Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Isaiah 1× ep/1005097
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70 Der Gottesdienst usw. lieh die allgemeine, alle Wesen umfassende Anbetung Gottes zum Ausdruck und zur Beherzigung gekommen, es hätte keinen Sinn, dass Menschen sind. Israel, als die Menschheit im Kleinen, als das Erstgeborene der Völker, weil es seine Geburt als in Gottes Kraft und Hörigkeit erfolgt betrachtet hat, stellt in seinem Opfer jedesmal in sichtbarer Verkörperung dar, dass alles Fleisch sich dem allmächtigen Gott opfert und opfern wird. So sieht Jesaja, dass Sein Haus bestimmt ist, das Haus des Gebetes für die Völker alle zu sein. Im Gebet wird dergestalt alles idealisiert; jede jüdische Gemeinde ist Abbild der Gesamtheit Israels und der Menschheit, jeder Ort eine verkleinerte Erde, jede Synagoge ein Hinweis auf die Tempelstätte. Wo wir im Zeichen der Erlösung beten wollen, da müssen alle Angehörigen eines Wohnbereiches in einheitlicher Synagoge beten. Dass diese aber auch die gebieterische Forderung der Stunde, die dringendste Notwendigkeit im Gegenwartsstadium des Judentums ist, das wollen wir aus einer Betrachtung talmudischer Aussprüche erweisen, die uns Vergangenheit und Gegenwart der Synagogen ins rechte Licht zu rücken und die innere Berechtigung unsrer Auffassung zu erweisen geeignet sind. In der Gemara (Succaölb) heisst es: Rabbi Jehuda sagte: ,Wer nicht die Doppelhallensynagoge zu Alexandrien gesehn, hat nie die Herrlichkeit Israels mit Augen geschaut. Man erzählt: wie eine grosse Basilika war sie gebaut, eine innere Säulengalerie (Stoa) von einer andren eingefasst. Dort fanden sich zweimal soviel Beter *) ein als Männer einst aus Aegypten zogen. In ihr standen 71 Sitze von Gold für die 71 Aeltesten, jeder Sitz nicht weniger an Gewicht als 211 2) Kikar Goldes; und ein Altar aus Holz stand in der Mitte und der Vorsteher des Gotteshauses darauf, mit Tüchern in der Hand. So oft man an ein Omen gelangte, schwenkte er ein Tuch und alles Volk stimmte 1l Lesart Elijahu Wilnas; nach andren Lesarten: zuweilen waren dort sechsmalhunderthundert gleich den aus Aegypten befreiten; andre sagen doppelt soviel. 2) Dieselbe Lesart.