Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 3 (1897)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1897)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1897-02-01
- Page
- 117 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Vereinsnachrichten. 117 dicht gefüllten Stern'fchen Saale in Anwesenheit von etwa 500 Personen stattgefunden und einen glänzenden Verlauf genommen, welcher für die Sach« des Central-Vereins eine nachhaltige günstige Wirkung haben wird. Neben Herrn Assessor Moritz Jaffä, welcher die Versammlung mit vorzüglicher Umsicht leitete und dem Vortragenden, dem Vorsitzenden des Central-Vereins-Vorstandes, Herrn Rechtsanwalt Dr. M. Horwitz aus Berlin, hatten am Vorstandstische die Vorsteher der Synagogen-Gemeinde, Herren S. Schönlank und Rechtsanwalt Salz, sowie — was für das erfreuliche Zusammenwirken aller religiösen Richtungen im Central-Verein geradezu symptomatisch war — die Herren Rabbiner Di. W. Feilchenfeld und Dr. Philipp Bloch Platz genommen. Der Herr Vorsitzende knüpfte seine herzliche Begrüßungsansprache an den Ausspruch Goethe's: „Was bringt zu Ehren? Sich wehren!" und ertheilte sodann daS Wort Herrn Dr. M. H o r w i tz zu einem Vortrage über „die Ziele und Bestrebungen des Central-Verein s." Der Redner leitete diesen Vortrag mit der Versicherung ein, daß das soeben gehörte Wort des großen deutschen Altmeisters die eigentliche Losung des Central-Vereins sei, durch welche die deutschen Juden zur mannhaften Selbstvertheidigung angeregt wurden. Dadurch käme der Verein, dadurch kämen seine Mitglieder zu Ehren. Und als eine Ehre betrachte er es selbst, in Posen, wo nächst Berlin sich das meiste Verständniß, die meiste Sympathie für Zweck und Ziele des Central-Vereins gezeigt, wo schon mehrere Hundert der angesehensten Gemeindemitglieder sich dem letzteren angeschlosien haben, weitere Aufklärung über die Vereinigung zu geben, welche mit wachsendem Erfolg dieVertheidigung der staatsbürgerlichen Rechte der Juden durchdie Juden selb st betreibt. So dankbar man es anerkennen müße, wenn wohlgesinnte, aufgeklärte Andersgläubige denen entgegentreten, welche diese Rechte verkümmern und völlig zu vernichten streben, so hohe Anerkennung den Gründern des „Vereins zur Abwehr des Antisemitismus", Männern, wie G n e i st und R i ck e r t, zu zollen, so kräftiges Gedeihen jenem Vereine jederzeit zu wünschen sei, sei es doch Ehrensache für die deutschen Juden, s e l b st in die Bresche zu treten, s e l b st für ihre Rechte zu streiten. Jedes Recht wolle erkämpft sein, und Niemand verarge es den Juden, daß sie sich angesichts beständiger Bedrohungen ihrer Rechte zu diesem Zwecke im Central- Verein zusammensinden. Seit das Bestreben, sich selbst zu wehren, vor vier Jahren begonnen habe, sei nach und nach Vieles besser ge- 6*