Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1865)
- Date
- 1865-07-01
- Page
- Seite 329 (sequence 65)
- Language
- German
- Belongs to
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Monats-Revue. 329 testen Beigaben (Haggahot)' und eben solche von Mardechai Jafe (Lebusch), die Glossen zur Textkritik von Jesaja Pik, Jecheskel Landau, Bezalel Raschburg, Elijja Wilna, Akiba Eger nach den ersten Ausgaben, endlich noch fünf Supercommentare zu Ascher ben Jechiel's (Rosch) halachischen Decisionen. In dieser Vollständigkeit erscheint von N. A. Goldberg eine stereotypirte Talmud-Ausgabe in Folio, welche in Berlin im Jahre 1861 mit dem Tractat Baba Kamma begonnen hat und bei Sittenfeld gedruckt wird. Der Herausgeber '1t. A. Goldberg ist selbst Buchhändler, und die 21 Bände, die 25 Thaler für die Abonnenten kosten, können entweder durch ihn oder durch seinen Comissionär A. Asher u. Comp, bezogen werden. Neben den Talmud-Ausgaben in Lemberg, Wien, Warschau (bei Orgelbrand) und Wilna, die sämmtlich in prachtvoller Ausstattung erscheinen, nimmt diese SLereotYp-Ausgabe, durch die mit der Zeit ein kritischer Text hergestellt werden kann, den ersten Platz ein. In gleicher Weise hat besagter Goldberg 2) eine Stereotyp - Ausgabe des palästinischen Talmud, „Talmud Jeruschalmi", seit 1862 zu Berlin begonnen. Diese Ausgabe ist blos mit dem Doppelcommentar P'ne Mosche und Mareh Ha-Panim (von Mose Margaliot) versehen und hat ebenfalls mit Tractat Baba Kamma begonnen. (Berlin 1862, Fol.; gedruckt bei Sittenfeld.) Tie Textcorrectionen von Bezalel Aschkenasi, Menachim de vonsano, der Commentar von Sal. Sirillo, die alle doch noch bei einiger Bemühung zu erlangen gewesen wären, hat der speculative Herausgeber nicht benutzt, und die Ausgabe ist daher, weil ohne wissenschaftlichen Fortschritt, von zu geringer Bedeutung. Derselbe besorgte auch 3) „Die sechs Mischna-Ordnungen" mit den bekannten Commentaren von Bertinoro, Heller n. a., mit den Glossen von Pik, Wilna und Eger, in stereotyper Ausgabe, begonnen zu Berlin, 1862, 4. (Sittenfeld, in Commission bei A. Asher u. Comp.) 4) „Der palästinische Talmud, Talmud Jeruschalmi", mit dem Commentar Korban ha- Eda Von David Frankel. Dazu noch eine Art Tosasot, unter dem Titel „Lchejare Korban", von demselben; ebenso die Commentare P'ne Mosche und Mareh Ha-Panim, nach einer Handschrift auch zur Ordnung Seraim und Moed, wozu der Commentar noch nie gedruckt war. Außerdem noch „Ner Maarabi" (Westländische Leuchte), als eine Art Masora zum Text und Nachweise der Parallelstellen in den übrigen talmudischen Schriften. Dabei auch Anmerkungen unter dem Namen Giljon ha- Schaß, von Mard. Wolf Oettingen; ferner unter dem Namen „Zijjon Jeruschalajim" verschiedene Nachweise von Jos. Saul Nathanfohn zu Erubin und Pesachim (ebendaselbst 1860, Fol., Chanina Lipa und Josua Spira). Diese Jeruschalmi-Ausgabe hat ursprünglich Benjakob in Wilna projectirt und hatte zu Hilberg's Jllustrirte Monatshefte. 7, 4. — Juli 1865. diesem Zweck ELieser Askari's Jeruschalmi- Commentar in einer Abschrift aus der oxforder Bibliothek erworben; allein seitdem das Unternehmen in die Hände neuer Herausgeber übergegangen, wissen wir nicht, was daraus geworden ist. Diese Ausgabe hat mit Tr. Sabbat begonnen. (Szytomir, 1860, Fol.) 5) „Eine Ausgabe der sechs Mischna-Ordnungen" in sechs Bänden, mit allen Beigaben aus den Ausgaben von Altona und Amsterdam, nämlich mit Rischon le-Zijjon von Jes. Pik, Aderet Clijahu von El. Wilna, Tosafot von Ak. Eger, außerdem noch mit Glossen von Joseph Saul Nathansohn. (Stettin- Berlin, 1860—1,4. Grassmann u. Sittenfeld/ zu haben bei Asher u. Comp.) 6) „Der große Midrasch über den Pentateuch und über die fünf Megillot (Midrasch Rabba oder Rabbot)", mit dem Commentar Mattnat Kehunna von Bär ben Naftali, mit dem J'de Mosche genannten Commentar von Jak. Mose Hallin und dem Auszug aus dem Commentar Jefe Toar von Sam. Jafe, wie in der Ausgabe von Frankfurt a. O. 1732. Dazu kam noch in der vorliegenden Ausgabe der Commentar Mischnat de R. Elieser von Elieser den Jehuda, der Commentar Sera Abraham, der Commentar Raschi's zum Midrasch über Genesis u. s. w. (Stettin, 1860, Fol. Schrenzel; zweite Auflage, ebendaselbst, 1865.) Wie alle Ausgaben, welche Schrenzel in Stettin veranstaltet hat, trägt auch diese den Stempel der Nachlässigkeit und verdient keine Beachtung seitens der Gelehrten. 7) „Midrasch zu den Sprüchen Salomo's und zu den Büchern Samuel" (Midrasch Schemuel Rabba genannt), mit dem bekannten Commentar von Isaak ben Simson ha-Kohen aus Prag, der hier fälschlich Schapira beigenannt ist. (Lemberg, M. Wolf, 1861. Fol.) In Prag 1613, Fol., und in Amsterdam 1750, Fol., ist dieser Midrasch ganz so erschienen, allein die lemberger Ausgabe ist so fehlerhaft, daß gewiß nur eine schlechte, sonst unbekannte Ausgabe Vorgelegen hat. 8) „Midrasch zu den Sprüchen (Midrasch Mischte Rabbati)" mit dem kurzen Commentar von Isaak ben Simson, angeblich der amsterdamer Ausgabe, richtiger wol der lemberger nachgedruckt. (Stettin, Schrenzel, 1861,8.) Daß auch diese Ausgabe wie die lemberger voller Fehler, Auslassungen und Ungenauigkeiten ist, dafür bürgt schon der Name Schrenzel's, der den Nachdruck und die Corrumpirung der alten Werke als seine Ausgabe zu betrachten scheint. 9) „Sifra (debe Rab)" oder der bekannte „alte Midrasch zum dritten Buch Mosis", mit einem ausführlichen und reichhaltigen rabbinischen Commentar von Meir Löbusch Malbim, welcher Commentar den Namen „ha-Tora weha- Mizwcckführt. (Bukarest, 1860, kl. Fol.; Bl. 233). Der bukarester Rabbiner Malbim war schon früher als fruchtbarer Schriftsteller bekannt; seine starke Belesenheit, seinen Scharfsinn Haler bereits durch zahlreiche Schriften bekundet. Sein ->2