Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- Seite 531 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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Seligmann Bär Bamberger זצ״ל 531 Anhänger der Reform hatten alle Anstrengung gemacht, um das durch den Verzicht des greisen Oberrabbiners Bing freigewordene Rabbinat zu erobern; den Thoratreuen Bayerns war es mit großer Mühe gelungen, die Bestätigung Rabbiner Barnbergers durchzusetzen.1) In bewundernswerter Weise wurde der von den Gegnern so angegriffene neue Rabbiner nicht nur den Hoffnungen seiner Anhänger gerecht, sondern zwang auch seinen Gegnern die Anerkennung ab, daß er imstande war, das Rabbinat zu verwalten und ihm das notwendige Ansehen zu geben. Würzburg und damit das von Juden so stark bevölkerte Unterfranken wurde das Bollwerk des thoratreuen Judentums in Bayern. Schon als Vertreter der Wiesenbronner Gemeinde hatte er es auf der im Jahre 18362) von der bayrischen Regierung einberufenen jüdischen Notabelversammlung verstanden, die Angriffe der Reformfreunde auf das überlieferte Judentum zurückzuweisen; jetzt als Rabbiner betrachtete er als besten Schutz des thoratreuen Judentums die Gründung guter Schulen, in denen von frommen tüchtigen Lehrern der Jugend die Elemente der Allgemeinbildung in engster Verbin,, düng mit gründlichem jüdischen Wissen und Liebe zum Thoragesetz übermittelt wurden. Der Mann, dem im Wahlkampfe mangelhafte Kenntnis der deutschen Sprache vorgeworfen war, veranlaßte in Würzburg die Gründung einer jüdischen Elementarschule. Immer mehr vertiefte er sich in das jüdische Er- Ziehungsproblem Deutschlands. Er kam zu der Ueberzeugung, daß nur durch einen gut ausgebildeten jüdischen Lehrerstand die Jugend dem Judentum erhalten werden konnte. Mit großter Energie und Selbstaufopferung arbeitete er jahrelang, bis es ihm gelang, die Mittel zur Gründung und Erhaltung eines Lehrerseminars aufzubringen. Endlich, im November 1864, konnte er in Würzburg die noch heute bestehende jüdische Lehrerbildungsanstalt eröffnen. Viele hundert Lehrer sind aus ihr hervorgegangen als Erzieher zum thoratreuen Judentum in 1J Vgl. Israelit Jhrg. 1878. 2) So N. Bamberger a. a. O. S. VIII und H. Bamberger a. a. O., S, 69.