Neue Nationalzeitung
- Journal
- Neue Nationalzeitung
- Volume
- XV (1913)
- Issue
- Heft 12 (6.6.1913)
- Date
- 1913-06-06
- Page
- Seite 92 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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..Neue National-Zcitung" Nr. 12 Seite 9*2 in das Ghetto tragen wollen. Die Vorsteher Breisach, Koppel Mandl bekämpfen ihn auf das Heftigste. Späterhin führt der Sproß aus dem berühmten Hause Lemberger, Abraham Hirsch Lemberger, ein genialer edler Mann von jüdischen und weltlichen Kenntnissen, in voller Harmonie mit dem Rabbiner den Kampf gegen die Reformer, welche im Jahre 1820 den Kasino-Verein gegründet hatten und eine moderne Schule stifteten. Das Ansehen Rabbi Sofers, der 32 Jahre lang Preßburger Rabbiner war, stieg von Jahr zu Jahr. Seine immensen Kenntnisse des Talmuds, sein edler Charakter und asketische Lebensweise machen ihn zu einem Gegenstand der Verehrung. Da die Prager und Nikolsburger Jeschiba stark verödeten, trat die Bedeutung der Preßburger Lehranstalt immer mehr hervor. Dieselbe erlebte ihre Glanzzeit, als die drei Schwäger Pappenheim. Bettelheim, Guttmann, welche durch eine Erbschaft reich geworden sind, die Jeschiba mit fürstlicher Wohltätigkeit unterstützten. Besonders war es Moses Bettelheim, der einer uralten vornehmen Familie entstammte, der die Erhaltung der Jeschiba mit sehr bedeutenden Opfern bewerkstelligte. Nach dem Tode Rabbi Moses Sofer 1839 erheben diese Vorsteher seinen Sohn Rabbi Samuel Schreiber auf den Rabbinatsstuhl. Die stark verschwägerten Familien Bettelheim, Pappenheim, in welchen tiefe Frömmigkeit mit hoher Bildung heiheimisch ist, führen die Gemeinde. Hermann Pappenheim, Kaiman Pappenheim, Philipp Bettelheim, wahre aristokratische Gestalten, Männer von eisernem Charakter und glühender Hingebung für das Judentum, sind die verehrten Musterbilder des ungarischen Karte des Brandes. Gezeichnet von J. Csäkos, üilfskustos des Stadtmuseums Poszony. 1. Schloss. 2. Nikolaikirche. 3. Grosse Synagoge. 4. Kapuzinerkirche. 5. Rea'- schule. 6. Schlosskaserne. Abgebrannte Häuser. glaubenstreuen Judentums. Nochmals flammt das Licht der Preßburger Gemeinde zur vollen Höhe auf. Der Kesaw Sofer (wie Rabbi Samuel Schreiber genannt wird) als imposanter Vertreter der Rabbinatswürde, die herrliche Figur des Dayans Rabbiner Nate Wolf, der hinreißende Kanzelredner Fischmann, ein Rhetoriker von hoher Qualität und edelstem Charakter, die Vorsteher, Musterbilder Pappenheim- Bettelheim, das war ein reicher Sternhimmel, von welchem die einstigen über alle Länder verstreuten Zöglinge der Jeschiba noch heute mit Begeisterung sprechen. Nach dem Tode Kaiman Pappenheims und Philipp Bettelheims erblaßte der Stern Preßburgs. Der im Jahre 1872 auf den Rabbinatsstuhl gelangte dritte Sproß des Rabbinatshauses, Rabbi Bernät Schreiber, ein Mann von hoher Gelehrsamkeit und edelstem Charakter, fand nicht die geeignete Umgebung, welche im Stande gewesen wäre, die Umwertung der Ghettowerte mit Verständnis durchzuführen. Bei seinem Antritte spaltete sich die Gemeinde in Orthodoxie und Neologie. Es gelang ihm, solange er gesund war, die Jeschiba auf der alten Höhe zu erhalten. Die Gemeinde aber ging, besonders als er einer langjährigen schweren Krankheit anheimfiel, gänzlich talab, trotzdem die Gemeinde an Zahl und Wohlstand rapid zugenommen hatte. In diesem Zustande der Gärung, der bereits seit drei Jahrzehnten anhält, leistete der Präses Joel Wolf (1887—1901) nur auf dem Gebiete des Almosengebens. Gemeindeu. Vereinsnachrichten. Wien. (Jüdischer Turnverein F a v o r i t e n.) Sonntag, den 8. Juni 1913, rindet im Saale des „Jüdischen Schulvereines", X., 'Hasengasse iNr. 7, präzise 3 Uhr nachmittags, die ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Turnrates über das abgelaufene Vereinsja.hr. 2. Bericht der Revisoren und Entlastung. 3. Feststellung der Mitglieder für das nächste Vereinsjahr. 4. „Wir Turner und der XI. Zionisten-Kongreß". 5. Wahl des Turnrates. 6. Wahl der Revisoren. 7. Anträge. Wien. Der akademische Verein „J u d ä a" veranstaltet Samstag, den 14. Juni im Cafe-Restaurant „Mirabell", Sievering (39er-Linie), ein Gartenfest in Verbindung mit Vorträgen, Juxtombola, Juxpost und Schönheitskonkurrenz. Beginn halb 8 Uhr abends. Eintrittskarten bei den Komiteemitgliederu .im Vorverkauf 50 Heller, an der Kassa 80 Heller. Ein Teil des Reinerträguisses fließt dem J. N. F. zoi. Gäste willkommen. Bei ungünstiger Witterung findet das Fest Samstag, den 21. Juni 1913 statt. Wien. Der Vorstand des jüdischen Schulvereines für den IX. Bezirk teilt uns mit: Die stetig wachsende Zahl der Schüler (derzeit 330) unserer Lehranstalt dürfte zu Beginn des nächsten Schuljahres die Errichtung weiterer Parallelklassen notwendig machen. Um über den Umfang dieser Erweiterung einen Ueberblick zu gewinnen und selbe rechtzeitig vorzubereiten, richten wir an die P. T. Eltern die Bitte, die Einschreibungen für die mit Beginn des Schuljahres zu eröffnenden Kurse schon derzeit bis 15. Juni vorzunehmen. An Wochentagen von halb 4 bis halb 7 Uhr, an Sonntagen von 10 bis 12 Uhr. Budapest. Die hiesige Chewra Kadisoha hielt Jüngst ihre ordentliche Generalversammlung ab. Hofrat Julius iW i n t e rberg eröffnete die Sitzung mit einer schwungvollen Ansprache. Hierauf legte Sekretär Dr. Franz M e zey den Jahresbericht vor. Dieser gedenkt zunächst der im Vorjahre verstorbenen Mitglieder und schildert sodann die Ereignisse des Bsrichtsjahres. Die Zahl der Mitglieder hat sich .um 2214 >ver-