Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1920)
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Rabbi Esriel Hildesheimer זצ״ל. i getrieben sein Leben lang, aber was er bot, waren nicht Worte sondern Sachen. Seine Dissertation behandelte das Thema: ״Ueber die rechte Art der Bibel-Interpretation.“ Dann folgten ״Die Materialien zur Benrtheilung der Septuaginta.“l) Und wie in der Jugend für die Bibel, so hat er im Alter für die Mischnah gekämpft. Seine ״Beschreibung des herodianischen Tempels“ ist ihm ״ebenso sehr Angelegenheit des Herzens wie Interesse des Geistes.“2) Er will den Nachweis führen, und er führt ihn, dass die vielgeschmähten Rabbiner, deren Glaubwürdigkeit Josephus gegenüber immer angezweifelt wird, im Rechte sind. Ich kann es mir nicht versagen, die schöne Stelle aus Note 9 hier anzuführen: ״Wie Vieles steht nun aber nicht dem gegenüber auf Seiten der Rabbinen! Josephus' Blick war bei jedem Worte, das er schrieb, nach Aussen, das der Rabbinen nur nach Innen gerichtet. Ersterer hatte, wenngleich wohl besten Willens, ein Interesse daran, die jüdischen Angelegenheiten so recht imposant darzustellen, von unabsehbaren Schluchten, von Prachtbauten, wie je nichts Schöneres gesehen worden usw. zu sprechen, die Rabbinen konnten Alles beim rechten Namen nennen, da sie ja nur zu ihren Angehörigen sprachen und für sie schrieben. Auch hatten die Rabbinen viel mehr die Müsse und wissenschaftliche Ruhe in ihren ungestörten Lehrhäusern, den Stätten gegenseitiger Belehrung und Controlle, als Josephus in der Weltstadt und in der süssen Last kaiserlicher Gunst und Dependenz. Die Rabbinen bewegten sich ferner dabei in der religiösen Atmosphäre der אמונה, die ihrem Begriffe gemäss vor allem strenge Treue bewahren muss, Josephus hingegen ward viel mehr von politischen als selbst von historischen, noch viel weniger aber von eigentlich religiösen Motiven bestimmt. Und nun endlich die Forschung in den Originalquellen, die den Rabbinen absolut und in weitester Ausdehnung, Josephus aber, wenn er überhaupt aus erster Quelle schöpfte, jedenfalls weit 1) Orient 1848. Nr. 80 ft. 2) Jahresbericht des Rabbiner-Seminars 1876—77, 8. 3.