Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 17 (1938)
- Issue
- 25 (23.6.1938)
- Date
- 1938-06-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2277379-2278191-2278213--12937-2291817- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 25 * 1. Beiblatt GYZeitung 23Junil938 * Seife3 Australien / Bildnis eines Erdteils Von der „Kindheit" des Kontinents und seinem politischen Werden handelten die Aufsätze in den Nummern 19 und 21. Heute veröffentlichen wir den Schlussaufsatz, der sich mit Wirtschaftsprohlemen befasst und die Frage nach der Zukunft des Erdteils stellt. DIE REDAKTION. Neue Maschinenwelt Obwohl' die heutige Weltbedeutung Australiens auf seinem Reichtum an Wolle und Weizen beruht machen sich dennoch in der letzten Phase seiner rapiden Entwicklung die Anzeichen eines grundsätzlichen wirtschaftlichen Strukturwandeis bemerkbar. Australien, das reichgesegnete Agrarland, befindet sich gegenwärtig in einem Prozess der Industrialisierung, der keineswegs zwangsläufig ist, sondern planmässig durch wirtschaftspolitische Massnahmen be- Altpapier — Adolf Naftaniel Berlin >" 65, Am Nordhafen 5 46 26 05. günstigt wird. Am weitesten ist zunächst der Aufbau der Nahrungsmittelindustrie fortgeschritten. Besonders in Viktoria und Neu-Süd-Wales sind Konserven-, Marmeladenfabriken und Zuckerraffinerien ent- . standen, neue Mühlen-Grossbetriebe und Bierbrauereien haben sich den schon vorhandenen angereiht. Aber Australien will sich mit diesen die Landesprodukte verarbeitenden Industrien nicht begnügen. Neben der Wollwäscherei und Tabakverwertung forciert man neuerdings die Entwicklung der Textilindustrie und Lederwarenfabrikation. Mit besonderem Hochdruck wird der Aufbau einer eigenen Maschinen- und Metallwarenindustrie betrieben, die Australien von der überseeischen Einfuhr möglichst unabhängig machen soll. Der Reichtum an guter Kohle erleichtert den industriellen Aufbau, demgegenüber freilich ein empfindlicher Mangel an Erdöl ins Gewicht fällt. Dieser im Eiltempo durchgeführten Industriealisierung entspricht jedoch nicht der gegenwärtige Stand des Verkehrswesens. Der Nachrichtenverkehr funktioniert zwar ausgezeichnet, aber der Güter- ALICE GLASER En gros - en detail — Berlin W62, Kurfilrstenstr. 99a (Zoo) Tel. 245124. Qualitäts-Strümpfe, Socken, Damenwäsche. verkehr im Innern des Landes wird durch den Mangel an Eisenbahnlinien und Wasserstrassen aufs schwerste gehemmt. Noch bis vor kurzem wurde er auf weite Strecken nur durch Kamele aufrechterhalten. In neuester Zeit hat der Kraftfahrer das Kamel verdrängt und eine tragfähige Basis des Binnenverkehrs geschaffen. Aber auch das Auto muss vor der Naturgew^alt haltmachen, wenn die Regenfälle jeglichen Verkehr auf der Erde unterbinden. Dann bleibt nur noch der Luftverkehr als Notbehelf übrig. Flugzeuge verkehren zwischen Sydney, Melbourne und Adelaide. Im ganzen ist * jedoch das Verkehrsproblem noch keineswegs befriedigend gelöst. Welche Motive mögen der überraschenden Industrialisierung Australiens zugrunde liegen? In der Nachkriegszeit sind bekanntlich in wichtigen Rohstoffländern der Welt Autarkiebestrebungen in die Erscheinung getreten. Der Krieg hatte den üblichen Kreislauf zwischen . Rohstoffland und Fabrikationsland unterbrochen und die Rohstoffländer zum Aufbau einheimischer Industrien genötigt. Man wehrte sich dagegen, den eigenen Rohstoff von fremder Hand als Fertigfabrikat auf Umwegen zurückzuempfangen. Sicherlich ist diese für die Nachkriegszeit charakteristische Denkweise bei der Einleitung der australischen Industriepolitik mitbestimmend gewesen. Eine nationale Industrie soll Australien zunächst instandsetzen, seine Rohstoffe möglichst weitgehend im eigenen Lande zu verhm\\ um MimMm mt aas—aaniMnrmiiiwiMBa—«a—sama» Teppich- UKjly DQp|fQr NO. Greifswalder Str. 13 / 533371 Reinigung II lief ÜC5»RCI,KunststOD{erei,Entmottung,AufbBwahruRgeic. arbeiten. Der Konkurrenz des Auslandes wird man sich durch hohe Schutzzölle erwehren. Damit wäre dann die erste Etappe des Industriealisierungsprogramms erreicht. Zum zweiten will man durch die Hinzufügung spezieller Industrien, wie der Maschinen- und Metallwarenindustrie, die bisher schlechthin unentbehrliche Einfuhr überseeischer Qualitätsfertigfabrikate immer mehr verdrängen. Dem gleichen Ziele strebt die im Aufbau befindliche Textilindustrie zu. Die Zusammenballung der Bevölkerung in den wenigen grossen Städten des Erdteils begünstigt natürlich die Tendenz zu einer so w^eit wie möglichen industriellen Totalität. Melbourne und Sydney, in denen ungefähr ein Drittel der Bevölkerung wohnt, sind daher die wichtigsten Standorte der Industrialisierung. Was kann der neue Iiidustrialismus für Australien bedeuten? Die ungeheuren Getreidesilos im Hafen von Adelaide, die Schlachthöfe Sydneys und die Wollspeicher in Melbourne weisen durch ihre Dimensionen darauf hin, dass Australiens wirtschaftlicher Aufstieg auf dem Export beruht hat. Wenn aber ein industrialisiertes Australien nicht mehr wie bisher dem Ausland — vornehmlich dem Mutterland uud USA — Textilwaren und Maschinen u. a. abnehmen will, muss es sich fragen, was aus seiner Wolle, seinem Weizen und seinem Gefrierfleisch wird. Denn wenn auch dreiviertel des .Schaffleisches im Inland verkonsumiert werden, so sind doch die Möglichkeiten des industriellen Inlandsabsatzes bei der Kleinheit der Bevölkerung sehr beschränkt. Wohl unter dem Eindruck der letzten weltwirtschaftlichen Krise, welche die Gefahr einer Abhängigkeit vom Export sehr verdeutlichte, hat Australien seine industrielle Autarkisierung verstärkt. Eine der grossen Fragen dieses an Gütern der Natur so reichen Erdteils ist, ob sie nicht an den Erfordernissen der exportabhängigen Gesamtwirtschaft ihre baldige Grenze finden ward. Der leere Raum Die imperialistische Stimmung, die, wie wir zeigten, einst zu der nationalen Einigung Australiens geführt hat, hat den Blick seiner auswärtigen Politik über das östlich gelegene Weltmeer schweifen lassen. Die Randlage am Pazifischen Ozean ist zu seinem'"politischen Schicksal geworden. Im Gefühl seiner wirtschaftlichen Kraft und Chancen durfte es den Anspruch erheben, Briefmarken - Fritz Lewin Berlin W 35, Lützowstrasse 91 A. die Vormacht in der weitgedehnten Inselwelt der Südsee zu sein. In die Richtung dieser expansiven Politik wiesen die Ausdehnung der australischen Souveränität auf Britisch-Neuguinea und die Mandatsübernahme über die ehemaligen Schutzgebiete des Deutschen Reiches südlich, des Aequator mit Ausnahme von Samoa. In dem Streben nach einer Vorrangstellung iu der Südsee kreuzen die Kreise Australiens die zweier anderer Weltmächte — USA und Japan. Auf Grund der gemeinsamen angelsächsischen Abstammung und lebhafter Handelsbeziehungen hielt" es nicht schwer, den Interessenkonflikt mit USA stärker auszugleichen als das australisch-japanische Verhältnis. Australien und. das britische Mutierland können einander nicht entbehren. Australien bildet nicht nur die östliche. Flanke der britischen India-Meer-Basis, sondern es ist, von den Vorposten Singapore und Hongkong abgesehen, neben dem benachbarten @ ÄdCiph Klein Bauausführungen jeder Art 0 .7. Honenlohestrasse 17. Telephon: 58 84 17. Dominion Neuseeland der Eckpfeiler der Machtstellung des Empire im Stillen Ozean. Es entspricht daher einem vitalen Interesse Grossbritanniens, sich für Australien einzusetzen, wie andererseits Australien militärisch auf Grossbritannien angewiesen ist. Denn trotz aller Anstrengungen — eine Verteidigüngsanleihe in Höhe von zehn Millionen Pfund ist vorgesehen — ist Australien ausserstande, sich aus eigener Kraft zu verteidigen. Das ist Folge seiner Bevölkerungspolitik. Ji 'TT^^^^^ •/- K UUJUIV in diesen Tagen wird der Briefträger die Bezugs- und Zustellgebühren für die C.-V.-Zeitung in Höhe von B$3k&i§&& für die Monate Juli, August, September 1928 kassieren. Nur wer die Postquittung einlöst, erhält die Zeitung ohne Unterbrechung zugestellt. —- Wenn Sie vergessen haben zu zahlen, gehen Sie zur Zeirungsstelle Ihres Postamtes. - Dort sind auch alle Adressenänderungen,Nachsendewünsche, Beschwerden usw. vorzubringen C®hV«s Berlin W15, Emser Str. 42 Tel.: 92 81 41 ,,A Iajid in the beginning" hat ein sachkundiger britischer Journalist Australien genannt. Je mehr der Schwerpunkt des Weltgeschehens durch die Dynamik der fernöstlichen Ereignisse sich vom Atlantischen nach dem Pazifischen Ozean verlagert, desto stärker gehört Australien in die Bahn der kommenden weltgeschichtlichen Entwicklung hinein. Das „Land im Anfang" jedoch, das erst „hundertjährige'' Australien wird die Weltstellung, die ihm auf Grund seiner wirtschaftlichen Potenz zukommt, nur bei einer grosszügigen Lösung seiner Bevölkerungsfrage behaupten können. Denn in diesem Erdteil leben zurzeit nur ungefähr 6,8 Millionen Menschen, während nach einer sehr vorsichtigen wissenschaftlichen Erhebung australischer Experten gegen 30 Millionen dort leben könnten. Fast die Hälfte der Bevölkerung wohnt in den sechs Hauptstädten der Gliedstaaten, die übrigen im Osten, namentlich in Viktoria und Neu-Süd-Wales. Zeit und Ewigkeit Zwei „Morgen"-Hefte Inmitten der Probleme des Tages müssen wir u-erinnert werden, dass es ewige Fragen gibt, dass der Menschheit grosse Gegenstände von jeder Generation neu zu betrachten und neu zu erleben sind. Die Fackel des Geistes muss jedes Geschlecht dem anderen weiterreichen. Je mehr Aktualität wir erleben, desto mehr müssen wir uns an die Fundamente unserer geistigen Existenz klammern. Die Zeitung muss dem Tage geben, was des Tages ist, sie darf der Zerstreuung dienen. Die Zeitschrift ist der Ort der Sammlung, der Sammlung aller Kräfte, die der Bewahrung, aber auch der Erneuerung gewidmet sind. Zeitschriften waren oft Kraftquellen und Sammeibecken des geistigen Lebens. Besitzen die Juden in Deutschland heute eine Zeitschrift, die ihnen beweist, dass ihre eigene Welt, die sie oft irrtümlich für klein und einfarbig hielten, in Wahrheit gross und bunt ist, die weltweit und weltoffen genug ist, um sie an der Universalität der geistigen Welt des Judentums teilnehmen zu lassen? Die Antwort auf diese Fragen wird der Leser ohne Mühe finden, wenn er sich in das Mai- und Juni-Heft des „Morgen" (Philo,. Jüdischer Buchverlag, Berlin) vertieft. Be ist kein Zufall, dass das Mai-Heft Sätze aus der Bibel zum feierlichen Aufklang hat. „Stimmen über der Zeit" nennt der Herausgeber mit Recht diese Worte der Verzweiflung, der Zurechtweisung und des Segens, die der Uebersetzung der von Harry Torcüyner herausgegebenen Berliner Bibel folgen. Wir Juden kennen ja unsere heiligen Schriften immer noch nicht genau genug, vielleicht werden diese Stimmen den Erschütterten zum Anlass, erneut um den Gehalt des unerschöpflichsten aller Bücher zu ringen. Für eine jüdische Zeitschrift die das Ewige im Zeitlichen erkennen lassen will, ist Palästina selbstverständlich eines der vornehmsten Themen. Heinrich Lemie und Inaz Maxbaum sind bemüht um die „W a h r h e i t über Zion". Sie sprechen von der Verbundenheit des Landes mit dem jüdischen Schicksal von der ältesten Zeit bis in unsere Tage. Lemle bedauert, dass Maybaums letzter Veröffentlichung „Zionismus und Zionsliebe" (im März-Heft des „Morgan") die innere Verbundenheit mit der Wirklichkeit fehle. Maybaum versucht, den Begriff der Wirklichkeit zu definieren. Bevor eine von Juden gestaltete Wirklichkeit jüdische Wirklichkeit werde, so meint er, habe sie sich unter höheren Daseinsgesetzen zu bewähren. Zion bleibe ihm Zion, jenseits aller politischen Zielsetzungen. ..Ich verstehe die alten Juden, die im Mittelalter nach Palästina zogen, um dort zu sterben, und die jungen Juden, die heute dorthin ziehen, um dort zu leben." Der ..Morgen'* sieht aber Palästina nicht einseitig als erhabenes Objekt für ideologische Kämpfe. Im Juni-Heft bringt er daher einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des palästinensischen Alltags. Besonnen und freimütig handelt B. Weinryb in seiner Untersuchung: ..Grenzen der Normalisierung" ein soziologisches Thema. Er stellt fest, dass manche Einwanderer, die in ihren früheren Berufen als Aerzte, Ingenieure, Techniker, Anwälte usw. Ueberdurchschnittliches zu leisten wünschten, in Palästina lediglich Ruhe suchen. Nicht zuletzt aus diesem Grunde erklärt er den Mangel an öffentlicher Aktivität in Palästina. Die „anormale" Lage des Landes gestatte aber diesen . .Wunsch nach Ruhe um jeden Preis durchaus nicht. Einen Beweis dafür, dass Palästina nicht nur für ernste Probleme, sondern auch zur Entfaltung befreienden Humors Raum genug hat. liefert M. I. B e n - G a v r i e 1 in seiner köstlichen Geschichte „Malaschawi und die Landwirtschaft''. Die Sprache ist so alt wie der Mensch. Sie ist in Wahrheit ein ewiges Thema. In die Geheimnisse der Entwicklung der Sprache und damit gleichzeitig ins Mysterium der Entwicklung des menschlichen Geistes führt die bedeutsame{ durch beide Hefte gehende Arbeit ..Laut und W o r t" von Hugo Striemer, von dem die C.-V.-Zeitung (Nr. 21 vom 26. Mai) vor kurzem einen interessanten Beitrag brachte. Es ist keine Anmassung, wenn Striemer seinen Versuch als Vorbereitung für eine neue Lehre" bezeichnet. Er prüft die Frage, wie in der Sprache eine Folge von Lauten zu ihrer Bedeutung als Wort kommt. Wer als gereifter Mensch wieder Sprachen lernt, wird der Erörterung dieses Problems mit brennendem Interesse folgen. Striemer geht auf ganz neuem Wege auf ein Gebiet ein. das trotz mancher Vorarbeiten im grossen ganzen noch eine terra incognita ist. Die Wortgeburt ist das Rätsel, das zu entschleiern ist. Die psychologische Sprachwissenschaft und vor allem FritzMautherns sprachkritische Bemühungen haben uns Einblick in die Vorgänge der Wortentwicklung und Wortentstehung gewährt. Striemer sucht noch tiefer vorzudringen und nach dem letzten Ursprung bestimmter Worte zu fragen. Er stützt sich dabei auf die Erkenntnisse des Hebraisten Dr. M. B r o - ser in Berlin, der mit Hilfe der Physiologie die Methode gefunden hat, unmittelbar vom einzelnen .Wort aus, in jeder uns bekannten Lautsprache dessen Urbedeutung zu erschliessen. Die alte Lehre von der sogenannten lautlichen Nachahmung (onomatopöie) wird weiter ausgebaut. Das ursprüngliche Wort ist der Entstehung nach zurückzuführen auf das Grundverhältnis von Reiz und Wirkung. Striemer setzt ein Problem unter Debatte, das nicht nur die Sprachwissenschaftler angeht, sondern alle, die wissen wollen, wie das seltsamste aller Wesen, der Mensch, sich durch das Medium der Sprache der Gehalte der Welt bemächtigt hat. — Aus den Gefilden der Sprachtheorien leitet in konkretes Gelände der Aufsatz von Fritz A r o n s t e i n :. ..Z u r Aussprache des Hebräische n'£, der sich mit jüngst veröffentlichten Arbeiten von Dr. Moses S i s t e r und Professor Torczyner beschäftigt Zeit und Ewigkeit! Um diese Wesenheiten weiss J a k o b P i c a r d . der in „E r i n n e r u n g eigenen Lebens" einen Rechenschaftsbericht über sein eigenes Wollen und gleichzeitig das Bild eines Juden unserer Zeit gibt. Von seinen Ahnen spricht er. von Erlebnissen, die ihn geformt, und Schicksalsschlägen, die er überwunden hat. Wenn er vom Zwang zur Wanderschaft" und von der Sehnsucht nach Verwurzelung aussagt, fühlen wir, dass einer, ein Dichter, für uns alle spricht. Bei Schilderung seiner Heidelberger Zeit erwähnt Picard, der in dem grossgedacbten Gedicht ..D i e Gesichte r" seiner Wahlververwandtschaft mit aller Kreatur Ausdruck gibt, den unvergessiichen Friedrich Gundolf. Aus dem Glossen teil des Juni-Heft erfahren wir, das Elisabeth Gundolf und Edgar Wind aus dem Nachlass des Meisters ein Buch über die Anfänge deutscher Geschichtsschreibung herausgegeben haben. Es heisst darin: ..Die echten Seher der Weit waren auch immer ihre gründlichsten Kenner." Diese Uebersicht will nur einen Eiublick in die Zeitschrift gewähren, nur die Grundlinie des „Morgen*' aufzeigen. Gründlicher als eine Zeitung, geschmeidiger als ein Buch kann die Zeitschrift Sprachrohr dessen werden, was uns im Innersten bewegt. Sie kann das Unverlierbare bewahren, das Werdende künden, das Schwerzuverstehende deuten. Sie verbindet die Tradition mit der Zukunft. ..Der Morgen" darf an seine Leser Ansprüche stellen, weil er gegen sich selbst anspruchsvoll ist P. M. Der Leitartikel der C.-V.-Zeitung vom 9. Juni ist, da das Juni-Heft des „Morgen" aus technischen Gründen verspätet erschien, nur dort und nicht auch, wie ursprünglich vorgesehen, in der Zeitschrift veröffentlicht worden. Leo Rein hat in unserem Auftrag eine Arbeit „Zauber der Kabbala" verfasst, mit deren Abdruck wir in der 3. Beilage dieser Ausgabe beginnen. Der Verfasser ist unseren Lesern durch seine mit grossem Interesse aufgenommenen Arbeiten ..Das Maassebuch" und ,.Die jüdische Volksliteratur" bekannt. Bei der Illustrierung ist Lilli S z ko 1 n y von Dr. Fritz B a m b^e r - g e r unterstützt worden.