Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1920-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1920) · p. Seite 325

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 325 (sequence 127)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2292929-2292996-2293000--04313-2297595
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

325 Esri01 Hndosho'ir.^r רדררr! rUo jfulisחולי׳ Solidarität. Anders bei Esriel Hildesheimer. Er hatte nicht nur ein gütiges, sondern auch ein jüdisches Herz. Sein achtzehn־ jähriger Aufenthalt in Ungarn hatte ihn mit den Ostjuden in innigere Verbindung gebracht, er war dadurch für die Wesensart, die sich dem ״unkultivierten“ Ostjudentum in Herzensverhärtung verschloss, ein für alle Mal verdorben. Andrerseits hatten die Angriffe, die er von chassidischer Seite erfuhr, ihm die Augen geöffnet für die Gefahren der Einseitigkeit einer alles Westeuropäische ablehnenden Gesinnung. So hatte das Arbeitsfeld, dem er die letzten Mannesjahre gewidmet, in ihm die gegebene Anlage verstärkt, für die Gesamtheit sich mit allen Kräften einzusetzen. Wie er mit der Gesamtheit aller Glieder des jüdischen Volkes — gleichsam horizontal — sich verbunden fühlte, so empfand er — vertikal — die Einheit der gegenwärtigen mit den vergangenen Geschlechtern mit besonderer Stärke. Eine dankbare Liebe erfüllte ihn gegen die Grössen der alten Zeit. Wenige haben so wie er sich der Persönlichkeit, den Werken und Gedanken der Alten in Demut unterworfen. Und das rss חסד של hat er in vorbildlicher Weise geübt. Es ging kein Grosser der alten Generation dahin, dessen Wirken er nicht in einem Lebensbild für die Nachwelt zu zeichnen sich bemühte. ״Die jüdische Solidarität/ ist ein Thema, das Hildesheimer ausführlich behandelt hat1). Nach allen Richtungen wird der Gegenstand abgewandelt. Er redet von der ״inneren und äusseren Solidarität/ Er zeigt, wie das Gefühl für die Solidarität die Gatten erst so nahe bringt, dass sie eine jüdische Ehe führen und das Verhältnis zwischen den Eltern und Kindern so gestallet, dass jene sich der Verantwortlichkeit für die Erziehung bewusst werden, diese in den Idealen der Eltern die eigenen Ziele sehen. Die Gemeinde wird nur ihrem Zwecke dienen, wenn der Gemeinsinn ausgebildet ist, wenn mit den Einzelnen mit den Institutionen und dem Gemeinwesen wir uns solidarisch fühlen als wären sie ein Stück von uns. Und endlich ist der 1j Berlin 1880. Julius Benzian.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.