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Central-Verein-Zeitung · 1933-02-16 · 7 (16.2.1933) · p. Seite 54

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
12 (1933)
Issue
7 (16.2.1933)
Date
1933-02-16
Page
Seite 54 (sequence 6)
Language
German
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54 Erste Delegiertentagrwngr des Landesverbände« Mitteldeutschland. Sonntag, 19. Februar 1933, vormittags 10 Uhr, hi Halle (Germania-Loge). Za den Haaptreferaten am Vormittag sind auch Nichtdelegierle willkommen: Die politische Lage. Dr. Ladwig Holländer (Berlin). Sechs Monate Landesverband Mitteldeutschland!. Artur Schweriner. Unsere Arbeit gegen den Boykott. Dr. Felix Goldmaan und in den einzelnen Landern eingehend besprochen. Hm etwaige Maßnahmen zn jeder Zeit und ohne irgendwelche Verzögerung ergreifen zu können, auch die dauernde Fühlungnahme zwischen den offiziellen Organisationen des deutschen Judentums zu gewährleisten, wurde ein aus fünf Herren bestehendes Präsidium der Reichsvertretung gewählt, das ermächtigt ist, alle ihm erforderlich scheinenden Schritte dauernd als Vertretung des gesamten deutschen Judentums ernzuleiten und durchzuführen. Am Schluß der Verhandlung wurde von allen Seiten die Notwendigkeit betont, daß alle jüdische Arbeit int Geiste der Gemeinsamkeit geleistet werde, um in der jetzigen ernsten Zeit bei den deutschen Juden in Stadt und Land das Gefühl dev Zusammengehörigkeit und des Zusanunenstehens zu stärken. — Direktor Tr. Ludwig Holländer und stellvertretender Syndikus Dr. Alfred Hirschberg nahmen als Gäste an der Sitzung der Reichsverlretung teil. Bericht! grrng. Rabbiner Dr. Felix ©olhntarm, Leipzig, stellt je ft, daß er nicht, mit die „C. S.*S«tung* in Nr. 5 vom 2. Februar 1S33 berichtete, im Austrage Des HsLptvvrstandLs des Centralvereins der Leifekung von Iustizrat Hermann Cohn, Dessau, beitzeDohnr hat. Ml LLllK SM MÄ 6ÄSM Don Dr. Ernst Feder Ter jähe Tod des früheren preußischen Nnterrichtsministers Carl Heinrich Becker trifft unter den vielen Schicksalsfchlägen dieser Zeit besonders schver. Gr r^gt zu Betrachtungen auch in diesen Blattern an. Was der Professor als Sprachforscher im) Kulturhistoriker, als Ergründer des Islam und Aufzeiger seiner Zusammenhänge mit dem Christentum und dem Abend lande bedeutet, braucht hier nicht gesagt zu werden. Was er in dem einfach vornehmen Hause Unter den Linden, ein Nachfahr Wilhelm von Humboldts, als Staatssekretär fast ebenso maßgebend wir als Minister, für den Ausbau eines modernen Erziehungswesens und als Repräsentant der Republik geleistet hat, gehört der Geschichte an. Aber wenn man an Decker Irnfl unter dem Eindruck dieses plötzlichen, allen seinen Freunden unerwarteten Verlustes, so treten nicht einzelne Seiten oder Betätigungen des Menschen vor das Auge, sondern die ganze Persönlichkeit. Nicht als Professor und nicht als Minister hat er von dieser Perfonlicksteit irgend etwas preisgegeben. Er blieb immer er selbst: fest in der Tradition verwurzelt und Zugleich allem kräftigen Neuen geöffnet, nationaler Kulturpolitiker, dem sich das Nationale in Verbindung mit dem Internationalen erschloß und weitete, guter Europäer, dem sich Bedingtheit und Begrenztheit aller europäischen Politik, Kultur und Religion aus seiner vertrauten Begegnung mit den morgenländischen Kulturen ergab, von der Begierde und dem Genuß aller geistigen Güter erfüllt, in Forschung. Lehre, praktischer Betätigung, nicht weniger in seiner geistiger Geselligkeit den Ausdruck eines erfüllten, lebendigen Lebens erblickend und genießend. Vor einigen Monaten traf ich ihn auf dem Nachlboot zwischen Harwich und Hoek van Holland. In der schönen Okt.bernacht gingen wir auf dem Teck hin und her. Er erzählte von einer akademischen Lmsbabn. besonders ihren lnfängen in Heidelberg, wo sich der junge Privatdozcnt für semitische Philologie habilitierte, in der Erinnerung noch beglückt von dem sprühenden geistigen Leben. Wir sprachen auch von der Miuisterzeit. die allzu früh abgebrochen war, nicht durch Angriffe der Gegner, sondern durch Kurzsichtigkeit der Kreise, d^nen er nahestand. Don der Cegemvart war nichts zu sagen, mehr von der Zukunft, die auch chn wieder brauchen würde. Er entwickelte mir die Ideen eines R e i ch s - K u l t u r m i n i n e r i u m s, die er dann noch in einem Vortrag ausgesührt hat. Ter Meister des geschriebenen Wortes war zugleich ein eleganter und eindringlicher Redner. Es ist selbstverständlich, daß dieser Mann aus geschichtlicher Einsicht, sachlicher Ersahrung und persönlrck)er Vornehmst:it alle Schlagworte und Barbarismen des RaMnwahns, des Antisemitismus und der Kultuireaktiou mit Aachen verwarf. Das war ihm kein Lippenbekenntnis, sondern der Ausdruck der innersten Persönlichkeit. ästhetisches ebenso sehr wie ethisä^es Bedürfnis. Einen seiner letzien Vorträge hat er im Hilfsverein der deutschen Juden geljalten. aus der Fülle der Eindrücke von der letzten Reise quer durch Asien, die Bilder der bibliscksen Statten lebendig gestaltend, mit dem souveränen Urteil des Mannes.'der von dreitausend Jahren sich Rechenschaft geben weiß. Er begann mit Worten der Erinnerung an James fcitno n, und keinem im Saale konme die leiseste Ahnung kommen, wie bald seine Freunde Worte der Erinnerung an ihn würden formen müssen. Sein früher Tod. mitten aus freudigem Schaffen heraus, das an die Empfängnis neuer Eindrücke so naturgemäß sich schloß, wie dem Einatmen das Aus-armen folgt, ist ein schwerer Verlust für Deutschland, ist em bitterer Schmerz für alle die zahlreichen Freunde dieser ungewöhnlichen Persönlichkeit, für alle Anhänger MZV- ELEMENTAR - GYMNASIAL- UNO HANDELS ABTEI LUK 0 . fAOD. SSKJRTAKLAGDl fu rji. /^“N MENDElSSOH NSIRAS 5E 84! ] vrr. KHIMSVIAMM’SCHIS ' r.mDCHENPENSlOMAT IDEALE WEJTERBILDUNGSSTÄTTE 1 Verband Berüa des JOe’ssiien f Fre’jer.burides E.V. } ij L'UeLrLNulidÄA Mrr StrissSBijEh^a) f i? BorJin?i 2C-, Lllguaistr. 14.15 hat Piätze frei | Herdangen an: Fraa Frieda SehSnfeJd, H Berlin W SO,Landshater Strasse 2K B0ch!2r,sdäes ECns&SFilieiiB fc¥«*Iihe!m (Oberhayern) EkaaN. CEnthrf-fsf LLröerllck.2n-22tzelm rwIschen Gamti&PzrtZuViröm ra) Säänchen.. Kleines tzarnUie..Pensionat. L>orZü§Uche Berpflegung. In« dlviduelle Behandlung. Unbedingte Forderung fchDscher Echüler. Urnschulung? DurchgesLllenr verlieren kein Zahri Eigene Sportplatzanlage. Prosp. «. belle ReserenZen Israel. Eltern durch die Direktion Ängesetzene israelit. Farnilie nimmt sänge 7p.ä^ch-7N cter äungen aus ri-2-ügemäßeAusbUgurer ^.ornilieLn dung.FrauEulrnv LZolfsohn» WieSbaSerr, Uhlandstrase 16. urif E. G. 1ur <y W x:rJ \/VV sswie Wcherleiar la Erwachsene. NMNelVungen sind zu richten an die Ge'Hsft-steür in riüinberg, Zakobstr. 12. MrnrrvcZveTun^-'tr oder ichwachdeä L^üe-ciib^.Ulgabre. fchuieruwasi-sene Gnaden und Iünglurge.EorgfälrigeindivtdueUeLrziehuna.Pslege Änleir.im Gartenbau,evULe drausdildung. -brospekz.V-ZQCT.ZT. Sera (Ifjüru Kaiser Wünetmstr 21' OüSW b e ii 'J a~ .3 fasfcniErsesdj so gGnJt‘8 GKlSsnS'njSrSssto: Sau:!, Eil:L:IsiiES$e 7 Tallu. \>,"c2e uzd Seide Fes^sbeLe rsv. B^räirsro-G» diente KzJ tasxrtikel - Seder$etZeIle Pergar&eal Mes’.Hos für Hacjgtbr. Megi’Io* enf Ko'zroüen iür Kinder Eagros — C2) detail min 1212 nmm ybsn!"':’":!i!iS!rr::7:;i!öi!iiiiiin!!i ^etne der besten Streife' CitiiS., Witwe, 4 5 I: q re, t~: *■ ♦. jHa u - fron, machte cHeir/ieh* seriös, gutffnüert. Hrrrn bei sich Gu;neV~en, VerbiUieung des Haushaltes. Cfr:t. «nt J, R. 67«5 hi[z:t> .STCuDoH Mossc, Berlin sw 100. Haoshaltunosschule und Pensionat rr» o sTeTaTT^eii^ri Frerrsdenpen^fon und Diätküche Kloster ailee «I Hanhurg 37. Tel.: 5531 73. 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