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Jeschurun · 1928-09-01 · Heft 9-10 (September 1928) · p. Seite 538

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 9-10 (September 1928)
Date
1928-09-01
Page
Seite 538 (sequence 66)
Language
German
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538 Seligmann Bär Bamberger זצ״ל zu den Hauptarbeitern für die Unterstützungsaktion von Thoragelehrten und Armen in Palästina. Schon im Jahre 1873 beteiligte er sich an den Sammlungen für Gründung eines jüdischen Krankenhauses in Jerusalem. Erst lange nach seinem Tode wurde das Krankenhaus fertiggestellt. In schönster Weise vereinigten sich in ihm Charakterstärke, Menschenliebe und Tatkraft. Seine Anhänger liebten und verehrten ihn wie einen Vater, auch seine Gegner achteten ihn. Rabbi Seligmann Bär besaß die Eigenschaften eines wahren Talmid Chochom, streng gegen sich, liebevoll gegen andere. Er hatte das seltene Glück, gemeinsam mit der ihm ebenbürtigen Gattin noch zu erleben, wie seine sämtlichen Kinder sich als überzeugungstreue Juden bewährten. Von seinen sechs Söhnen waren fünf Rabbiner; seine drei Töchter waren mit Rabbinen und Lehrern verheiratet. Bei seiner Wahl zum Würzburger Rabbiner hatten die Anhänger der Reform hoffen können, ihn durch einen der Ihren zu verdrängen; bei seinem Ableben war es selbstverständlich, daß nur ein gesetzestreuer Rabbiner ihm folgen könne. Nach ziemlich heftigen Kämpfen wurde sein Sohn Nathan sein Nachfolger, und auch ihm folgte wieder ein thoratreuer Rabbiner. Daß Unterfranken zum großten Teil dem gesetzestreuen Judentum erhalten geblieben ist, hat es nicht zum wenigsten R. Seligmann Bär Bamberger zu verdanken. Weit über seine engere Heimat hinaus wirkt der ״alte Würzburger Raw“ noch heute, 50 Jahre nach seinem Heimgange, durch seine literarischen Werke, durch die Schüler seiner Schüler, z. T. schon in der dritten Generation, und durch die von ihm mit solcher Weitsicht und Liebe gegründeten Würzburger Lehrerbildungsanstalt. Das Andenken des Frommen ist zum Segen.

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