Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Neue Beiteräg. Nachträge 291 zu seinen Dichtungen verwendet. Er lässt ja die Zerstörung des Tempels auch durch Sternbilder und Monate beweinen6)! Aehnlich ist die Anwendung der Priesterordnungen zu verstehen. Dass ihre Namen und die ihrer Wohnorte auch in anderen Dichtungen, nicht blos in Kinot, verwendet wurden, ersieht man aus der Dichtung זולת, die ich in ישמן (hebr.) I תר״פ, S. 90 f., aus einer Genizahandschrift7) veröffentlichte, und ganz besonders aus den פיוטים über die oben gesprochen wurde. An der bezeichneten Stelle des 8 ישמן) wurde auch gezeigt, dass die Barajta auch sonst als Unterlage für agadische Deutungen verwendet wrurde, vgl. auch oben Abschnitt I, Anmerkung 43. Das Hohelied. Von Dir. Dr. Joseph Carlebach. IV. Die Sprache und Eigennamen des Hohenliedes. Von ganz eigenartigem Reiz ist die Sprache des jüdischen Minnesängers. Sie gleicht einem Tanz der Elfen über einem Blumenteppich. Sie schwankt gleichsam ohne Schwere in Erdennähe, ohne je den Boden zu berühren. Frei von Abstraktionen verharrt sie immer im greifbar-anschaulichen, scheut es nicht, Bild an Bild zu reihen, alles und alles in den Schmuck des Sinnlichen, Malerischen zu kleiden, ohne dennoch jemals die duftigen Gefilde des Geistigen zu verlassen und die Weite der Gedanken im Konkreten, Dinglichen zu verlieren. Der Seele Rausch ist ihr ״ein Haus des Weins״, das Heimatland das ,Haus der Mutter״ .״Stadt und Märkte“ sind der Seele Gefängnis, das ״Dorf“, oder umsomehr die ״Wüste“ die freie Welt der seihstgenügsamen Liebe. Des ״Gaumens Lüste“ ist das holde Wort der Zuneigung, ״Würze und Duft“ der Ausdruck des Wohlge- 6) Ygl. זכור איכה und dazu Beitr. 100 Anm. 1. S. auch die schöne Kina אז בהטאיבו חרב מקדש für den Vorabend des 9. Ab. 7) Ms. Heb. d. 29 r, 29 v, 30 r in Oxford. *) Seite 88.