Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 12 (1933)
- Issue
- 8 (23.2.1933)
- Date
- 1933-02-23
- Page
- Seite 65 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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k?c'! ^47 \J a«a »«gebaute« Hot«! Stadt io» y«mar mit filoSandora fcais&o 02d ararraera Wasser, ReichstcScpboa, «onQgL Betten vor» Mark L52 * *a» — HaH« Aui«tei:up-g*r3ue:e —' frdgeschoS: Slechca - RasUarani gleichen Eedankengängen im Zionismus oft gerade sehr gute jüdische Elemente, die aus stolzem Ressentiment lieber einer anfechtbaren Ideologie nachjagen, als daß sie den vom Schicksal aufgegebenen Lebenskampf aufnehmen. Es ist nun interessant festzustellen, daß die national-faschistischen Richtungen in Deutschland, die die Frage, was ist Nation, was ist Volk, was ist Staat neu auswerfen, dann am stärksten den antisemitischen Theorien offen stehen, wenn sie von einer breiten demokratischen Grundlage ausgehen. Tenn da der Volkswille bei einer echten Volksgemeinschaft mir dem Willen des einzelnen zusammenfallen muß, muß diese Volks- und Nassenseele ausgesucht werden. Es bildet sich da eine nach rückwärts gerichtete historisch romantische Einstellung heraus, die von philosophischer Seite her in Deutschland unterstützt wird und einer autoritären Auffassung entgegensteht, die wir in der italienischen Lehre finden. Nus Max Dienemann: „politische Ethik", Jüdisches Denken kennt den Staat nicht nur als die Schranke gegen das Böse, das wäre ein Negatives, sondern als das Positivum der von Gott gewollten Ordnung, die Recht handhaben und schassen soll. In der Herleitung aber des Rechtes als einer nicht aus menschlichem Geist und menschlicher Vernunft allein legitimierten, sondern auf Offenbarung beruhenden Macht und in der Ausgabe, die e-> Den „Richtern und Vögten" Zuweist, ist es begründet, daß das Judentum den Staat als Autorität erfaßt. Es hat von seiner fim fUfteö Hirschberg: politisch § Jdeologien oöer PM Wie steht innerhalb dieser Situation und bei dieser geistigen Lage der jüdische Mensch, und wo ordnet er sich in die deutsche Gegenwart ein? Für ihn gibt es keine totale oder absolute^ Geborgenheit innerhalb irgendwelcher Umweltgruppen, es sei denn, er löst seine Zusammenhänge mit Judentum und Menschen, die Juden sind. Theoretisch wäre als Lösung die Uebernahme der Umweltgruppierungstendenzen in die jüdische Gemeinschaft möglich — also eine Art integraler jüdischer Gruppe in Deutschland. Diese Erscheinung hätte mit dem Problem einer nationalen Minderheit oder mit einer jüdischen Kulturautonomie nichts zu tun. Sie gäbe dem deutschen Juden innerhalb eines auf totalen, ständischen, hündischen Gesichtspunkten beruhenden Staatsgefüges die Möglichkeit, einen politischen Raum zu haben,» an der Umweltsgestattung Mitwirken und Jude bleiben ZU können. Im Verhältnis von Staat und jüdischer Gruppe, das heißt von Ueberordnung und Unterordnung, entstünden, außer in einem völkischen Staate, kaum Schwierigkeiten. Wo Angehörige der jüdischen Gruppe austräten, wären sie repräsentativ und verpflichtend für sie. Sie handelten nicht als Persönlichkeiten, sondern als Träger ihres Gruppenprinzips. Diese theoretische Kon- ' struktion findet eine gewisse psychologische Lehre aus keine Urteile über die Formen, in denen im Wechsel der Zeiten und heute staatliches Leben und Eewaltentrennung im Staat sich kundtun. Aber es wird und muß nach seiner Anlage und seiner Linie immer dorthin streben, wo der Staat als Inhaber und Träger einer starken Autorität gestaltet wird, und wo diese autoritäre Staatsauffapung dahin zielt, daß nicht aus dem Willen eines einzelnen und aus Gewalt Recht bestimmt wird, sondern daß durch Autorität die Heiligkeit des Rechts als einer übernatürlichen Ordnung erhalten bleibt. ik für Menschen? und reale Unterbauung durch Gegenwartserscheinungen in Umwelt und Judentum. Wenn man von Erscheinungsformen und ideologischen ^IleberbauLen und Verbrämungen denen, was geschieht, absieht, bleibt als einheitliches Prinzip das Streben der Menschen nach Uebersichtlichkeit ihres Lebensvezirks erkennbar. Tie, Furcht vor dem Verirren im verwirrend' unübersichtlichen geistigen Raum führt zum Rückzug auf den vertrauten Heimarsraum — im Politischen, wie im Wirtschaftlichen, wie im Geistigen. Begriffe wie „Autarkie", „Landschaft", „ständisch", „hündisch" und „heimatkundlich" sind Ausdruck hierfür. Das Wort Maechiavells von der Rückkehr zu den Fundamenten in den Zeiten der Gefahr besitzt innere Wahrheit und erfährt seine Bestätigung. Auch das deutsche Judentum oder wenigstens die ihm verbundenen Menschen fühlen Gefahr, und damit taucht die gleiche Erwägung auch in unserer Mitte aus. Sie wird dringlich, weil sie durch die besondere Bedingtheit unserer geistigen und wirtschaftlichen Existenz verstärkt und kompliziert ist. Viele Fundamente, von denen die Umwelt redet, sind Fiktionen. Aber Teile oder Grenzgebiete sind Wirklichkeiten. Unser jüdisches Fundament dagegen ist nur für verschwindend kleine Menschenkreise eine krisensichere Basis. Wurzeln zum jüdischen Fundament bleiben Luftwurzeln. Das Fundament muß neu geschaffen werden, ehe es tragendes Erdreich wird. Tie Verluste an gleichgültigen oder bekenntnishaft noch jüdischen Menschen, die täglich erfolgen und noch lange andauern werden, bedeuten keine Schwächung des jüdischen Materials. Quantität ist niemals Judentums-Spmöol gewesen. Ten Willen der Unentschiedenen, der noch nicht Eingeordneten zu kennen und zu werten, ist wichtiger. Ein 'instinkrhastes Zurück zu den Ursprüngen auch im jüdischen Bereich hatten wir schon erwähnt. Es drückt sich in einer Sehnsucht aus, die Heimatlosigkeit im Judentum der Zeit durch Wiederherstellung eines jüdischen Kontinuitatsgesühls zu überwinden und die jüdische Heimatsbestritrenheit im Raum durch Schaffung eines jüdischen, religiös unterbauten Milieus zu ersetzen . . . Niemand vermag zu sagen, was sich gestalthast aus diesem tastenden Wollen ergeben wird. Aber daß Wille zum Judentum, jüdisches geschichtliches Bewußtsein und jüdisches Milieu eine lebendige jüdische Taseinssorm ergeben müssen, die sich in den Eegenbewegungen hält, steht außer Frage. Wer Stätten kennt, an denen die jüdische Jugend Deutschlands zusammenkommt und arbeitet, hat keine Besorgnis um die geistige Zukunft eines Judentums in Deutschland. Das Streben nach einer — parolemäßig „Elite" genannten —- Führerschicht, das die Umwelt kennt, erfüllt auch die junge jüdische Generation. Ein wertvolles, arbeit-frohes und zukuuftsstarkes Menschenmaterial schält sich aus den Schlacken von Schlagwort und organisatorischer Beengtheit und Eifersüchtelei und findet Anhang und Echo. Das MZlfchr Äfrs® Ist $ertin Von Mar Oöborn Es hat lauge gedauert, bis die Berliner Jüdische Gemeinde sich entschloß, für die außerordentliche Sammlung künstlerischer und kulturhistorischer Tenb.rürdigkeften, die sie in einem Winkel ihres Verwaltungsgebäudes mehr rerftccftc als zugänglich machte, anständige und würdige Räume zur Verfügung zu stellen. Erft der zähen, durch keine Schwierigkeit zu entmutigenden Energie von Tr. Kar! Schwarz, dem vor einigen Jahren diese Schatzkammer unterstellt wurde, gelang es, die unabweisbare Forderung durchzusetzen. Ein Glücksftll kam hinzu: durch die Umgruppierung in den Hospitalgebäuden der Gemeinde wurde das Haus Oranienburger Straße 31 mit seinen hellen Sälen und breiten Gängen frei. Was sich jetzt darin präsentiert, weckt durch die Bedeutung und Mannigfaltigkeit des Materials, durch den Geschmack und die sachgemäße Klarheit der Anordnung höchstes Interests. * Nach zwei Richtungen hin wirkt die anregende Kraft des neuen Museums. Es gibt r n i (o) | f ( O; (0 I (0 { n M ' Lm Herstellung der herrlich erfrischend schmeckenden Chlorodcnt-Zahnpaste | werden nur die anerkannt besten Rohstoffe verarbeitet. I *Ch Iorodont, morgens und vor allem abends benutzt: | fe'gseftlfft häßlichen Zahnbetacf und üblen Ist sparsam im Verbrauch und clalier preiswert« S„-S.Si5SgU