Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Journal
- Jüdische Zeitschrift für Wissenschaft und Leben
- Volume
- 3 (1864-1865)
- Issue
- 3
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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216 Recenstonen. fein, und wenn zu der bevorstehenden Ausgabe die anfgezählten Hülfsmittel verständig angewendct werden, so ist sie gewiß froh zu begrüßen. Gut ist die Bemerkung, welche S. 40 A. 2 und S. 53 über ^אטט gemacht wird; über die Bedeutung dieses Wortes und dessen Abkürzung zu אמטו hat freilich bereits Luzzatto vor nahe an 30 Jahren das Richtige gesagt in Kerem Chcmcd II. S. 176. Derselbe faßt auch, vielleicht richtiger, 1אט nicht wieder als Abkürzung von אטטו auf, sondern von אטוענא אט^א♦ 14. September. 2. Samuel Holdheim. Sein Leben und seine Werke. Ein Beitrag zu den neuesten Rcformbestrebungen im Judenthume von Dr. Immanuel Heinrich Ritter. (Auch unter dem Titel: Geschichte der jüdischen Reformation, dritter Thcil.) Berlin 1865. VIII und 307 S. 8. Holdhcim verdient sowohl wegen seiner Geistesschärfe, als auch wegen der Entschiedenheit, mit der er in die jüdische Reformbewegung der neueren Zeit ein getreten war, ein literarisches Denkmal; seine eigene innere Entwickelung, die Stadien der Bewegung begleitend, dient zugleich dazu, in scharfem Ausdrucke die sich umwandclnde Physiognomie der Zeit darzustellcn. Bei dem Verhältnisse gegcnseitiger liebevollster Achtung, das zwischen uns ein Vierteljahrhundert hindurch treu und ungetrübt gepflegt worden, gestanden wir einander auf's Bereitwilligste die Berechtigung des eingenommenen Stand- Punktes zu, erkannten wir einander gegenseitig ein redliches geistiges und sittliches Streben zu, und dennoch wußten wir auch sehr wohl immer die Gränzlinic zu finden, wo wir von einander schieden. Holdheim war eine dogmatische, dialektische Natur, meine Richtung war und ist eine überwiegend historische; Holdheim hatte und gewann immer mehr Versta'ndniß für das in beständigem Flusse verharrende Geistesleben, das sich daher in ununterbrochenen geschichtlichen Ent- Wickelungen auspra'gt, das immer einen Ucbergang aus einer überwundenen Vergangenheit in eine noch zu erstrebende Zukunft aufweist. Meine Arbeiten, die diesen geschichtlichen Grundgedanken darzustellen beflissen sind, fanden in ihm stets einen ebenso eifrigen, wie einsichtsvollen, ich darf sagen dankbaren Leser. Trotzdem vermochte er es