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Central-Verein-Zeitung · 1938-06-23 · 25 (23.6.1938) · page 5

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
17 (1938)
Issue
25 (23.6.1938)
Date
1938-06-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Seife 2 C-V.-Zeitung Nr*25 * 23Junn938 Margarete Ackermann, Frankfurt a. M. a Haus- und Küchengeräte 4&^^%9Jlfo9 für Auswanderer u. Brautpaare Elektrische- und Petrolgeröte Sandweg 28 Ter. r 42393. aber wenn das Wasser in den Flüssen schwillt* wenn der Strom über seine Ufer tritt, geraten die Stämme in rasende Fahrt, sie überschwemmen. das Land. Die Anlieger ziehen Taue, um ihr Besitztum zu schützen und den Strom der schwimmenden Stämme auf- und fernzuhalten. Sie fürchten das Mitreissen der Brücken und das Rammen der Häuser und Bäume. Das Bild ist dem Skandinavier nicht fremd: es tritt vor Augen, wenn wir von den Zahlen und Schicksalen der Staatenlosen und Flüchtlinge hören, die mit dem Namen Nansens verknüpft sind. Die Auswanderer aus Deutschland unterstehen nicht dem Nansen-Werk; aber gemeinschaftliches oder doch ähnliches Schicksal weckt unser Interesse. Hinzu kommt, dass das Kommissariat des Völkerbundes für deutsche Flüchtlinge dem Nansen-Amt in vielen Punkten nachgebildet ist. Die Vereinigung beider ist dem Völkerbund vorgeschlagen. Staatenlos sind die- Ausgebürgerten der einzelnen Länder, aber dazu kommen vor allem die ungezählten Scharen der Nicht-Optanten. Die Friedensverträge hatten neue Grenzen und neue Länder geschaffen. Ueberall musste die Bevöl- ©Altmann &Qersosi Berlln-Weissensee, Lotrmngenstx. 23 56 31 54. kerung „optieren", ob sie das alte Staatsangehörigkeitsrecht behalten oder ein neues erwerben wollte. In tausenden Fällen wurde nicht innerhalb der gesetzten Fristen nach Ratifizierung der Friedensverträge optiert. Oft verschuldet, oft ganz unverschuldet verloren viele hunderttausend Menschen ihre Staatsangehörigkeil Den Staatenlosen werden übrigens in der Verwaltungspraxis der einzelnen Länder zunehmend diejenigen gleichgestellt, die zwar ihre Staatsangehörigkeit rechtmässig noch besitzen, aber tatsächlich den Schutz ihres Heimatlahdes entbehren. Die Staatenlosen haben in Ermangelung eines Heimatstaates keinen Pass; ihnen wird gleichgestellt, wer trotz Staatsangehörigkeit keinen Pass erhält. 1920 hatte Nansen seine Arbeit für die Kriegsgefangenen begonnen, ein Jahr darauf wurde er mit einer Hilfsorganisation für die Hungerleidenden in Russland betraut. 1922 entstand das Nansenami. Ihm wurden die Waldemar Strauss Jüdische Fabrikationssfärte chirurgischer jnstrumente Berlin SW 6S, Rittarstrasse 52 Aerztl. Einrichtungen, spez. fcxporr Berliner Bezirksvertreter Dr. Weinberg, Schmargendorf, Krampesplatz 2 russischen, armenischen, assyrischen, assyrischchaldäischen und christlich-türkischen Flüchtlinge unterstellt. Es war Nansens Wunsch, dass alle Staatenlosen und Flüchtlinge unter seinem Kommissariat gesammelt würden. Dieser Wunsch liess sich aus politischen Gründen nicht verwirklichen. Lediglich die saarländische Emigration wurde 1935 durch einen Beschluss des Völkerbundsrates den russischen und armenischen Flüchtlingen gleichgestellt. Nach dem Tode Nansens wurde das Internationale Nansen-Amt für Flüchtlinge als eine autonome Institution errichtet. An seiner Spitze steht heute der Norweger Michael Hansson, der sich auch literarisch in seinem Buche „Das Flüchtlingsproblem geographisch und international" mit den einschlägigen Fragen gründlich auseinandergesetzt hat. Was haben Nansen und das Nansenamt geleistet? Der griechisch-türkische Bevölkekerungstausch und die Ueberführung von 100 000 Russen aus Konstantinopel ist bereits genannt. 2000 Russen wurden in Konstantinopel auf Veranlassung des Nansenamtes naturalisiert. Im Interesse der Kinder der Staatenlosen und Flüchtlinge war dem Amte gerade an einer Naturalisierung gelegen, wobei Widerstand bei den Aufnalimeländern und den Russen selbst zu überwinden war. Die Naturalisierung der unter dem Nansenamt stehenden Flüchtlinge ist in den skandinavischen Staaten, England, Estland u. a. verhältnismässig weit fortgeschritten. Die Verpflanzung der Armenier nach Eriwan wird fortgesetzt. Die seitherigen Ergebnisse sind sehr zufriedenstellend. Trotz allem unterstehen heute noch etwa 600 000 Menschen mehr oder minder der Fürsorge des Nansenamtes. Am bekanntesten ist die Schaffung des sogenannten Nansenpasses. Der Nansenpass steht nur Russen, Armeniern und Saarflüchtlingen zu. Jedoch wurde am 4. Juli 1936 auf der zwischenstaatlichen Konferenz in Genf ein ähnliches Papier für Menschen deutscher oder früher deutscher Staatsangehörigkeit geschaffen, genannt Certificat d'identite ponr les refugies provenant d'ÄHemagne. Der Nansenpass ist ein Identitätspapier, es verleiht weder Aufenthaltsnoch Arbeitsrechte, selbstverständlich auch keine staatsbürgerlichen Rechte. Der Pass wird auch nicht vom Nansen-Amt, sondern den zuständigen Polizeibehörden der einzelnen Länder nach dem freien Ermessen dieser Länder ausgestellt Zur Einreise in andere Länder bedarf der Inhaber eines Nansen-Passes be- Asphaltierungen. SSM5 Pflasterungen, Bttrgrerstefgre. — Telephon: 924756 sonderer Vi3a. Die Gültigkeit der Papiere erlischt, sobald der Inhaber das Gebiet im einzelnen aufgeführter Länder betritt. Das Nansen-Amt hat heute 18 Vertretungen in Europa und Asien. Die Vertretungen sind sowohl das Bindeglied zwischen dem Nansenamt und den Flüchtlingen wie auch zwischen den Regierungen der aufnehmenden Länder und den Flüchtlingen. Die Vertretungen haben die Funktionen gewissermassen eines Konsuls; sie verhandeln über Nansen-Pass, Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis, geben juristische und wirtschaftliche Hilfe, namentlich auch Kredit. Jährlich bezahlt das Nansen-Amt etwa 500 000 Schweizer Franken an Alte, Kranke und Invaliden, als Kinderfürsorge und als Erziehungsbeihilfe. Die juristische Arbeit ergibt sich etwa aus der Tatsache, dass die lokalen Vertretungen 1937 in nicht weniger als 12Ö000 Fällen zugunsten ihrer Klientel bei staatlichen Stellen intervenieren mussten. Das Naneen-Amt bat ausser einem einmaligen Beitrag von 200 000 Francs zugunsten der Paraguay-Auswanderung von Saarländern und der laufenden Bezahlung der Verwaltungsausgaben vom Völkerbund keine Mittel erhalten. Die Einkünfte stammen aus den Passgebühren, den norwegischen und französischen Nansen-Briefmarken und freiwilligen Leistungen einzelner Länder, namentlich Frankreichs und der Balkanstaaten. Die Liquidation des Nansen-Amts war für Schlüss dieses Jahres vorgesehen; die endgültige Entscheidung trifft der Völkerbund im September. Die Nansen-Arbeit wird aber fortgeführt werden, denn — so sagt Michael Hannson — man kann das Nansen-Amt liquidieren, das Flüchtiingsproblem verschwindet deswegen nicht Er sieht mit guten Gründen in der steigenden Anzahl von Flüchtlingen und Auswanderern ein Problem, dessen Lösung im eigensten Interesse aller Länder liegt. Selbstverständlich steht nicht nur Norwegen, sondern der ganze Norden mit berechtigtem Stolz hinter Michael Hansson und dem Nansen-Werk. Das Polarschiff Nansens hiess „Fram", das bedeutet „Vorwärts", und als Lord Cecil ihn einmal in einer langen Rede auf Schwierigkeiten hniwies. antwortete er schlicht: ,,of course" (Natürlich!). Dem Nansen-Werk hat er aber die Worte gegeben: „Ich sehe keine andere Rettung für die Menschheit als die Nächstenliebe. Das hört sich kindlich an. Mir scheint, ich sehe die Politiker die Achseln zucken: an schönen Worten fehlt es nicht, was wir brauchen, ist Realpolitik. Ja, Realpolitik; ich bin auch Realpolitiker mit meinem ganzen Sinn und Wesen. Ich interessiere mich ausschliesslich für die Wirklichkeit Nächstenliebe ist Realpolitik, und zwar die einzig mögliche!" Auslandsnachrichten Belgien In Anwesenheit einer grossen Zahl prominenter Persönlichkeiten, darunter des Bürgermeisters und der Vertreter verschiedener Ministerien, wurde von Professor Dr. Maurice Philippson, dem Präsidenten der jüdischen Gemeinde Brüssel, in der Hauptstadt des Landes das sogenannte „Foyer I s r a e 1 i t e" eröffnet. M. M. G o 11 s c h a I k und Oberrabbiner Dr. Josef Wiener wiesen in ihren Ansprachen darauf hin, wie wichtig es sei, ein solches Heim zu schaffen. In ihm sollten vor allem die in den letzten Jahren nach. Belgien eingewanderten Juden eine Stätte finden, an der sie Fühlung mit alteingesessenen Kreisen finden könnten.. Dadurch solle ihnen die Eingliederung ins Land erleichtert und ein seelischer Rückhalt gegeben werden. In der belgischen Kammer kam es am 15. Juni zu einer Aussprache über die Fremdengesetzgebung. Der Justizminister beantwortete eine Interpellation, in welcher die Haltung der Regierungsstellen als zu scharf kritisiert worden war. Der^Minister führte u. a. aus, dass zur Zeit in Belgien bei einer Bevölkerung von rund 8 300 000 etwa 320 000 (4 Prozent) Ausländer ansässig seien gegenüber 255 000 vor dem Kriege. Die in der Propaganda oft genannte Zahl von 400 000 entspreche nicht den Tatsachen. Die Absorptionsfähigkeit Belgiens dürfe nicht überschritten werden. Aber die Interessen des Landes müssten mit der humanitären Linie, der die Regierung folge, in Einklang gebracht werden. Der Rücktritt des belgischen Delegierten de Brouckere sei im Oktober 1937 in Genf deswegen erfolgt, weil er entgegen seinen Instruktionen die Ansicht vertreten habe, Ausländer könnten in Belgien mit den einheimischen Arbeitern in freien Wettbewerb treten. Belgien sei genau so wie zahlreiche andere Länder gezwungen, sich gegen eine tleberflutung mit Ausländern zu schützen. Trotzdem werde er darauf achten, dass man auch in Zukunft das Land als das „liberaL^te in Europa" bezeichnen werde. Frankreich Am 18. Juni fand bei Douaumont die feierliche Einweihung des Ehrenmals der im Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten statt. Als Vertreter des Präsidenten der Republik war der Marineminister Campin c h i anwesend. Neben den jüdischen waren alle anderen Frontkämpferbünde vertreten. Für die katholische Geistlichkeit war der Bischof von Verdun anwesend. Die Festpredigt hielt der Oberrabbiner von Nancy, Haguenauer. Das von Geo Stern entworfene Ehrenmal hat die Form einer 30 Meter langen und sieben Meter hohen Mauer, die in der Mitte von den Gesetzestafeln geschmückt wird. In dem Raum hinter der Mauer sind, von der ewigen Lampe bestrahlt, die Namen der vielen tausende Gefallenen eingem eissei t. Holland In der Ersten Kammer gab der Präsident Baron de Vos. van Steenwyk anlässlich des Ausscheidens des jüdischen Philanthropen und Industriellen Senator S. van den Bergh aus dem Senat eine warme Würdigung seines Charakters und seiner öffentlichen Verdienste. Die Kammer zollte den Ausführungen herzlichen Beifäll. Senator van den Bergh, ein nichtzionistisches Mitglied der Jewish Agency, steht in besonders enger Verbindung mit "dem holländischen Werk für" Flüchtlinge aus Deutschland. Er wurde 1905 in die Zweite Kammer des holländischen Parlaments gewählt, in der er vier Jähre verblieb. Im Jahre 1923 wurde er Senator und blieb 15 Jahre hindurch biszu seinem jetzigen aus Altersgründen erfolgten Rücktritt Mitglied der Ersten Kammer. Litauen Bei dem Grossfeuer, das am 12. Juni in L i u z i n wütete, wurden 200 Häuser zerstört, die fast alle von Juden bewohnt waren, von denen etwa 3000 obdachlos wurden. Folen In den jüdischen Obstplantagen von Nowy Dwbr bei Warschau, die vor zwei Jahren mit Hilfe der ICA angelegt worden waren, sind Tausende von Bäumen durch unbekannte Täter entwurzelt worden. In Tamopol kam es im Zusammenhang mit einem Fussbalhvettkampf, der zwischen einem jüdischen und einem nicht¬ Foto, Roll eif lex, Contax, Gelegenheitskäufe Wolf? u. Leonhardt (gegr. 1906) Beriin-Wil mersdorf, Berliner Str. 129, Telef. 86 29-44 jüdischen Sportklub ausgetragen werden sollte, zu Streitigkeiten. Hierbei wurden der Jude Joschua Grau und der Nichtjude Wlaceslaw Krupa verletzt. Anschliessend an den Streit kam es zu schweren judenfeindlichen Ausschreitungen. Jüdische Passanten wurden überfallen, die Fensterscheiben jüdischer Geschäfte eingeschlagen. Auch in Warschau und Lodz kam es zu Zwischenfällen, bei denen Juden verletzt wurden. In Sokal (Ostgalizien) wurde der 69jährige Jude Abraham Barndek von dem 19jährigen Philip I w a n c z i k ermordet. Der Täter wurde verhaftet. In der zur Zeit tagenden ausserordentlichen Sitzung des Sejm wurden eine grössere Anzahl von Gesetzen, die sich auf den V i e h - u n d Fleischhandel beziehen, in erster Lesung angenommen. Ihre Durchführung würde vermutlich zu einer völligen Ausschaltung der Juden aus diesem Beruf führen. Eine Kommission aus 31 Mitgliedern, unter denen sich auch der jüdische Abgeordnete Leib M i n s - b e r g befindet, soll die'Entwürfe für die weitere Beratung prüfen. — In einer Sitzung der Budgetkommiseion wandte sich der Abgeordnete Dr, -Emil Sommerstein dagegen, dass bei der Vermittlung von Arbeitsplätzen jüdische Arbeitslose benachteiligt würden. Arbedtsminister Ko s ci alko wsk-i erwiderte, dass eine solche unterschiedliche Behandlung durch die Arbeitsämter nicht im Sinne der Regierung liege. Er versprach Abhilfe. Vereinigte Staaten Das jüdische Leben des Landes wurde in den letzten Wochen durch i n n e r j ü d i s c h e Auseinandersetzungen stark erregt. Die hinter dem „American Jewish Congress" stehenden Kreise hatten zu einer Wahl aufgerufen, an der jeder Jude teilnehmen sollte, der durch Kauf eines Stimmscheins in Höhe von 10 Cts. sich die Wahlberechtigung erwirkte. Nach heftigen Auseinandersetzungen war man dazu gelangt, an die Wähler u. a. die Frage zu richten: „Wollen .Sie eine Einheit aller jüdischen Gruppen Amerikas, die für Sicherung der Gleichberechtigung der Juden eintreten, und deren Aufgabe sein soll, für die Verteidigung dieser Rechte eine einheitliche, umfassende Vertretung auf Grund demokratischer Prinzipien und amerikanischer Ideale zu schaffen?" Während die zionistischen Kreise, diese Wahl und diese Fragestellung unterstützen, haben sie die nichtzionistischen abgelehnt, weil sie glauben, dass durch eine solche in breiter Oeffentlichkeit durchgeführte Wahlkampagne die Interessen des amerikanischen- Judentums geschädigt würden. Diese Kreise sind der Meinung, dass es eine einheitliche^jüdisehe' Willensbildung in Amerika nicht gibt, da die Juden des Landes an allen Ereignissen auf Grund ihrer persönlichen Haltung beteiligt sind. Die Wahl könne in nichtjüdischen Bezirken den Eindruck erwecken, dass das jüdische Element des Landes eine Einheit bilde und nicht einen mit der übriger. Bevölkerung aufs engste verbundenen Bestandteil. In letzter Stundekonnte auf einer Sitzung, die nach P i 11 s b u r g einberufen worden war, eine Einigung erzielt werden. Dort waren Vertreter des „Kongresses", des American Jewish Committee und der jüdischen Arbeiterschaft erschienen. Es wurde beschlossen, bis zu dem Zeitpunkt, zu , dem . alle Organisationen gemeinsam eine jüdische „Vokls- ,abstimmung" für notwendig erachten, von solchen Wahlen abzusehen. Der „Kongress" wird sich daher in den kommenden Wochen lediglich an die Wähler seiner eigenen Organisationen wenden, welche die Delegierten für die Septembertagung des „Kongresses" wählen sollen. Fragen der nationalen und der religiösen Weltanschauung sollen dabei ausgeschaltet werden. Die Vertreter der Organisationen in Pittsburg Uhren K&TZ Goldwaren Ankauf G. 8. II. 48548. W.30, Barba'rossastr.14. Tel. 26213Z haben sich vorbehalten, ihre Zustimmung zu dieser Einigung bis zum 20. Juni auszusprechen. Drei von den an der Pittsburger Resolution beteiligten Organisationen haben die Abmachung bereits ratifiziert.- Der Vorstand des American Jewish Comittee nahm sie in seiner Sitzung vom Freitag einstimmig an. Eine Sitzung des Administrative Committees des American Jewish Congress billigte sie ebenfalls mit überwältigender Mehrheit, und willigte ein, das vorgeschlagene Referendum zurückzuziehen, wenn alle Gruppen das Abkommen anerkennen. Die Pittsburger Gruppe, die das Uebereinkommen zustande brachte, kündigte an, dass sie Pläne für eine Konferenz unterbreiten werde, die das Abkommen zur Durchführung bringen soll. Oesterreich Eine soeben erschienene Verordnung regelt für das kommende Schuljahr die Frage der jüdischen Schüler an den öffentlichen und privaten Schulen. Danach ist der gemeinsame Unterricht von jüdischen und nichtjüdischen Schülern untersagt. Die Zahl der jüdischen Mittelschüler muss auf zwei Prozent der gesamten Schülerzahl ermässigt werden. Eine Ausbildung jüdischer Schüfer an Lehrerbildungsanstalten und Handelsakademien findet nicht statt. In Zukunft wird es daher in Wien nur noch eine jüdische Mittelschule und eine jüdische kaufmännische Wirtschaftsschule geben. Bisher gab es an den Mittelschulen Wiens etwa 6000 jüdische Schüler, ihre Zahl wird im kommenden Schuljahr nur noch etwa 450 betragen. _ Der Aufsatz „Jüdische Auswanderung 1937" in Nr. 24 der C.-V.-Zcitun«,' vom 16. -Umi ist v?rfasst von Max Birnbaum. Leiter der Meldestelle für Binnen- und Auswanderung, Berlin. - Chefredakteur: ■ Dr Alfred Kirrenberg. Stellvertretender Chefredakteur: Dr. Ernst G. Löwentha, 1. Verantwortlich für die Aufnahme von Bildern und für Sport: Dr Ernst G. L ö w e n t h a I , für Feuilleton: Ha, ns Oppenheim er. Sämtlich in Berlin. Für Rücksendung unverlangter Einsendungen ist Freiuinschlag beizufügen. Leiter der Anzeigen-Abteilung: Friedrict Nathan. Berlin, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen M. V. Käte Marcus, Berlin. DA. I. Vj. 37 715. PI. 6. Verlag:: Jüdischer Centrai-Verein e. V.. Berlin W 15, Emser Strasse 42. Druck der Buch- und Tiefdruck Gesellschaft mbH.. 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