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Jeschurun · 1920-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1920) · p. Seite 326

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 326 (sequence 128)
Language
German
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326 Esriel Hilde?!ותוחוer und die jüdische Solidarität. religiöse Bestand der Gesamtheit nur denkbar, wenn diese eben in ihrer Gesamtheit für alle eintritt, wenn nicht nach Städten und Ländern sich die Interessen sondern, wenn vielmehr das Bewusstsein lebendig ist, dass das eine Land der Gesamtheit bieten kann, was die anderen Länder aus sich heraus nicht schaffen können. Ein Gedanke, der von ihm fruchtbar gemacht wird für die Notwendigkeit einer von der ganzen Welt zu fordernden Unterstützung der Jeschiwoth und anderer jüdischer Bildungsanstalten. Solidarität aber auch nach aussen hin! In der Betätigung für die Ortsgemeinde, den Staat und die gesamte Menschheit sich bewusst sein, dass der einzelne Jude für alle verantwortlich gemacht wird, aber auch für alle einzustehen hat, die Pflichten, die ihm aus seinem Verhältnis zu Stadt, Staat und Menschheit erwachsen, aufs peinlichste zu erfüllen aber auch auf alle Rechte, die ihm hier zustehen, energisch zu pochen hat. Es ist wiederum bekannt, wie EL das was er hier gelehrt, wie wenige gelebt hat. Institutionen haben auch andere geschaffen und mit Hingabe geleitet. Er aber hat den Gedanken der Notwendigkeit des Eintretens für die Gesamtheit der jüdisehen Welt aufs lebhafteste propagiert, hat durch sein Beispiel gezeigt, bei der Frage der Falaschas, bei der Unterstützung der Notleidenden in den fernsten Ländern, hei der Organisierung der Hilfe für die vor den Progroms Flüchtenden, wieviel ein Einzelner vermag, in dem die Liebe für das jüdische Volk in heisser Flamme lodert, der sich mit der jüdischen Gesamtheit in Wahrheit solidarisch fühlt. Sein Beispiel und Muster war es auch, das sich in seinen Söhnen die Helfer erzog, von denen der eine die unvergänglichsten Verdienste für Abwehrund Schutz unserer Rechte sich erworben, ganz auf sich gestellt die Arbeit leistete, die später erst weitverzweigte Organisationen übernahmen, der andere S״ro»1S noch jetzt der Mittelpunkt der mannigfachsten Hilfsaktionen im kleineren und weitesten Kreise ist. Dementsprechend war auch seine Liehe von einer anderen Färbung und vor allem von einer anderen Intensität als die in den gesinnungsgenössischen Kreisen geläufige. Es lagen ihm natürlich Gedankengänge fern, wie sie von dem heutigen jüdischen

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