Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 283 (sequence 123)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Au- Briefen. 283 Von Hrn. Rabbiner vr. Wiener, Oppeln 25. August 1873. In Bd. IX dieser Zeitschrift S. 153 ist meine Mittheilung ausgenommen über eine Aeußerung des R. Moses Sofer; inzwischen habe ich die Stelle, welche ich damals nur nach dem Gedächtnisse angeführt, aufgefunden. Sie befindet sich in der ihm ungehörigen Gutachtensammlung חתם הופל in Ga. 166 zu Orach Chajim, wo er zuerst berichtet, daß R. Löwe aus Prag verlangt habe, die Sätze בלככיהי לחבלים sollten nicht gesprochen werden, da wir mit den Engeln, als Vermittlern des Gebetes, gar Nichts zu schaffen haben, vielmehr Gott selbst die Stimme des Gebetes erhört, und dann als seine eigene Bemerkung hinzufügt: Auch der Pismon בללאהי״ל חבלים und die Selichah, welche beginnt: עולעו עעגלח מדות חאבלולות בחנינד} , sind zu beseitigen. — Eine interessante Parallele bieten die Worte Chabib's in 'En Jakob, Schabbath N. 5. Daselbst S. 194 ist auf die wiederholt besprochene Punktationsänderung zurückgekommen, welche in den Stellen vorgenommen worden, wo der Ausdruck לאח פנים in Beziehung auf Gott gebraucht wird. Hier verdient nun auf eine Stelle jn Thossafoth 8 a (Stichwort חיינו) aufmerksam gemacht zu werden. Dort heißt es: ״Dem Satzgefüge noch wäre ילאח Exod. 34, 23 zu lesen ילאח, da es dann heißt את פני חאדון, so daß gesagt werden solle, alles Männliche sehe das Antlitz Gottes, während es nach der recipirten Aussprache לאח;; mit לפני construirt werden müßte." sVon besonderm Interesse ist, daß diese Bemerkung im Namen des trefflichen nordfranzösischen Bibelexegeten Josef Bechor S'chor angeführt wird, eines Mannes, dessen feiner kritischer Takt in neuerer Zeit hinlänglich gewürdigt worden. Es ist das einzige Mal, daß der Mann in unserm thalmudischen Thossafoth genannt wird. In seinem Pentateuch - Kommentar zu St. finden wir diese Bemerkung nicht. G.s Von Hrn. I., Fft. a. O. 15. Juni 1874. Wie ich erfahren habe, ist das sogenannte Duchenen in der neuen Synagoge daselbst seit längerer Zeit aufgehoben, die Gründe, welche die Gemeinde dafür gehabt, sind mir unbekannt. Die Persönlichkeiten am hiesigen Orte, welche das Duchenen verrichten, sind derart, daß der hiesige Vorstand beschloffen hat, dasselbe nicht mehr nach dem frühern Modus, vor dem Altar, son-