Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1927)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 106)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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102 Bücherbesprechungen eigene Lehre, die ja in wesentlichen Punkten den Lesern dieser Blätter aus den umfangreichen und gründlichen Besprechungen Oscar Wolfbergs bekannt sind um damit zu schliessen, dass für die Naturmetaphysik der Parapsychologie die Zukunft gehöre, wenn ihre Hypothesen auch zur Zeit nur vorläufiger Art sind. Bewusst hat D. auf eine Würdigung der materialistischen Systeme verzichtet; er schätzt sie für eine Metaphysik der Natur aber doch wohl zu gering ein. M. E. durften sie in einer typologischen Darstellung der Geschichte der Naturmetaphysik nicht fehlen. Bewundernswert bleibt bei D. die Heraushebung des Wesentlichen aus einer so gewaltigen Fühe des Stoffes, die Loslösung des für die Naturmetaphysik in Betracht kommenden aus den mit ihr verflochtenen Nachbargebieten der Philosophie und vor allem die Verhältnismassige Verständlichkeit auch für den Lernenden. J. W. Schriften des Pliiloverlags sämtlich Berlin 1926. Julius Babs Goethe und die Jaden. — William James Unsterblichkeit. — Engelbert Krebs Urkirche und Judentum. — J. Müller Völkische Weltanschauung. — Paul Nathan Das Problem der Ostjuden. — Joseph Norden Auge um Auge, Zahn um Zahn. — Heinrich Rosin Die Juden in der Medizin. — Julius Schäffer Die Zerstörung des Volksgedankens durch den Rassenwahn. Julius Bab’s ״Goethe und die Juden״ unterzieht sich der Aufgabe (wie der Vf. selbst hervorhebt) um der notwendigen apologetischen Abwehr des Antisemitismus willen, ״das Goethe’sche Werk aus der überzeitlichen Höhe seiner menschenbildnerischen Bedeutung herabzuziehen und als Argument in leidig-aktuellen Debatten zu missbrauchen״. Dass das mit Geschmack geschieht (freilich, soweit ich sehe, ohne Beibringung neuer Quellen gegenüber dem Buche von ״Goethe und die Jaden“ von Heinrich Teweles (Verlag W. Gente Hamburg 1925) dafür bürgt der Name des Vf. Der Vortrag William James, des Vf. der ״Principles of Psychology״ ist nicht so aufschlussreich, wie man es von diesem Philosophen erwartet. Er behandelt in einer Ingersoll-Vorlesung (eine Institution, die nur in dem grosszügigen Amerika denkbar, eine Stiftung an der Karward-Universität, auf Grund derer in jedem Jahr über das Thema der Unsterblichkeit gesprochen werden soll,) zuerst die Ablehnung des materialistischen Einwandes, nach dem das Bewusstsein eine Funktion des Gehirns ist. Er unterscheidet zwischen der produktiven Funktion, nach der das Gehirn das Bewusstsein hervorbringt, die ja als materialistischer Widersinn längst erkannt ist, und der Funktion, die in einem Durchlässen besteht. Auf Grund dieser ״Transmissionstheorie,״ die schon von Früheren aufgestellt worden ist, lässt sich sehr gut erklären, dass das Bewusstsein eine Funktion des Gehirns sein kann, ohne dass es mit dem Anfhören der Arbeit des Gehirns verschwindet. Aber gerade wie damit die individuelle persönliche Unsterblichkeit aufrecht erhalten werden kann, darüber wolle er sich nicht auslassen. — Der zweite Ein wand gegen die Unsterblichkeit ״die Uebervölkerung des Himmels,״ dem W. James mit dem Hinweis auf Wundt’s ״Gesetz des Universums״ begegnet, nachdem im Gegensatz zum Gesetze der ״Erhaltung der Energie״ in der physikalischen Welt es ein Gesetz des Wachstums der geistigen Energie gibt, sodass, wenn ein Mensch geboren wird, darum nicht ein anderer zu sterben braucht, damit die Gesamtbewusstseinssumme in der Welt konstant bleibt —, ist so kindlich, dass man nicht begreift, wie er sum Gegenstand der zweiten Hälfte des Vortrags gemacht werden konnte. Die wissenschaftlichen Anmerkungen im Anhang sind bei einem W. James natürlich wertvoll. Die Arbeit von Josef Norden behandelt, wie das im Titel angegeben ist, eine vielumstrittene Bibelstelle und erweitert sich zu einer