Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- Seite 162 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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162 ״Licht und Schatten4*. Ps. 41,3. entnommen. Ist es nun gekommen, dass man die- Auflösung des ג״ר־׳ו nicht gekannt hat, was nebenbei gesagt, auch dem grössten Gelehrten unterlaufen kann, und man dann die Apostropbenzeichen für eine irrtümliche Beigabe angesehen hat, oder war es ein schöner und witziger Einfall, dass die Ausserachtlassung der Apostrophe eine neue Eulogie schaffen könnte, wenn man zu dem נדו, das natürlich nicht allein stehen kann, noch יאיר hinzusetze und damit dem אור תורהו יזרה einen Gefährten zuführe, das lässt sich nicht entscheiden. Wenn in diesem־ נרו יא*ר, das sich, wie ich glaube, erst in den תשובות des 18. Jahrhundert« findet, das ברו noch apostrophiert angetroffen wird, so hat dies ein ״gelehrter“ Setzer verschuldet. Damit wären wir aber an die zweite Bedeutung des Lichts im jüdischen Gedankenkreise gelangt: nach dem Lebenslicht das des Geistes, das אור תורה, das erst das Leben wert macht gelebt zu werden־ R. jisroel Salanteru. die Mussarbewegung. Von Rabbiner J. Weinberg. III. K O W n 0. Wir wissen bereits aus den früheren Darlegungen, warum R. Jisroel seinen Wohnsitz von Wilna nach Kowno verlegte. Die Begegnung mit den Wilnaer Maskilim und der russischen Regierung war^ für ihn kein gewöhnliches Erlebnis, das bloss zu einem Ortswechsel führte, sondern ein höchst bedeutsames Ereignis, das in seinem Geist eine stürmische Erregung und einen Wandel seiner Gedankengänge hervorrief. Der lieberlistungsversucb, mit dem die Wilnaer Maskilim ihn dahin bringen wollten, mit ihnen an einem Strick zu ziehen, und der Zwang, den die russische Regierung auf ihn ausüben wollte, um ihn zu einem Instrument (גלי־־שרת) ihrer Absichten zu machen, gewannen in seinen Augen symbolische Bedeutung: nicht ihn allein wollte man bezwingen sondern das ganze Judentum, das Judentum der 1J Vgl. Jeschurun VII, 595—605; VIII, 52—61.