Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- Seite 333 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Moses Mendelssohn und das thoratreue Judentum 333 gleichen Inhalt haben: Mendelssohn ist derjenige, der als das erste große Muster gelten darf, wie man Thora und Derech Erez, das Studium der jüdischen Lehre und treues Festhalten an der Tradition in praktischer Betätigung des jüdischen Religionsgesetzes mit weltlicher Bildung vereinigt. ״Mendelssohns Persönlichkeit war . . . eine so mächtige, daß noch nach seinem Tode, als die Massentaufen in Berlin anfingen epidemisch zu werden, er vielen als derjenige dastand, der es zeigte, wie man als frommer Jude teilnehmen könne an der Bildung der Zeiten und wie man als frommer oder wie man heute sagen würde, als orthodoxer Jude Wissenschaft und Judentum vereinigen und sich die Ächtung seiner Christliehen Mitbürger erwerben könne“ 7 So läßt sich Marcus Lehmann vernehmen. ,,Hundert Jahre sind verflossen, seitdem einer der edelsten Söhne des Hauses Israel seine irdische Pilgerfahrt beendigt . . . seitdem Moses Mendelssohn . . . eingesammelt worden ist zu seinen Genossen, den Gerechten und Tugendhaften im Gefilde der Seligen. Sein Gedächtnis lebt aber unvergessen im Kreise der Sterblichen. Sie weihen ihm, der Weisesten Einem, den Zoll der Dankbarkeit und der Verehrung ob des unvergänglich Guten, das er gewirkt, ob der Saat des Heiles, die er eingestreut in die Furchen des Äckers der Menschheit, auf welchem dereinst die herrliche Frucht der allverbreiteten ungetrübten Erkenntnis der Wahrheit erblühen wird an dem entzückenden ewig dauernden längst verheißenen Morgen, den sein Äuge vorahnend geschaut, nach dem sein Herz sich gesehnt . . . Wahrlich, Moses Mendelssohn zählt zu den Erlesenen und Hochbegnadeten, deren Leben und Wirken ausschließlich und bewußt der Beförderung dieses wahrhaftigen Heiles gewidmet gewesen.“8 Und der Dithgrambus schließt: ,,Uns aber bleibe Mendelssohn stets der große und edle Jude, dem wir ewig dankbar sind für das, was er uns geleistet: 7 ״Israelit“ Jahrg. 1886 I S. 4 S|p. 1 f. 8 ״Jeschurun“ Jahrgang 1885 S. 833. Sp. 1 u. 2.