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Jeschurun · 1928-09-01 · Heft 9-10 (September 1928) · p. Seite 526

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 9-10 (September 1928)
Date
1928-09-01
Page
Seite 526 (sequence 54)
Language
German
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526 Seligmann Bär Bamberger זצ-ל Vorbereitungen gründete Rabbiner Bamberger im Jahre 1864 die noch heute bestehende israelitische Lehrerbildungsanstalt. Als eine der ersten halachischen Autoritäten Deutschlands verfaßte er zahlreiche Gutachten. Im Jahre 1877: fällte er seine bekannte Entscheidung im Streit über den Austritt aus der Frankfurter Sgnagogengemeinde. Im nicht ganz vollendeten 71. Lebensjahre hauchte er an heiliger Stelle am zweiten Tage des Sukkotfestes im Jahre 1878 seine reine Seele aus. R. Seligmann Bär Bamberger war einer der größten Talmudisten und Halachisten Deutschlands um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts. Seine Knaben- und Jünglingsjahre in dem kleinen, dem Weltgetriebe fernen Wiesenbronn und an der Fürther Talmudhochschule waren fast ganz ausschließlich dem Thorastudium gewidmet. Da er nicht beabsichtigte, sich dem Rabbinerberuf zu widmen, sondern einfach ein Talmid Chochom werden wollte, wie es in den vorangegangenen Generationen der unterfränkischen Judenheit auch unter Privatleuten so viele gegeben hatte, fühlte er in sich keinerlei Verpflichtung, sich mit außerjüdischer Wissenschaft zu beschäftigen. Seine Gesinnungsgenossen R. Jakob Ettlinger, R. Zwi Binjamin Auerbach und Rabbiner Hirsch hatten sich für ihren künftigen Beruf auch auf der Universität vorbereitet; er ging von der Fürther Jeschiwa nach Wiesenbronn zurück, um hier, von seinem kleinen Geschäft nicht allzuviel gestört, sich weiter dem Thoralernen hinzugeben. Sein talmudisches Hauptwerk ״Nachale Dewasch“ gehört seinen frühen Mannesjahren in Wiesbaden an. Hier zeigt sich schon das Streben, die talmudischen Studien in den Dienst der halachischen Praxis zu stellen. T)as Werk verdankt seine Entstehung der intensiven Talmudforschung, die R. Seligmann Bär wie von selbst über die alteren und jüngeren Kommentatoren zu den Poskim führte. 'Man sieht hier förmlich den jugendlichen Forscher im Kreise seiner Schüler und im einsamen Nachtstudium in die tiefsten Schächte des Talmuds hinabsteigen, ehrfurchtsvoll und doch kritisch Kommentatoren und Dezisoren zu Rate ziehen, abwägen, zustimmen oder abweisen, unermüdlich nachschlagen

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