Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 11 (1875)
- Issue
- 3-4 (1875)
- Date
- 1875-01-01
- Page
- Seite 282 (sequence 122)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2420973-2421010-2421012--3530-2424383- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
282 Aus Briefen. mittelalterlichen Handschriften, die dort aufbewahrt sind, hinlänglich gerichtet, als daß es einer Ermunterung meinerseits dazu bedürfte. Fast möchte ich im Gegentheile mahnen, nicht zu ausschließlich diesem Zweige Ihre Sorgfalt zuzuwenden. Wir sind schon fast übersättigt mit mittelalterlichem Stoffe, die Specialitäten überfluthen uns, ohne daß sie zu einer neuen Erkenntniß führten. Mein Interesse hat sich von dieser Befrachtung der Literaturgeschichte mit mittelalterlichem Ballaste bedeutend abgewendet. Hingegen dürften sich dort noch thalmudisch-midraschischtargumische Handschriften und biblische Codices vorfinden, die zu wichtigen Entdeckungen zu führen geeignet sind Ich möchte daher Ihre Aufmerksamkeit vorzugsweise auf folgende Gegenstände lenken: 1. auf handschriftliche Mechiltha und Sifra, 2. aufHschr.der jerusalemischen Gemara, ganz besonders 3. auf jerusalemische Thargume, in erster Reihe zum Pentateuch in Beziehung zu unserem Pseudo-Jonathan und jerus. Fragmenten-Thargum, in zweiter Reihe auf die Hagiographen-Thargums. In Betreff biblischer Codices sind wir Gottlob über die Jagd nach angeblichen Varianten hinaus, aber sehr ungenügend sind noch die Untersuchungen über die orientalischen Handschriften. Indem im Hinblicke auf sie eine Liste der Varianten zwischen Madinchäe und Maarbäe in unsere Drucke übergegangen ist, die jedoch ebenso mangelhaft ist wie an Jrrthümern reich ist, vor Allem: 1. nach guten Handschriften diese Liste der Abweichungen zwischen Maarbaö und Madinchae ergänzt und berichtigt herzustellen, 2. zu untersuchen, ob Codices vorhanden sind, welche in näherem Zusammenhänge mit den Madinchae stehen, sei es daß sie vollständig deren Standpunkt festhalten, oder daß sie doch in einer gewissen Abhängigkeit von ihnen stehen. 3. Dieser letzteren Art ist sicher der cod. 12 de Rossi, und seine Varianten sind nur, obgleich d. R. sie in Beziehung auf den Consonantentext angegeben, nochmals zu untersuchen, auch über seine Vocalisirung genauere Forschungen anzustellen und namentlich auch Thargum und Massorah zu vergleichen.