Bernhard S ch >v a z. die zrun erstenmale vor die Ocffentlichkeit traten, den lebhaftesten Beifall, und wurden durch Blumen und einen Lorbeerkranz ausgezeichnet. Ten Eltern der Kinder, Herrn und Frau I. Schwarz, Obmann des Ob. Weitzgärber-Tempelvereines, wurde für den schönen Erfolg der Kinder allseits gratuliert. Um das Gelingen des Abends hatten sich die Herren L ü w i n g e r Fuchs, Mosberg, T o d e l und Popper bemüht. I ü d i s ch e S B i l d ,» n g S h e i m. Im jüdischen Bildungsheim, 14. Bez., Tcnglergassr 2, 1. Stock, werden im Monate Jänner 1003 folgende Bortrüge abgehalteu werden: Am 0.: R. Groß: „Bilder aus dem Leben der galizischen Juden". Am 13.: Rev. Hechler: „Reise nach Palästina". Am 20.: Tr. L. Werner: „Transportrecht". Am 27. Konzert. Eintritt frei. Kein Trinkzwang. Anfang 8 Nhr abends. Ende halb 10 Uhr. Jüdischer Verein jugendlicher Arbeiter (Zentrale). Sonn rag den 4. Jänner d. I. im Kongreßbnreau, 0. Bez.» Türkenstraste 9, Vcreinsabend mit Vortrag vom Kollegen Jakob Gelbtu ch über: „Heinrich Heine und seine Beziehungen zum Iudoniiim". Hierauf Rezitationen des Kollegen Gotthard M o r g e n st e r n. Beginn präzise halb 0 Uhr abends. Gäste willkommen. W r. - N e u st a d t. (Makkabäer-Feier.) Ter humanitäre OlesclligkeitSverein „Eintracht", der es sich zur Aufgabe gestellt, in wahrhaft humanitärer und geselliger Weise zu wirken, hat wieder einen schönen Erfolg aufzuweisen. SamStag den 27. ds. vereinigte sich eine iüustre lüefellschaft im hiesigen Kasiriofaale zu einer wahren nationalen Makkabäer-Feier. Rach dem Eröffnungschor, den die orefangfektion dieses Vereines in exakter Weife vortrug, begrüsttr der Obmann Herr A. Weiß die zahlreich erschienenen (Oäste und lud zum Schluß Herrn Rcligionslehrcr Landau ein, die Festrede zu halten. Herr Landau dankte zunächst dem Vereine, der durch diese eine Flasche Champagner, welche zugunsten der Ortsgruppe amerika nisch versteigert wurde. Der Inrbazir wies einige sehr^ hübsche Treffer auf und lvaren die vorhandenen Lose Dank der Geschicklichkeit der Verkäuferinnen sehr rascli vergriffen. Um das Zustandekommen dieser gelungenen Veranslalmng haben sich insbesondere, Fräulein Camilla G o l d n e r. Herr Moriz I e l l i n e k sowie Herr! Cafeliec Fritz durch die kostenlose Ueberlassung des Saales die, grössten Verdienste erworben. V. G. Wien. Ter Lcopoldstädter Franen-Wohltärigkeits-Verein hielt am 2». Dezember anläßlich des Channkafestes eine Vereins- Versammlung ab, die sich zahlreichen Besuches seitens der Mitglieder und Förderer des Vereines erfrvtitc. und die der Prachrsaal des Hotel Continental kaum zu fassen vermochte. Den Glanzpunkt des Abends bildeten Liedcworträge des Herrn Ober-Kanrors Bela Gut: mann, die rauschenden Applaus fanden. Wien. Die Channka-Feier im israelitischen Versorgungs- Hause im 0. Bezirk, Seegasse, wurde mit einem feierlichen Gottesdienste cingeleitct, an dem sich die Hausinsassen vollzählig beteiligten. Auch mehrere Vertreter des Knltnövorstaitdes ivohnten derselben bei. Ober-Kantor Bela (üuttmann mit dem Chorpersonale des Seitenstetten-Tempels erekuticrte den choralen Teil, während der k. k. Religionsprofessor Dr. Heinrich PoIlak die Fcswredigl hielt, in der er ans die Historie des Channkafestes!n!'.^ wies und den Hansinsasselt in Erinnerung brachte, der Vorseliüng sich dankbar zu erweisen dafür, dts; cs ihnen möglich gmnachr wurde, der: Lebensabend in einem behäbigen Heim, frei vom Kampfe ums Dasein, zu verbringen. Allgemeiner jüdischer Arbeiterverein. Sonntag den 27. Dezember fand im Hotel Central die Makkabäer-Feier des Allgemeinen jüdischen Arbeitervereines starr, welche einen sehr zahlreichen Besuch harre. Nach Eröffnung durch den Vizepräsidenten Brvd rrmrden die Chanukalichter durch deit Lberkanror Clemens ans Mähr.-Ostrin angezündet, tvoranf der Festredner, Herr Ingenieur Fried in sehr dcrte dann in ausführlicher Weise das Wesen und die Cleschichte der Feier, die den Beweis erbringe, daß die Einigkeit dem Volke Kraft und Macht verleihe. Er schloß seinen mit lantem Beifall aufgenommencn Vortrag mit den Worten des NationalliedeS: Tu Jude darfst nicht Sklave sein, Tn hattest Makkabäer. Tie süße Freiheit, die sei dein, Nichts fei, mein Volk, dir teuer. Herr Landau zündete darauf unter Churbegleitung die freundlichen Kerzchen an, worauf das „Moaus zur" vom Chor in feierlicher Weise gesungen wurde. Mit einem TanzkrÜuzchen, an dem sich dir tanzlustige Jugend bis zum frühen Morgen beteiligte, schloß di« erhebende Feier. In lobender Weise wäre noch der Vorträge Enoöbnung zu tun, mit dene„ Herr Älechaniker I. Weiß und der «chanspielcr des hiesigen Stadttheaters, Herr Fürst die Tanzpausen aussülltrn. Das Reinerträgins der Feier ist für die cholerakranken Glaudensbrüder im heiligen Lande bestimmt. Positive Arbeit. Aui 0. Immer findet in Prag im •2aale der Produktenbörse der Gemeindetaq des (stemeindebunded der Israelitischen Mltltitsfleineiiifccn Böhmens statt. Herr Inline. Bmidn, >tultusvorste.her in Horowit;, Hütte sich in it dem Vizepräsidenten De* Bundes., Herm Dr. Bloritz Lichlenstern, der zugleich! Präses der Landechudez»- schicisw-Bepräsentan; ist, ins Einvernehmen gesetzt, nnd es wurden nun yiv obligaten Beralimft mich diejenigen >kultusstemeinden peladm, welche bis jetzt nicht im Bunde waren. Der Proponent Hai diejenigen Herren, weiche mit den Leistlingen des Blindes nicht einverstanden lvaren, ,;u zu Herzen sprechenden Worten die Bedeutung des Chnnntnsest.'S j einer Porberatmns, rmd .Mir an demselben Tage, d. i. am erläuterte. Seine Ausführungen, lvelche die hervorragenden Taten unserer Vorfahren zum?lusdruck brachten, wurden mit stürmischem Beifall ausgenommen. Hernach wurde ein Vortragsabend veranstaltet. der sehr gute .Kräfte aufwies und dann wurde dnu Tanzvergnügen Rechnung getragen, welches bis 4 Uhr morgens dauerte. Als Gäste ivaren sämtliche Studenten-Vrrbindungen, der Vizepräsident des Jüdischen Volksvcreines, der Obmann des Vereines .'sion im 2. Bezirk und eine Abordnung dec jüdischeil jugendlichen Arbeiter aitlveseud. Wien. Die Jüdische T o h n b e e - H a l l c hatte am ersten Cbanuta Abende ein Fest veranstaltet, das de» zahlreich anlvesenden Besllchcrn noch lange in freudiger Erinnerung bleiben tvird. Ober- Kantor Don F n ch s und das gesamte C'horpersonale mit dem Dirigcnteit Port h tnigcn wesentlich zur Erhöhung der festlichen Srimnning bei dtirch die Exekutierung des Segensspruches beim 'jüiiden des Charnlka-Lichtes nnd mehrerer ritueller Choräle, denen allen reichlicher, ungeteilter Beifall folgte. Niit Spaitnnng wurde der formvollendete Vortrag des Toynbec-Hallen-Borstandsmitgliedes Dr. Leopold K a h n verfolgt, der hierfür stürmischen Applaus erntete. Wien. (W o ch e n - P r o g r a m m der Jüdischen T o p n b c e - H a l l e", 20. Bez., Karajangasse 2t).) Sonntag den 4. Januar: Dr. Hermann Kadisch: „Moderne Bestrebungen im Sozialismus". Montag den n>. Januar: Tr. Josef Jerusalem: „Oeslcrreichisches Staatsrccht" 2. Dienstag den 0. Januar: Prof. Dr. Leon Kellner: Shakespeares „Hamlet" 1. Mittwoch den 7. Ia.itnar: Tr. I. W. Frieser: „Bekämpfung der Tuberkulose als Volkskrankheit". Donnerstag den 8. Januar: Martili Buber: „Vorlesung ans dem Jüdischen Almauach". Freitag den!>. Januar: <ß. M. Mehrer: Bibel, Erklärtmg der Sidra. Samstag den 10. Januar: .Konzert (Oberkalitor Jakob Schleifer und 1. Wiener Männergesangsverein „Zion"). — Aumeldnngen zu Vorträgen beliebe man zu richten au Dr. I. Tadgcr. i>. Bezirk, Liechkensteinskraste 10. Das .Kreditinstitut für jüdische Gewerbetreibende unj, Beamte hat sein Bureau von 2/3, Leopoldsgasie 49, nach 2/1, (Kr o ß e M o h r e n g n f s e 25, verlegt. Probrpredigien. Herr Rabbiner Dr. Armand Kaminka hält Freitag den 2. Iäultcr 190'; bei dem Abendgottesdienste^ der um 4 Uhr 30 Min. beginnt, im Leopoldstädter Tempel, Tenrpclgasse, die Predigt und am Samstag den 3. Iäniler 1903 bei dein um 3 Uhr stattfindcnden Iilgendgottesdienste im Stadttempel, 1. Bez., Seitenstetlengasse, die Erhorre vor den Mittelschüler». Nächste Woche lstilt i>. Iöimor lim Uhr fnih, im Hotel Bristol zusammenberufen und ,yi diesem Zwecke ein vorqeartzeitetes (ilabairt an alle Kliltiisqeiiieindoii Böhmens versandt. Nach dem (^enieindetage, d. i. ain <>. Jänner nachmittags, findet die weitere Beratung bei! .Herren .Kliltusiwilleher im Aiotel Bristol statt, zu welcher glich die Herren Rabbiner und klteligionslehrer, sowie olle Ireunde, denen die l^emeinsamkeit des Iildentlims am Herzen liegt, eingeladen iverden. Prag. Die deutschen Studenten jüdischer Konfession oder di>f jüdischen Snideilten mit deutscher Muttersprache — so bocr so — dürfen Gott behüte nicht so benannt werdell. Am wenigsten aber: „D e u 1 s ch e Studenten jüdisch e r N a - t i o n a l i t ä t". Sclischfchrecklich für diese Herren Kohns, Lewits, Lewituse nnd Abelese - sie, die in ihrer Brust sich als die reinsten Arier fühlen, haben bei einer passenden Gelegenheit bewiese»!, das; sie wirklich nicht Inden si»ld »md i»icht Juden sein sollen. D«rtz sie es doch fiild, kann die Inden nicht freuen, am »venigste», jedoch derer» jüdische Mütter »md Väter. A>» einem schönen Abend hatte sich unter vieler» ordentlichen (tzästen ein Häuslein deutsch-jüdischer Stndenten gesammelt, die in einer Ecke, die »»leisten mit grinsendhöhnisch-lächelitder Miene, einen ernste»» Vortrag über unsere Vorfahren mit anhören wollten. Mitanhören? Nein, das weniger, ihre Mienen, ihr geblickter, scher» dreinschaiiender Blick, ja ihre Hintermänner letzter Sorte hätten den Klarsehenden überzerlgen muffm, das; diese Herren das rncrktviirdigc Bild unseres heutigen »»ichi fei»» ivolleriden IiidcntnlnS sind. Ind mag er nicht sein, Christ taim ec nicht »verdei». wie denn auch^ — Tie Lewitci»? — Die Kohanim? — ■ Bei diesen Assimilaiiten hat sich norfi immer nicht das Aeustere geändert. Die Nase, der aekri'iminte Rücken sii»d Erdteile nicht genrlg klarseliender Eltern, ß e trotz aller jiidriifeindlichen Theorie dieses Erbteil den Kindern mU vererbten. Ob die wirtlich jüdischen Mütter nnd Väter diesei» verirrten, kurzsichtigen Ki»,- dern einit den Star stechen werde»», ob diese gemütskranke»,, jungen Iiideninensrhen in ernster Zeit begreife«» werden, wie sie mir Blindheit geschlagen waren‘t Wir wollen es hoffen! Fdnob. Prag. (Todesfall.) An» 23. p. M. ist in Prag iilfolge eines Herzschlages einer der bekanntesten Aerzte Prags, Herr Dr. Isidor H e r r n h e i s e r, Dozent für Angenhe!«.künde an der deut-

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