Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Journal
- Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums
- Volume
- I. Band (1865)
- Issue
- Heft 4 (Juli 1865)
- Date
- 1865-07-01
- Page
- Seite 330 (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
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330 Jllustr. MonaLsh. für die gef. großer Doppelcommentar zu Jesaja (KroLo-1 schin, 1849, 8.), sein dreigetheilter Supercommentar zu dem Ritual-Codex Orach Chajjin (Breslau, 1837, 4.) und seine Derascha-Sammlung (Krot. 1637, 4.) zeigen von Sprachgegewandtheit und reichem rabbinischem Wissen. 10) „Midrasch über den Dekalog (M. Asseret Ha-Dibrot)". Dabei das Testament des großen Rabbi Elieser, die sabulöse Geschichte von Josua ben Lewi, u. s. w. (Tarnow 1862, 8.) 11) „Midrasch Tanchuma oder Jelanwenu", der bekannte Midrasch über das Fünfbuch, nach der Ausgabe von Frankfurt a. O. besorgt und mit Beifügung der in den polnischen Drucken weggelassenen Wörter, Phrasen und Stücke (Wien, Bendiner, 1863, 8.). Die.Ausgabe ist schön und angemessen, obgleich sie in Bezug auf Correctheit und auf Erläuterung der schwierigen fremdländischen Wörter noch vieles zu wünschen übrig läßt. 12) Derselbe Midrasch mit dem Doppelcommentar Ez Josef und Anas Joses von Sundel ben Josef aus Bialystock. Nachgedruckt von Mos. Perlmutter in2 Bänden (Stettin, Schrenzel, 1864, 8.). Diese Midrasch-Ausgabe erschien zuerst Wilna-Grodno, 1833, 4.; hier hat Schrenzel blos einen fehlerhaften Nachdruck geliefert, lieber die Leistungen Sundel's auf dem Gebiete der Midrasch-Ausgaben mit Doppelcommentaren ist bereits in meiner „Lidliordsea lludaiea" das Nöthigste mitgetheilt. 13) „Die sechs Mischna-Ordnungen", mit den bekannten Commentaren von Bertinoro, Heller u. a., aber dabei noch die Commentare Ma'asse Creg, P'ne Laken und Aze Eden über die Ordnung Thohorot, versaßt von Jeh. Js. Komorno. In 6 Bänden (Lemberg, Lorge und Sperling, 1861 — 62,4.). Komorno ist bereits früher als Schriftsteller durch Ausarbeitung der Werke Torat Kohanim und Netib Mizwotecha bekannt geworden. 14) „Die sechs Ordnungen der Mischna in Text und mit den bekannten Commentaren." Dabei noch Bertinoro's Erklärung der geometrischen Stellen in der Mischna Aruga, Maimuni's Mischna-Commentar sammt seinen gelehrten Einleitungen zu demselben und endlich noch dem Commentar Mischnat Rab von Baruch Teomim Fränkel. In 6 Bänden (Lemberg, Menkes, 1862, 4.). Die Ergänzung Bertknoro's hat der bekannte Gabr. Polak zuerst 1836 zu Amsterdam herausgegeben. 15) „Der Palästinische Talmud (Jeruschalmi)", blos Text, nach der livornischen Ausgabe. I.Heft: Schebuot (Lemberg, Lippa Kapralik, 1862, 8.); 2. Heft: Babe Batra und Makkot (ebendas. 1863, 8.). Auf dem Titelblatte wurden die Glossen von El. Wilna und B. Fränkel als Beigaben versprochen, doch scheint bei der Drucklegung der Herausgeber diesen Plan aufgegeben zu haben. 16) „Der große Midrasch (Midrasch rabba) über den Pentateuch", mit dem bekannten kurzen Commentar Mattnot Kehunna, der Text nach der Venediger Ausgabe vom Jahre Interessen des Judenthums. 1545 hergestellt und corrigirt (Leipzig, A. Wienbrack, 1864, 8. Preis l Thlr. lONgr). Dies ist unstreitig eine der schönsten Ausgaben in einem Band, diese von diesem Midrasch erschienen sind; sowol die Druckerei von Bär u. Hermann als die renommirte Verlagshandlung verdient für die großen Geldopser zur Herstellung einer solchen Ausgabe die betätigende Unterstützung der lesenden Theologen. Wenn in den vorgesührten 16 Nummern der neuesten Ausgaben von den Lraditionalen alten Schriften mehr die Handlichkeit und bequeme Form der Ausgaben, die größere Ausdehnung der sachlichen Auslegungen und die zeitgemäßere typographische Ausstattung hervorgehoben wurden, so müssen wir bei den jetzt zu erwähnenden Ausgaben die allgemeine Bemerkung machen, daß sie einen Fortschritt in der wissenschaftlichen Erkenntniß dieser Traditionsschriften bieten. Das kritische Studium über die Ursprünge der Talmud- und Midrasch-Schriften, über die religionsgeschichtlichen Anlässe ihrer Entstehung, über die Frage, ob sie nur mündlich überliefert oder von vornherein ausgezeichnet wurden, über die Verfasser oder Redactoren derselben und daher über die Zeit ihrer Entstehung, über deren beobachtete Methode bei der Darstellung der Halacha und bei der Entwickelung der Agada, über die recipirten Formeln in der Methodologie, soweit sie diese Bücher betreffen: alle diese und ähnliche Erforschungs-Gegenstände sind seit Asulai und Zunz ziemlich wenig vorgerückt. Es ist daher ganz natürlich, daß wir freudig neue Herausgeber begrüßen, welche in ihrer kolossalen Belesenheit und in ihrem geweckten positiv-kritischen Sinne die erwähnten Fragen einigermaßen wiedtzr aufnehmen, sei es in Einleitungen und kritischen Noten oder in beigegebenen alten Commentaren, die bisjetzt handschriftlich gewesen sind, und durch welche wir im kritischen Verständniß gefördert werden. In diesem Sinne führe ich hier vor: 17) „Sifra oder Sifra debe - Nab (der Schule Nab's)" auch „Torat Kohannim" genannt, als der älteste Midrasch der Tannaiten über das dritte Buch Mosis. Dabei der Commenter von Abraham ben David aus Beaucaire (Rabed), nach einer oxforder Handschrift, ein kurzer Commentar, genannt „Masoret ha-Talmud" (Band des Talmud, d. h. versuchte Verbindung mit dem Talmud), worin die Nachweise vieler Stellen dieses uralten Midrasch in den beiden Talmuden, Tosifta u. s. w., wie' auch textkritische und sprachliche Noten gegeben werden, von Js. H. Weiß aus Meseritz in Mähren, ebenso eine historische Einleitung von demselben. Herausgegeben von Jak. Schloßberg. (Wien, Schloßberg, 1862, Fol. Preis 2 Thaler.) Weiß, der früher schon in seinen Correctionen zum Talmud sich als von der modernen kritischen > Forschung berührt erwiesen hat, theilt seine Einleitung hier in folgende 9 Kapitel: 1) über! das mündliche Gesetz oder die Tradition im! allgemeinen; 2) Wesen des Sifra, Name