Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 93)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Eine dogmatische Unmöglichkeit 91 Dr. Fürst hervorhebt, mancher ehrenwerte und tüchtige Gelehrte. Der älteste Vorfahre Akiba Egers im Mannesstamm ist wohl Moses Margulies, der vom Ende des 16. bis Mitte des 17. Jahrhunderts in Wien gelebt hat und dort schon ein Haus in der Judengasse besass. Die väterliche Grossmatter Akiba Egers war eine Tochter von Moseheh Broda, des berühmten Sohnes seines berühmten Vaters Abraham Brodas. Die Gattin Moseheh Brodas, also eine Urgrossmutter Akiba Egers war Röschen Fürst aus der bekannten Familie Fürst in Hamburg-Altona. Die Hochzeit zwischen Moses Broda und Röschen Fürst fand in Hamburg statt und Abraham Broda kam zu dieser Hochzeit nach Hamburg, wo er damals mit dem berühmten R. Zwi Aschkenasy (Chacham Zwi) einen heftigen Streit hatte, der durch das Entgegenkommen beider Teile beigelegt wurde. Auch die Mutter von Broda, Rechle stammt aus einer alten Wiener Familie, die sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Unter ihren Vorfahren befindet sich die 16;;9 (siehe Wachstem) verstorbene Mirl,- eine hoch angesehene und wohlhabende Frau in Wien aus der alten Prager Familie Theomim Frankel. Seinen Namen entlehnt Akiba Eger bekanntlich der Familie seiner Mutter, einer Tochter des angesehenen Rabbiners Akiba Eger in Pressburg, der seinerseits von der angesehenen Familie der Haiberstadter Eger abstammt. Auerbach in seiner ״Geschichte der israelitischen Gemeinde in Halberstadt“ macht mehrfach Angaben über diese Familie, die seit dem 17. Jahrhundert die Gemeinde Vorsteher und Schtadlanim von H&lbersladt stellte. Die Nachkommen von R. Akiba Eger sind ausserordentlich zahlreich und über die ganze Welt zerstreut. R. Akiba Eger hatte 17 Kinder, die zum grössten Teil wieder zahlreiche Nachkommenschaft hatten. Die Nachkommen Akiba Egers, der im Jahre 1837 verstorben ist, zählen jetzt schon sicherlich nach Tausenden. Trotzdem hat sich in dieser Familie ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl erhalten, und die Erinnerung an die Vorfahren ist vielleicht lebendiger als in vielen anderen jüdischen Familien. Dafür spricht auch, dass die Zahl der Familienmitglieder, die der Religion der Väter abtrünnig geworden ist, verschwindend gering ist. Eine dogmatische Unmöglichkeit. Von Wolf Jawitz, London. Der interconfessionelle Friede wäre viel gesicherter, wenn die unterscheidenden Merkmale der verschiedenen Bekenntnisse mehr bekannt wären. Um nur einen bescheidenen Beitrag, zur Klarstellung der Miss- Verständnisse auf die3em Gebiete, jüdischerseits zu liefern, wollen wir־