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Jeschurun · 1920-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1920) · p. Seite 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 Rabbi Esriel Hildesheimer זצ״ל. sein Leben lang? Aus dem, was ich Euch heute erzählt, habt Ihr’s erfahren, und es war doch nur ein Tropfen am Eimer. — Nenn’ ich ihn einen Helden, weil er mit eiserner Energie, was er unternahm, zu Ende geführt und nie den Mut hat sinken lassen? Ich müsste Entstehen und Entwicklung unserer Gemeinde und unserer Anstalt, ja, eine Geschichte der jüdischen Wohltätigkeit in der zweiten Hälfte des vergangenen Jakrhurderts schreiben, wollte ich seiner Tätigkeit gerecht werden. Gemeinden haben auch Andere geschaffen, Lehranstalten auch Andere gegründet, aber er schuf eine Welt aus dem Nichts. Von Saal zu Saal zog er und predigte seiner künftigen Gemeinde, als er hierher berufen ־ward, und mit eigener Band hat er die Mittel zusammengebracht zur Fundierung der Anstalt. Sechsunddreissig Stunden hatte er die Augen nicht geschlossen, als er die Rede zur Eröffnung des Rabbiner-Seminars vor dem Vertreter des Kultusministers hielt. ״Nehmt Euch der Falascbas an״, rief er der jüdischen Welt zu, und ״schützet unser Volk vor der Mission in Jerusalem;״ ״sehet unsere Brüder hungern in Ostpreussen, habt Ihr kein Auge für das Elend Westrusslands״? In Feindesland sandte er zu den jüdischen Kriegern die Pessachspeise und bot den russiehen Flüchtlingen die rettende Hand; was die Flammen in Bagdad zerstört, baute er wieder auf, und ״um Zions willen״ wollte er nimmer schweigen. . . ,ודעת קדושים בינד Den Heiligen zu erkennen, das gibt die rechte Einsicht. Ich habe ein Bild zu entwerfen gesucht von unserem Meister, der ein Denker war und ein Frommer und ein Held, ein Bild in schattenhaften Umrissen. Ihr sähet nicht das Licht, wie es strahlte in seiner Höhe, und könnte ich es vor Eure Augen zaubern, es bliebe nur ein Bild. Und wäre er selber in seiner Herrlichkeit vor Euch gewandelt, Ihr hättet ihn nicht zu erreichen vermocht, denn er verkörperte ein Ideal, das in einem Jahrhundert nur einmal sich verwirklicht. Aber Sehnen und Streben sei auf dieses Bild gelenkt, dass es Euch immerdar erzähle, wie er gedacht und gefühlt, was er

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