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Jüdisches Volksblatt · 1902-11-07 · 45 (7.11.1902) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
4 (1902)
Issue
45 (7.11.1902)
Date
1902-11-07
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 45 Wien, Freitag Jüdisches Volksblatt 7. November 1902 Seite 3 führt, einen halben Tag zu opfern. Wenn die Kukusgemeinde es mit ihrer Pflicht ernst nehmen ititfr den ganzen Wahlakt nicht als althergebrachtes notwendiges liebet anseh en würde, wenn sie andererseits nicht die begründete Angst hätte, daß eine ausgiebige und vollständige Oeffentlichkeilt. der Wahlvorbereitungen eine regere Wahlbeteiligung und dadurch den Einzug demokratischer, wirklich volkstümlicher Elemente in die Kultusratsstube zur Folge haben« könnte: dann hätte sie sich nicht begnügt, die bekannte Kundmachung so „unter dev Hand" in den« Tempeln zu affichieven, sie hätte sie vielmehr t n d e r Presse der e i> n z e l n e n Parteien publi - ziert, s i e h ä t t e d i e W> ä h l e r l i st e säintl i ch e n .P a r t e i e n it tt b B e t h a u s v e r e i n e n rechtzeitig zur V e r f ü g u n g g ei stellt, hätte endlich! in den e i n z e l n e u! Bezirken R e k l a m a t i o n s b u r e a ux errichtet, damit auch der miin dcrb cmittelte Steu e r - z a h l e r s i ch s e i n e s W a h l r e ch t e s o h n e Zeitverlust u n d V e r d i e n st e n t g a n g v e r g e wisse r n u n d a u ch a u s ü b e n k ö n n e. Aber, wie gesagt, sobald die Besiegter: die Nolle der Machthaber spielen, sind sie nicht besser als die Christlich- Sozialen, wo sie ain Ruder sind. Geradezu komisch wirkt die Verfügung der Duttusgemeinde, daß die Wählerl i st e n n a ch A b lauf d c r Rekla nt a tions - frist d e n Wählern z u g e s ch i ck t werde n. Zu welchem Zwecke? Doch nicht, um denselben Kandidaten für die Wahl zu entnehmen? Die Zusendung der Wählerliste an die GenteindemitglLeder hätte nur dann einet: Sinn, wenn sie zu einer Zeit erfolgen würde, wo jeder Wähler seine eventuelle Auslassung! richtig!st!ellen könnte. So aber ist das ganze eine unnütze Spesenmacherei und überdies eine Frozzelei der Steuerträger. Die Machthaber der Ktlltusgemcinde sind aber im Irrtum, wenn sie annehmen, daß sich das jüdische Volk eine solche Mißachtung seiner Rechte länger wird gefallen lassen. Wir werdet: diesmal an der Hand der Wählerliste den Beweis erbringen dafür, wie die Wählerliste „gemacht" wurde und wie berechtigt die Angst der Herren war, daß diese Mache rechtzeitig entdeckt werden könnte. Das jüdische Volk wird nicht eher ruhen, bis es die Kultusgemeinde erobert und dort denjenigen Einfluß erzwungen haben wird, dev ihm kraft seiner materiellen Opfer und seines numerischen Uebergewichtes zusteht, aber bis jetzt vorenthalten wurde. Der Kultusvorstand und die diversen Helfershelfer der Majorität begnügen sich aber nicht mit der Beeinflussung der Wahl in der oben beschriebene:: Form, die ihnen ihre heutige Machtvollkommenheit. möglich macht, sondern fühlen plötzlich das Bedürfttis, vor den Wahlen auch unter die! Wähler zu gehen. Sie haben, wie ein Gerücht besagt, mn jüngsten Donnerstag in einer Besprechung der bevorstehenden Kultuswahlei: beschlossen, ein Zentralkomitee (schon der Nan:e ist beriiichstigt) einzuschcn und sollen — diesen: Gerüchte zufolge — die Herren Maximilian P a :t l- Schiff, Dr. F i a l a und Dr. E n g e l (Mariahilf) in das Präsidimn dieses Komitees gewählt worden sein. Alle diese drei Herren — zumindest was die zwei ersten betrifft — tragen eine bestimmte K'ouleur. Wir haben gute Gründe, anzunehmen, daß speziell Paul-Schiff nicht im Kiomitee sitzen wird. In! derselben „Besprechung" wurde auch beschlossen, im Laufe der nächsten Woche eine „offizielle Wählerversammlung" zu veranstalten, und wir sind begierig zu wissen, wer von den gewählten Kultusvorstehern, sich, herablassen wird, dort zu erscheinen, und wie sie ihr unftidifches, bei: Interessen des jüdischen Volkes zuwiderstrebendes Benehmen rechtfertigen werden. Alle gutgesimtten Juden aber werden, d e m t n d e n n ä ch st e n T a g et: erscheine tt d e n P r o g r a n: m e d e r v e. r e >i> n i g - k e n j ü d i s ch - n a t i o n a l e n P! artete tt fo: - g c n d , bei der Wahl ihre Unzufriedenheit mit der jetzige!: Kulürswirtschafi öffentlich dokumentieren, indem sie zahlreich zur Urite gehen und ihre Stimme fiir die Kandidaten der vereinigten jüdisch-natianalen Parteien abgebet: werden. Lemberger Srief. (Orig.-Korr. d. '„I. V.") ('Eröffn««!! des jüdische« Ncligionslesirer-Seinittttrs. Erwnchcn des nativnalen Geistes. „Schomer Israel". Tag der nalinnalen Stttdcntenschaft. Protest der Antinniionale«. Rnbe« Brandes.) Und es regt sich doch. Ueberall spürt «tan in unserer alten Assinrilationsgeineinde das Erwachen des nationalen Gedankens. Vergebens rief der Präsident der Lemberger Kultusgenieinde bei der Eröffnung des Seminars den versammelten 23 Hörern zu: „Seid gute Juden, gute Polen und gute Bürger des Staates." Allein diese Worte, welche einst Verzückung in der assimilatorischen Gesellschaft hervorgerufen hätten, erlviesen sich als entseelter Auachronisums. Die Sentinaristen haben längst das.Lager der Polen mosaischer Konfession «erlassen und unterdrückten bei diesen Worten anstandshalber ein mitleidiges Lächeln- Sie unterdrückten aber auch, ebenso Ivie ihre Lehrer Dr. Karo, Dr. Guttmaun und Dr. Hauser, ein Wort der Erlviderung. Vergebliche Liebesmühe und vergebliche Arbeit, die Dr. Byk für die Polen aufweudet. Der Anschlag, unser Volk dem Moloch des polnischen Chauvinismus zu opfern, lvird an der Festigkeit des Charakters der jungen Hörer zerschellen, die fast dnrchgehendö für die Idee des Zionismus und Nationalismus gewonnen sind. Einen starken Vorstoß führte unsere Jugend durch die Begründung des Vereines „A ch lv a", eines Vereines zu gemeinschaftlicher, sozialer Arbeit und Förderung der jüdischen Handlungsbeflissenen und jugendlichen Arbeiter. Dieser Verein setzt der assinülatorisch-sozialdemokratischeu Wühlarbeit eine« Da«:«: und führt die Jugend zur jüdischen Gemeinschaft. Es traten in den Verein in der konstituierenden Sitzung zirka 100 Mitglieder. Von weittragenderer Bedeutung erscheint uns der Lemberger jüdische Studententag, der am 19. v. M., von 3 Uhr nachmittags bis 0 Uhr morgens, tagte und dessen Haltung der polnischen Journalistik Stoff genug zum Nachdenken gab. Wir wollen uns wegen Raummangels nicht mit den Einzelheiten befassen und nur die hauptsächlichsten Ergebnisse mitteilen. Die jüdische Studentenschaft teilt sich in Zionisten strengster Observanz, Jüdisch-Nationale, Sozialisten und polnische Assimilanten. Sie sind in drei Vereinigungen organisiert und zwar: Verein „Ognisko", schlagende Verbindung „Emunah" (zionistisch) und Rigorosanten-Vereiu (früher assimilatorisch, jetzt unter dem Präsidium des Zionisten Löwenherz, de«: die Errichtung der Toynbec-Halle zu verdanken ist). Der „Ognisko", an dessen Wiege die assimilatorische« Engel ihr Hallelujah austimmtcn, steht heute unter der Leitung des begabten Juristen Leo Reich, die „Emunah", seit ihrer Gründung zionistisch, unter der Leitung von David Hescheles. Diese Tatsachen zeigen den gewaltigen Umschwung, der sich in den Kreisen der jüdischen Studentenschaft vollzogen hat. Zum näheren Verständnis sei nachgetragen, daß schon in den Vorjahren Studententage abgehalten wurden, die einen Ausschuß einsetzten, dem die Repräsentation der jüdischen Studentenschaft obliegt. Bemerkenswert ist die Ruhe und die politische Selbstständigkeit der nationalen Studenten, die den Mut hatten, in dem Streite zwischen den Rutheneu und Polen, sich auf die Seite der Ruthencn zu stellen. An dem Studententage übernahm stud. jur. Leo Reich die Motivierung des Antrages, der Lemberger Senat möge die jüdische Ration anerkennen. Schon der Studcutentag von 1890 hat eine Petition in diesem Sinne abgcsendet. Bis jetzt' stehen nämlich dieselben Polen, welche nicht genug über die Unterdrückung ihrer Nation in Rußland und Preußen jammern können, auf dem Standpunkte, daß sie den jüdischen Stubcitteu u i ch t gestatten, die Rubrik: „Nationalität" mit dem Wort „Jüdisch" auszufüllcn. Die jüdischen Studenten sind gezwungen, sich — als R utheue n zu deklarieren, um so gegen das verhaßte Talmi-Polentum zu demonstrieren. So sind die diesbezüglichen Meldungen der Wiener Tagesblätter 31t verstehen. Die Resolution Reicht wurde mit Beifall angenommen. Ich will noch in kurzem auf die Gegendemonstration der siudisch-assimilatorischeu Jugend reflektieren. Dieselbe hielt eine Protestversammlung ab. Es wohnten ihr bei die Doktoren Lilien, Ruf und Goldman«. Präsidiert wurde sie von Herrn Bigleisen. Die Tagesordnung war: 1. Pflichten und Rechte der polnischen Jugend mosaischer Konfession. 2. Resolution. 3. Verhältnis der polnischen Jugend mosaischer Konfession zu den Polen. Wir wollen das Gewäsch der einzelnen Referenten mit Stillschweigen übergehen und nur darauf Hinweisen, daß sich der Korreferent Kahane durch giftige Verleumdungen des Judentums auszeichnete, die von dem anwesenden Sozialisten Buber zurückgewiesen wurden. Sonst ioaren die Herren unter sich und niemand störte sie in dem eifrigen Bemühen, die Stiefel derselben Polen zu küssen, die sie mit Fußtritten traktieren, wenn der Jude eine Stelle in der Landesbeamtenschaft verlangt. Die Debatte bewegte sich, außer in eifriger Liebedienerei, in Verwahrungen, als ob das Auftreten der jungen Herrchen nur von der Sehnsucht nach Protektion diktiert wäre. Nun, darüber möge sich jeder seilte Meinung bilden. In einer an: 1ds. abgehalteneit Vollversammlung der zionistischen Vereine, Schomer Israel, Konservativen und fortschrittlichen Juden wurde beschlossen: 1. Eine Vereinigung aller galizischeit jüdischen Vereine herbcizuführen. 2. Die hebräische Sprache als ivesentliche Bediltgung des natioitalen Geistes in allen Schulen zu pflegen. 3. Die Entrüstmtg auszudrücken, über jene entarteten Stammesgeitossett, die a la Rohling dett Talmud bekämpfen. Die Nachricht über die Verständigung zwischen Jüdischer Volkspartei und Zionisten wurde mit Begeisterung ausgenommen. Rüben B ratrdes kam von mehr als zwei Dezennien nach Lemberg, ankerte im Vereine „S ch 0 «: e r I s r a e l" und half sich kümmerlich fort. Damals standeit unsere Aufgeklärten durch und durch assimilatorisch, d. h. hebräisch-feindlich im gegnerischeit Lager, und unserem Dichter ging bei all feiner Arbeit das nötige Kleingeld ab, um seinen schmächtigen Körper aufrecht zu erhalten. Der heutige Abend bewies, wie Lemberg diesen Meister der jüdischen Gebauten ehrt. Die jüdische Gymnasialjugeud, die akademische Jugend und intelligente Gemeindemitglieder füllten dett Tentpel, Kopf an Kopf gedrängt, ebenso war die Frauengalerie von Datnen ganz besetzt, als es galt, dem Abgeschiedeiten die letzte Ehre zu erweisen. Dieser Wächter unseres Volksgedaukeus forderte die Gegenwart heraus. Wie soitderbar' die Stimmuttg in bei: Burgen der Assimilation, dem Vorstand und der Tempelverwaltung ist! Siehe, auch dort hat bereits der national-jüdische Gedanke übergegriffeit. Bor zwei Dezeititiett wollte matt den Tentpel nicht zur Abhaltung einer Moses Möntefiore-Feier hergeben — heute hielt Prediger Caro sogar eine hebräische Trauerrede und der ganze Chor mit Orgel und Oberkantvr trat tu Funktion, trotzdem wird unsere zionistische Jugend, welche weder Erbauung noch Belehruttg von dieser Trauerandacht schöpfte, es sich nicht uehmett lassett, den Heimgegangenen iit Literaturabeudeit verstehen zu lernen. An der Bahre dieses Mannes und seiner natioualeit Geistes- und Leideusgeitosseu appellierett >vir au das Wiedererwacheu Israels — daß es nach dem Beispiel aitderer Kulttlruatioiteu zurückkehre zu seitter nationalen Literatur und diese in gebührender Weise pflege — wie auch für deren Arbeiter Sorge zu tragen. Samuelsvhu. (Gedenktage. (November.) 1. 1784 in Sanderslebeit geb. G. Salomon, Kaitzelreduer. 1870 in Erfurt gest. Prof. E. kluger, Mathematiker. 1770 geb. Mordechai Roseufeld, erster Jude in Szt. Endre und Begründer der israel. Kultusgemeiude daselbst. 2. 1762 in Eisenstadf geb. Rabbi Akiba Eger. 1780 in Hannover gest. R. Abr. Oppettheinter. 1831 in Hamburg geb. Julius Stctteuyeim, Schriftsteller. 1832 geb. Josef Engel, berühntter ungarischer Bildhauer. 1882 in Fürth gest. Landtagsabgeordueter Morgenstern. 3. 1776 st. Theodor Appt, hebr.-philos. Schriftsteller. 1873 in Berlin gest. Ludwig Kossarsky, Dichter. 1890 in Breslau gest. Dr. Joel, Rabbiner. 1891 in Kopenhagen st. Rabb. Dr. A. Ä. Wolfs, bekannter Homiletiker. 4. 1684 st. in Modena A. I. S. Graziano, Verfasser von Anmerkungen zum Schulchan Aruch. 1716 in Padua gest. Raphael Rabettio, Arzt und Schriftsteller. 1784 in Görz gest. I. Ch. Chefez, Prediger und Dichter. 1796 in Berlin gest. A. Kassel, hebr. Schriftsteller. 1846 in Wilna gest. M. A. Ginsburg, Uebersetzer histor. Schriften. 1840 in Nizza gest. I. S. Avigdor, Mitglied des Sauhedrirt und Deputierter in der Kammer der Notablen von 1806. 1862 geb. Josef Spitzer, ungarischer Dichter und Schriftsteller in Budapest. 1881 st. int Haag Estella Hertzfeld, bek. holl. Dichterin. 6. 1864 in Poonah (J«d.) gest. D. Sassoon, großer Philanthrop. 1888 zu Brighton gest. Lud. Löwe, Seminardircktor in Ramsgate. 6. 1884 in Frankfurt a. M. gest. D. Ephrosi, gr. Talntudist. 7. 1673 st. in Lublin Salomo Luria, bekannter Talmudist und Dichter 1846 ttt Proßnitz geb. Ignatz Brüll, jüd. Komponist. 1895 st. in Berlin Emmy Rosst, Novellen-Dichterin. Lese- und Nedehalle jüdischer Hochschüler in Wien. In der am 26. Oktober 1902 abgehaltenen Plenarversammlung wurden in den Ausschuß gewählt: jur. Carl Schächter, Präses, med. Geza Salzer, 1. Vizepräses, med. Alexander Lichtendorf, 2. Vizepräses» jur. Otto Faltin, techn. Jakob Meißner, med. Osias Sprecher, med. Eduard Kälber, med. Carl Goldenthal, jur. Abraham Eidinger, med. Otto Schwarz. Die zionistische Jahreskonferenz. Im.Namen des Direktoriums der Jüdischen Kolonialbank referierte der Präsiden! desselben, Herr W 0 l f f s 0 h n , über die abgelaufene Geschäftspeviode. Dieser Bericht wurde ergänzt durch das Referat dies Herrn Dr. K 0 k e s ch namens des Anfstchtsrates. Derselbe besagt, daß die Geschäfte der Bank einen befriedigenden Verlauf nehmen, daß strenge darauf geachtet wird, den steten Kontakt zwischen Bank und Äufsichtsrat zu erhalten und daß die Bank ihre Arbeiten strenge itn Nahmen der iSUongreffbefcfilitffc durchführt. Aus der daran sich anschließenden Debatte gingen die Anregungen hervor, die zionistischen Sparvereine und Vorschußkassen zu unterstützen und geschäftliche Beziehungen mit den Juden des Orients anzuknüpsen. Die Berichte des Direktoriums wurden von der Versammlung genehmigend zur Kenntnis genonimen und beiden Korporationen der Dank ausgesprochen, lieber die Legalisierung des Nationalsonfts sprach der Obmann der Nationalfonds-Kommission Kantonalrat Dr. F a r b s t e i n. Er faßte zunächst die prinzipiellen Anträge der Kommission dahin zusammen, daß nur der kommende Kongreß über definitive Aenderungen des Statuts beschließen könne und daß der Zweck des Nationalfonds nur Landankauf in Palästina sein dürfe. Was die Legalisierung selbst betrifft, liegen drei Anträge vor: 1. den Kongreß als solchen zu legalisieren, 2. den Fonds als Stiftung, 3. als Genossenschaft zu ^inkorporieren. Mr. B e n t w i ch tneldete einen Mmoritälsantrag an, der sanier Ansicht nach> einen Ausweg aus der schwierigen Situation bedeute. Der Nationalfonds solle als Stiftung der Jüdischen Kolonialbank einverleibt werden, die Verwaltung und Verwendung aber der! Kompetenz des Kongresses unterstehen. Allel diese Anträge werden der Kommission! zur nochmaligen Beratung und Berichterstattung, die vor dem nächsten Kongresse stattzufinden, hat, überwiesen. Hierauf hält Herr Krem e n e z^k y das Referat iiber den Nationalfonds, das mit! großen: Beifall a:lfget:ou:u:en wird. Aus det: Anregungen, die die De-' Batte zutage fördert, sind hervorzuheben: eine Steuer nach freiwilligem^ Ermessen bien. Zionisten sowohl als den zionistischen Vereinen zugunsten des Nationalfonds anfzuerlegen, die Ausgaben des Natiottalfonds aus den Schiekeleingängen zu decken und eine Preiskonkurrenz für eine volkstümlich gehaltene aufklärende Broschüre auszufchreiben. Alle diese Anträge werden der Komnüssion überwiesen. Der Komplex der Knlturftagen wurde auf der Jahreskonferenz! eingehend besprochen. Die Obmänner der vom Kongresse für die einzelnen Länder gewählten Kulturkomtnissionet: erstatteten den Bericht über die Tätigkeit dieser Kommissionen seit den: Kongresse. Herr S ok 0 l 0 w , Obmann der Kulturkotnmission für Russisch- Polen, betonte die Notwendigkeit eines direkten Kontaktes der Kommissronett mit bm Vereinen, um denselben ständig Direktive!: zu gebe,:, nach welchen eine planmäßige kulturelle Arbeit geleistet! werden könne. Er verwies aus die Gefahr der Aufhebung der Chedurims, der jüdischen Volksschulen des Ghetto und erklärte es als Pflicht der Zioniften, hier Ersatz zu schaffen und insbesonders durch Errichtung von Seminarien fiir die Heranbildung tiichtiger Lehrer zu sorgen. Die Frage der Errichtung eines statistischen Bureaus und der Gründung einer stidischen Hochschule ftihrie zu einer längeren Debatte, die mit der Annahme solgeuder Resolutionen endete: Die Konferenz fordert das Aktionskomitee aus, kein Mittel unversucht zu lasser:, um die Errichtung einer iüdischen Hochschule in Palästina zu ermöglichen, iveiters: In: Prinzip wird beschlossen, für statistische Arbeiten einen Betrag auszusetzen. Das P>eferalt des Herrn Architekten M a t m 0 r e k über die Presse gipfelte in den Anträgen : Schaffung eines Verbandes der zionistische!: und zionistenfreundlichlen Presse, Erwerbung oder Schaffung eines zionistischen Organes in England und Gründung einer zionistische!: Korrespoitdeuz fiir die politische Presse. Diese Anträge werden angenommen-; ebenso wird das Budget für das'nächste VeAvaltungsiahr, das Herr K 0 k e f ch vorschlägt, genehmigt. Nach einem kurzen Resümee schließt der Vorsitzende Dr.^ Herz l die Versainmlung mit den Worten : Wir haben in diesen kurzen Tagen das zu erledigen uns bentüht, was niöglich war. Unsere Pflicht haben wir alle verstanden und verstehen sie tveiter: daß wir durch ulMvölkte und dunklere Tage hindurch den Eifer für unsere Bewegu'ng wach erhalten müssen für den- Tag, den wir alle erwarten und fiir den unsere Herzen hoffnungsvoll erglühen. (Yrenzpolizei, AuS- und Einwa«deru«!!. Miuistervräsidettt v. Szell itiiicvbreitorc bem Mgeorbitoteitlimtse in der tzeutigeu

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