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Jeschurun · 1928-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1928) · p. Seite 69

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1928)
Date
1928-01-01
Page
Seite 69 (sequence 69)
Language
German
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Der Gottesdienst nsw. 69 Der Gottesdienst in den Synagogen der Gegenwart. Von Joseph Carlebach. II. Die einheitliche Synagoge. Nichts ist unsrem hochdifferenzierten Volke schwerer als seine Zusammenfassung und Einordnung. Gegen jede Vereinheitlichung hat es sich immer gesträubt, oft aus den edelsten Motiven, die aus der Hochwertigkeit seiner Nfiancierungen entsprangen. Gebet und Opfer, die Awaudo des Herzens und der Handlung, aber gewinnen ihren letzten Sinn erst in der Gemeinsamkeit Aller, in der Entäusserung vom Individuellen. Niemand darf sich selbst eine Bama bauen. ״Es komme alles Fleisch, sich vor dem Ewigen niederzuwerfen.“ Warum alles Fleisch? Warum diese unsre wenig ehrenvolle Charakteristik? Weil wir im Geistigen verschieden sind, weil wir uns nur in dem, worin wir alle gleich sind, in unsrer Endlichkeit empfinden dürfen, wenn wir uns betend dem Höchsten nahen. Wie aber sollen wir vor Gott in solcher Niedrigkeit erscheinen, da doch ״alles Fleisch“ vor der erhabenen Grösse des Schöpfers verstummen muss? הס כל בשר לפני הי. Das zeigt uns oben, dass wir in der Awaudo nicht in unsrer realen Persönlichkeit, unsrer Schwäche und Nacktheit, sondern in unsrer Idealität, in der unsaufgegebenen, in uns noch latenten Reinheit und letzten Vollkommenheit zu dem Erhörer allen Gebetes uns wenden. Nicht der wirkliche Mensch, der in ihm steckende ideale Mensch tritt vor den Ewigen hin. So ist der Gottesdienst durchaus Symbol, die Awaudo höchstes Bild der erlösten Menschheit, der Messianität. Im Zeichen der Erlösung, der Geula, betet der Jude! ״Wäre das Opfer nicht, so sprechen unsre Weisen, Himmel und Erde hätten keine Daseinsberechtigung.“ לולא מעמדות לא נתקיימו שמים וארץ. Wäre nicht in den Symbolen der Awaudo täg-

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