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Jeschurun · 1920-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1920) · p. Seite 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 Rabbi Esriel Hildesheimer זצ״ל. vielleicht lässt er sich verführen, dass wir ihm beikommen können und unsere Rache an ihm erleben.“ Und doch hat der Chassidismus einen berechtigten Kern, und doch bleibt es wahr, dass Frömmigkeit nur dem Menschen eigen ist mit tiefem Gefühl, und sicher hat der Sänger der Hallelpsalmen das Gottesgebot nicht geübt als angelernte Menschensatzung. Das Haus Jakob’s ist ein Feuer, das Haus Joseph’s eine Flamme. Wir dürfen vom Osten lernen: התלהבות unserem Gotte zu dienen in Freude und in lohender Begeisterung des Herzens. Und auch unser Rabbi hat sein deutsches Empfinden am Feuer des Ostens entzündet. Er hatte nicht Zeit seinen Gefühlen Ausdruck zu geben, denn bei ihm war in Wahrheit jede Minute einem heiligeren Zwecke gewidmet. Aber in Ruhepunkten seiner Tätigkeit brach es hervor so stürmisch heiss, so goldig warm. Zwei Momente nur führe ich Euch vor, die mir seine Persönlichkeit so lebendig erhalten haben, als sähe ich ihn jetzt mit leiblichen Augen, als hörte ich den Klang seiner Stimme. Wenn er zu הזרה herabkam, die Früchte des Lernen’s zu pflücken, welch’ himmlisches Glück leuchtete da aus seinen Augen, wie strahlte sein Antlitz, verklärt von göttlicher Freude, wie ging dann ein Flüstern und Raunen durch unsere Reihen, wie wurde uns warm um’s Herz, als weilte ein Engel in unserer Mitte! Und wenn wir die Nacht zum Feste der Oifenbarung hindurch hei ihm gelernt und er vor dem עמוד trat, seinem Schöpfer recht lange das Loblied zu singen — er war schon ein Greis und die Stimme war hart — aber aus jedem Ton erklang die kindlich reine Seele, jubelnd und jauchzend ob der Lehre, die uns geworden, uns war, als vernähmen wir das Rauschen des göttlichen Wagens und eine Stimme in uns: ״Der Herr ist in Seinem heiligen Tempel, stille vor Ihm alle Lande!" Nur zwei Momente hob ich hervor. Wie dürfte ich auch die Kunde von den Festtagen seiner Seele vermittein! Er stand uns schon ferner, in der Weltstadt gehörte der Welt sein Wirken. Was könnten die erzählen, die ge-

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