Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1920)
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Rabbi Esriel Hildesheimer זצ״ל. 15 würdigt waren, in der kleinen Stadt Ungarns um ihn zu weilen! Die Tage von Eisenstadt. Mein Geschlecht war eben geboren, als sein Wirken dort zu Ende sich neigte. In vergilbten Papieren nur habe ich es gelesen, aber es klingt und singt darin von einer glücklichen, seligen Zeit. Nach sechs Jahren unermüdlichen Lernens wurde am ר1׳ח אדר שד ein סיום auf כתובות veranstaltet. Am frühen Morgen begann die Feier mit schönen Gesängen und währte ununterbrochen bis tief in die Nacht. Immer von Neuem erhoben sich hervorragende Bachurim zu glänzenden Darlegungen der gelernten סודות, und stundenlang sprach der Eabbi über das von allen Teilnehmern sorgsam vorbereitete Thema. Dreimal hielt er am Tage einen geistsprühenden agadischen Vortrag, er erzählte den Schülern von seiner Vergangenheit, schilderte die Erfolge, die das konservative Judentum errungen, und rief seine Jünger zu Mitkämpfern auch für die Zukunft. Und als das herrliche Mahl beendet, als ihm die Weihegabe des Bachurim-Vereins übergeben worden, als an ihm der glänzende Fackelzug von Hunderten von Schülern vorübergezogen war, da nannte er diesen Tag den schönsten seines Lebens, weil er so ganz erfüllt war von reiner .שמהר. של מצור. Heil dem Auge, dass solches geschaut! Bei der Kunde davon verschmachtet unsere Seele! Ja, ein Frommer ist er gewesen — und ein Held! Versuch’ ich’s, den Helden zu schildern?! Welch törichtes Unterfangen, in eine kurze Darstellung ein ganzes Leben zu fassen, das an jedem Tage Heldentaten vollbracht! Wo sollte ich beginnen? Wo finde ich ein Ende? Nenn5 ich ihn ein Helden, weil er sich seihst bezwang? Das ganze Leben hat er mit dem irdischen Triebe gerungen, und immer hat er obgesiegt. Ueber den Schlaf habe man keine Gewalt, meint auch der Talmud. Aber er hat auch den Schlaf bezwungen. Am ^:־abend wT011te er nach altem Brauch nicht lernen. Er schlief ein bis zwei Stunden, punkt zwölf erhob er sich vom Lager und ging an die Arbeit. — Nenn’ ich ihn einen Helden, weil er gekämpft hat