Central-Verein-Zeitung
- Journal
- Central-Verein-Zeitung
- Volume
- 10 (1931)
- Issue
- 25 (19.6.1931)
- Date
- 1931-06-19
- Page
- Seite 318 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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AIS JODSAß Bayer« AJpen DAS BAD GEGEN ARTERIENVERKALKUNG Inh. G, KI53kalt Führers cd erchs Kacc. Gas einzige mit Jodvjjübidem. Zeüg-i'.ässa Fraise. zionistische, da die meisten jungen deutschen Juden sich so deutsch-verbunden füllten, daß sie keiner besonderen jüdischen Jugend Bewegung bedurften, zumal sie in die allgemein deuniche Jugendbewegung mit Lelbstversdndlichkeit ausgenommen wurden . . . Erst im Lause des Krieges und dann stärker in der Zeit des politischen Umsturzes und der Inflation tritt als neues Moment der Antisemitismus stärker in die Erscheinung. Und hiermit ist für die heramvachscnde jüdische Generation dieser Zeit vas bestimmende Erlebnis gegeben . . . Erst im späteren Verlauf der deutschen Jugendbewegrmg gliedrt sich der sogenannten „bürgerlichen^ die „Proletarische" Jugendbewegung an. Eine ähnlich: Entwicklung läßt sich auch vereinzelt bei der jüdischen Jugendbewegung seststellen, wo in den letzten Jahren im ,Lung- Mischen Wanderbund" ein starker Einschlag von Proletarischer Jugend aus ostjüdischen und verarmten Häusern zu finden ist." Stahl stellt fest, daß im Gegensatz zu der deutschen Jugendbewegung, „die jüdische Jugeiäbewegung im ganzen nicht so stark aus den bürgerlichen Formen hercuszugehen scheine, wie die übrige, was vielleicht aus einer größeren Traditionsgcrundenheit oder aus einer engeren Familiengebundenhcit beruht". Auch gibt es „bei der jüdischen Jugendbewegung starke religiöse Strömungen. Symptomatisch ist nicht nur der orthodoxe Esrabund, der in den Formen der Jugendbewegung und im Geiste der Thora lebt/sondern auch die Ansätze zur (Ästaltung des Gottesdienstes in den Kreisen der sogenannten liberalen Jugendbewegung". Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Feststellung, daß „die jüdische Jugendbewegung nicht eine ursprünglich jüdisch: Bewegung war". Angrisj auf die Seele des deutschen Juden ist auch in ihren geistigen und religiösen Folgen die Proletarisrerung, über die Max Dienemann an der Spitze des Heftes eine eingehende Untersuchung veröffentlicht. Er stellt die religiöse Haltung des durch Selbständigkeit und Sicherheit gekennzeichneten „Bürgers""der durch Abhängigkeit und Unsicherheit bedingten Einstellung des „Proletariers" entgegen. „Man fühlte sich als Meister seines Lebens, als Gestalter seines Schicksals. Die Sicherheit der wirtschaftlichen Existenz verlieh ein Selbstbewußtsein, das oft der Demut entbehrte. Diese Epoche des Bürgertums war zugleich das Zeitalter der rationalistischen und individualistischen Denkweise." Und darum war „die'e ganze Epoche eine Zeit des Abstiegs in: Religiösen, eine Zeit, in der die Religion von einer lebendigen, gestaltenden und erfüllenden Macht zu einer Pictütsäußer:;ig h:vctbsa Tie Wandlung, die durch die Veränderung der wirtschastlichn Lage und die Umschichtung der sozialen Verhältnisse der deutschen Juden eintritt, braucht vom religiösen Smndpunkt aus nicht notwendig zur Verzweiflung zu führen. Im Gegenteil wird „die Unsicherheit der eigenen Existenz eine innigere Verbundenheit mit dem phrophctischen Ethos reisen lassen". „Der Mensch der Sicherheit, der vorsichtig alles un voraus zu berechnen neigt, drückt sich innerlich vor der Erkenntnis der Dunkelheiten und Bedrohlichkeiten des Lebens, er verschließt sein^Auge vor ihnen-, er will nicht gern an sie erinnert werden. Mit dem Schwinden der äußeren Sicherungen wächst der Mut, sich zu der Tragik des Lebens zu bekennen, ein Bekenntnis, in dein eine wahrhaste tiefe Religiosität sich offenbart, und von dem aus ein Weg zur religiös bestimmten Tat, zu Gott führt." „Unsicherheit bringt dem Menschen seine Ohnmacht in all seiner Kraft zum Bewußtsein, und eine solche Erkenntnis muß eine neue Demut reisen lassen. Demut aber ist eine Grundkraft, aus der Religiosität und Religion erblühen." Erich Stern bringt seine in Heft 6 des 6. Jahrganges begonnene Untersuchung „Religiöse E ri t io u r z e l u n g und Neurose" zum Abschluß und zeigt die seelische Verfassung derjenigen auf, die dem Angriff auf ihre Seele sich nicht gewachsen gezeigt haben. In einer tiefen Analyse, die von den: Gegensatz zwischen ,Lchhastigkeit und Frömmigkeit" ausgeht, kommt Stern zu der Feststellung: „Der religiös entwurzelte Mensch hat die Beziehung zu dem höchsten aller Ziele verloren", und zu oer Erkenntnis, daß „ohne einen letzten und höchsten Wert, der alle anderen überstrahlt. . ./jede Wertbeziehung und jede Sinngebung überhaupt unnwglich sei". Die Heilung ist im tiefsten immer ein Akt der Gnade und immer ein Wunder. Alber das Wunder ist für Stern nicht etwas, was gegen alle Naturgesetzlichkeit verstößt sondern vielmehr „Wunder ist alles, was geschieht". Im Rahmen der von dem „Morgen" vertretenen Richtung, die aus die religiöse Neugestaltung unseres Lek-ens hinausgeht, verdient der Aussatz von Heinrich Fr ick über „Heiligt ü m e r" Beachtung. Interessant sind in den: vorliegenden Heft einige grundsätzliche Buchbesprechungen, (r u g c n M n y e r der ich ns „I rn Z w t e I i ea t b c r Statistil" über jüdische Bevölker'.uizsziffern. H a n n s R eihncr hat die Rezmchon der bisher erschienenen Bände der Propvlüen- Weltgeschichn zur Veranlassung genommen, die Forderung nach einer j ü d i s eh e n G e i u e s - g e s ch i ch t e zu erheben. W. Elia s v e r g untersucht das V e r h ä l t n i s de s h a n - deln.de n Vl e n s ch e n z u m Nation a l e n. aus Anlaß der Besprechung eines Buches von Gerhard von Mutius. Zu erwähnen ist endlich eine ausgezeichnete lieber sicht über „Tie I e w i s h C o l o n i z a t i o n Association (I. C. A.)" von Paul V e t t e l i n , die von Dt a r g n r e t e E o l d st e i n ins Deutsche übertragen worden ist. Dr. Mauritius Kahn. Richard hulöschiner Kürzlich starb der bekannte Dichter und Schriftsteller Richard Huldschiner. Bei seiner Bestattung in M ü n ch e n fand die Liebe und Hochachtung, die sich dieser aufrechte Men'ch allenthalben erworben hatte, lebhaften Widerhall. Im Namen der Freunde des Verstorbenen sprach Tr. Raphael Straus den Schcidegrust. für die Deutsche D i ch t e r - E e d ä ch t n i s - t i f - tun g, deren Vorstand der Verstorbene lange Zeü angchörte, strach Herr Jaekel, für den Schriststellerschutzverband Herr Defregger. Tie bayerische Staatsrcgierung war durch den Leiter des Presseamts, Herrn Tr. Eisele, Vertretern Tie Südtiroler, mit deren geistigen Führern der Verstorbene sreundschastllich verbunden war, legten einen Kranz nieder. Ter weiteren Oefsentlichkeit ist Huldschiner als feinsinniger Novellist' und Romanschriftsteller .bekannt geworden. Er war kein Vielschreiber und fein Essektbascher. Ter Erfolg seiner Arbeiten blieb auf diejenigen Kreise beschränkt, die im Roman mehr die ausgereiste Erzählungskunst als die spannende llntcrhaltnng suchen. Huldschiner war von Beruf Arzt. Er machte den Krieg als österreichischer Truppenarzt mit, bis ec in italienüche Gefangenschaft geriet. Nach dem Fricdensfchluß scheiterte fein Versuch, sich in Bozen, der Heimat seiner Kinderjahre, als Arzt niederzulast'en, am Widerspruch der Regierung. Erst durch diests Ereignis, das er sehr bitter empfand, wurde er dazu gedrängt, die Schriststellcrei als Beruf zu ergreifen. Als Journalist, dessen gewinnendem Wesen sich die Türen leicht erschlossen, hatte er viel Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken, und jene besonders in München stark bewegte Nachkriegszeit erweckte fein Jnterene auch für die kleineren Ereignisse der Tagespolitik. Aber auch in seiner journalistischen Arbeit wahrte er stets die vornehme Mäßigung und Zurückhaltung seines Wesens. In den letzten Jahren seines Lebens nahm er lebendig Anteil an der Not seiner Südtiroler Heimat. Hier wie dort war er nicht mit dem Herzen allein, sondern auch mit der Tat zur Stelle.' R. St. FQrNachkuren.bel Herz-, Nerven», Frauenleiden zHAinmmm k» q3>1 nicht» C«ss*res iur ßaruhtsvnQ »o« H»rz und Nerven, ebenso zur Erfrischung dtl Mattigkeit u. Uoberansfrengung. Bad M J,£3 In Apothu. Orog. Vax Elb A.*Q.« Draseien 28, Der wegen seiner einzigartigen Lage am meisten a j i;j. t...{A. besuchte Fremdenort am See. Spazierwege in der i'V/Vvv^j^ waldreichen Umgebung sowie neureitlich eingc» richtete Strandbäder (Kunnitieihaus). Gelegenheit zur ‘Jluoübuitg jeglichen Waffecsvort2.KonrerLe,Tan)fcste, Theater./Gunüige Eisenbahnverbindungen {(ScgneuflUßftaHön) ermöglichen einerseits in Tagesfahrten Äusstüge nach dem Geoirge lDergbahnen) wie auch den Besuch der Museen und Theater Münchens. / Auskunft und Prospekte durch dasZerkehrsbüro. Telephon 1-13. syAh Schwarzwald 740 m über dein Meer. Waldhote! Stokinger tzE Prächtig am Hochwald gelegen. Ruhiger, staubfreier und sonniger '~H| Kuraufenthalt. 40 Balkonzimmer. Fliessendes Wasser« Vorzügl. .Verpflegung. Massige Preise. Garage. 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