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Jeschurun · 1928-09-01 · Heft 9-10 (September 1928) · p. Seite 537

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 9-10 (September 1928)
Date
1928-09-01
Page
Seite 537 (sequence 65)
Language
German
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Seligmann Bär Bamberger 537 זצ״ל Bezeichnend für die Sorge R. Seligmann Bär Bambergers um den so notwendigen Frieden innerhalb der Thoratreuen ist es, daß er auf die äußerst scharfe offene Antwort, die Rabbiner Hirsch seinem offenen Brief gab, nicht erwiderte und auch seine Freunde und Schüler zurückhielt, auf sie zu antworten.1) Im Vorangehenden ist versucht, R. Seligmann Bär Barnberger als den großen Talmudgelehrten zu würdigen, als den Lehrer und geistigen Führer seiner Schüler, seiner Gemeinde und der bayrischen Gesetzestreuen in der Auseinandersetzung mit den kulturellen Forderungen des neunzehnten Jahrhunderts und im Kampfe gegen die Reform, sowie in seiner Stellungnähme zu der Äustrittsfrage. Darüber dürfen aber seine rein menschlichen Eigenschaften nicht vergessen werden, die ja in vieler Hinsicht die Grundlagen seiner Wirksamkeit waren. Der so vielbeschäftigte Mann hatte immer Zeit, wenn es galt, die Not anderer zu lindern. Er, der aus Liebe zum Thorastudium in Wiesenbronn in dürftigsten Verhältnissen gelebt hatte, konnte die Not anderer mitfühlen. Seinen Einfluß als Distriktsrabbiner machte er immer wieder geltend, um die Reichen zu veranlassen, für die Armen zu sorgen. Er selbst ging mit gutem Beispiel voran. In seinem Nekrolog im Israelit wird ein ihn so recht bezeichnendes Verhalten erzählt: einer seiner Verehrer hatte in der Lotterie eine große Summe gewonnen; in seiner Freude wollte er hiervon einen großen Teil dem Würzburger Rabbiner, der damals noch für seine große Familie zu sorgen hatte, schenken. Der Raw machte den glückliehen Gewinner darauf aufmerksam, daß es richtiger sei, armen Verwandten Geld zukommen zu lassen. Als der Spender hiervon nichts wissen wollte, wies Rabbiner Bamberger die ihm zugedachte Summe zurück mit der Begründung, von einem so hartherzigen Menschen wolle er kein Geschenk annehmen. Mit gewohnter Tatkraft setzte er sich für die Gründung eines jüdischen Krankenhauses in Würzburg ein. Er gehörte mit *) Vgi. שמחה סי׳ ר-ל wS. 2M. 5

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