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Central-Verein-Zeitung · 1931-04-24 · 17 (24.4.1931) · p. Seite 210

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
17 (24.4.1931)
Date
1931-04-24
Page
Seite 210 (sequence 6)
Language
German
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210 äußerste Erreichbare für einen Menschen. Fhr Nachbar ist der Tod". Eruehn bekennt, daß für ihn der realistische Tvpus der Frömmigkeit „die selbstlose Hingabe an die Mitmenschen" die höchste Linse aller Gottesverehrnng ist und nicht die rein mystische Versenkung. Max Dienemann gibt der Grnehnschen Untersuchung ein kurzes „Wort über jüdische Mystik" unter der Uebcrschrist „Erlebnis und Tat" bei, aus dem hervorgeht, daß die jüdische Mystik immer „auch bestimmt durch ein .Realistisches'" ist und „darum die jüdische Mystik stark und entschieden in die Nächstenliebe einmündet". Neben diesen Arbeiten, die religiösen Problemen, ihrer psychologischen Erforschung und künstlerischer Gestaltung gewidmet sind, stehen im fruchtbaren Zusammenwirken Arbeiten aus konkreten und aktuellen Gebieten: eine Untersuchung zur Frage der Rassentheorie und eine Reihe von Aussätzen über wirtschastliche Fragen. „Das Problem der jüdischen Rasse" ist die Üeberschrist einer Auseinandersetzung aus der Feder von Franz Werdenreich, dem berühmten Rassenforscher an der Frankfurter Universität. „Man ist sich heule einig, daß die Juden keine . Rasse, also gemäß der üblichen Umschreibung dieses Begriffes keine körperlich und geistig einheitliche Mcnschengruppe sind." Diesen Satz, der an die Spitze des Aussatzes gestellt ist, begründet Weidenreich in ganz ausführlicher und bis ins einzelne gebender Darstellung des „jüdischen Typus". Es handelt sich um die im Tagesfchristtum der antisemitischen Nassenthcoretiker immer wieder zur Sprache kommende Behauptung eines besonderen Merkmales der angeblich jüdischen Kopfform, der angeblich jüdischen Nase und der angeblich jüdischen Haarfäröung. Nichts davon halt der kritischen Untersuchung stand. Wahrend von der antisemitischen Nassentheorie die Kurzköpfigkeit der Inden behauptet wird, ist gerade für Süddeutschland beispielsweise der zwischen 89 bis 90 Prozent betragende Anteil der Kurzköpsigen bezeichnend, und umgekehrt find bei den Juden Langköpfe zum Teil ungewöhnlich häufig. Und was die jüdische Nasenkorm betrifft, so gibt Weidenreich eine Schilderung, die für den böswilligen Leser geradezu den karikaturistischen Typ einer „Judennase" darstellt, aber von dem übel bekannten Raffenforscher Günther gar nicht für den Juden, sondern für den vorderasiatischen Tinaricr bezeichnend gesunden wird.' So kommt Weidcnreich zu dem Ergebnis: „Was man unter jüdischem Typus' zu verstehen Pflegt, ist im Grunde genommen nichts anderes als eine Mischung orientalischer und vorderasiatischdinarischer Züge", so daß „die Rassenkomponenten, die in den Juden stecken, dieselben sind wie die der übrigen mittel- und besonders der s ü d e u r o P ä i sch e n B e v ö l k c r u n g ". Zinn Schluß betrachtet Weidenreich die Frage der Blutgruppen, die ebenfalls als charakteristisch für einen Raffenunterschied der Juden angesehen werden. Auf Grund genauer statistischer Angaben stellt er fest, daß wiederum gar keine Rede davon sein kann, hier eine Besonderheit jüdischer Nasse festznstellen. Endlich fragt Weidenreich nach der Berechtigung der Folgerungen der Rassentheorien für das Psychische.^ Auch hier sind die Behauptungen der Nanentheorien nahezu völliger Unsinn, und wenn man schon eine besondere psychische Beeinflnnung durch eine bestimmte Raffenkomponente zugeben mag, so könnte es sich bei den Juden nur um den orientalischen Einschlag handeln. Aber „dieser Sondereinschlag bedeutet in Wahrheit nur beste Kulturbejahung". Besondere Bedeutung erhält das Heft noch durch eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem nationalsozialist i s ch e n W i r t s ch a s t s p r o g r a m m aus der Feder von Dr. Margarete Wiener. Sine ira et studio, mit strengster Objektivität und Sachlichkeit wird Vorgeschichte. Wesen und Zukunftsmöglichkeit der nationalsozialistischen Wirtschastsanschauung geschildert, und schon durch das bloße Zuendedenken, durch die Konsequenzen, die die Verwirklichung der nationalsozialistischen Wirtschaftsideen haben müßten, ihr Widersinn und ihre unheilvoll zerstörende Art verdeutlicht. „Das nationalsozialistische Programm entstand als eine Verquickung von Raffentheorie und Nationalökonomie." Und nur durch „die Konstruktur jener Brücke" ist es möglich geworden, daß der offensichtliche Widersinn' nicht zutage tritt, sondern dann in jedem Falle „die Juden" Lückenbüßer in der Lückenhaftigkeit dieser Konstruktion bilden. Das Wesen des Federschen Programms wird in dem sich gegenseitig aufhebenden Antisozialismus einerseits und Antikapitalismus anderseits gesehen. Soweit es möglich ist, werden die Begriffe „Zinsknechtschaft", „Leihkapital" und „Industriekapital" und die berühmte „Brechung der Zinsknechtschaft" erläutert. Freilich stößt eine solche Erläuterung auf unüberwindliche Schwierigkeiten. . weil die Begriffe derart schwammig sind, daß ihr Gehalt sich überhaupt nicht eindeutig seststellen läßt. Margarete Wiener stellt zum Schluß fest: „Es gehört wenig Phantasie dazu, um sich die Folgen der Verwirklichung des nationalsozialistischen ProleSE^iD DAS BAD BEGEH ARTERIEKVERKALKUüG n'v? tCUSu. ßADHOTEL ii i-SsLia!nh.G.Kisska!t. Führendes und erstes Das Bayer. Alpen einzig mit Jcdquetlbädern. Zeitgemäß Fre's-r. gramms vorzustellen." Eine neue Inflation würde entstehen, und „es wäre viel zerstört und nichts gebessert". In kurzen „B e t r a ch t u n g e n Z u r Wirtschaftsla g c" stellt Leopold M e r z - buch fest, daß es „in Wirklichkeit niemals eine Uebcrprodutrion im Sinne eines übersättigten Bedarfs gegeben hat; es hat immer nur an entsprechender Kaufkraft gefehlt". „Die Vehemenz der Krise kann allein schon ausreichend erklärt werden, wenn der Austausch der Güter und des Kapitals nicht regulär sich nbwickelt." So sieht Merzbach „eine Ursache des Wirtschaftsverfalls" im „Mangel an Verständigung zwischen den Völkern". Gerhard -Schacher beschließt die im vorangegangenen Heft des „Morgen" begonnene Darstellung „Di e w i r t s ch a s t l i ch e L a g e der jüdischen Minderheiten i it 3 ii b c ii r o p a" mit der Betrachtung der Lage in Ungarn, Jugoslawien, Bulgarien, Griechenland und der Türkei. Dem -Heft sind einige menschlich tiefe ,.A ii f - zeichnu n g e n a u s d e m N a ch l a ß" von Franz Kafka und Buchkritiken beigegeben. vr. M. K. 30 Jahre Hiifsverem öer öeutschen IvKsrr vre Festsitzung km Narscrhof Tie diesjährige, aus allen Teilen des Reiches stark besuchte Generalversammlung des Hilssvereins der deutschen Inden, die am 19. April 1931 im Kaiserhof zu Berlin stattsand, stand im Zeichen des 30jährigen Bestehens dieser in ihrem sozialen, kulturellen und humanitären Wirken weit über Deutschlands Grenzen hinausreichenden Organisation. Ter Vorsitzende, Tr. James 8 i m o n, hob in seinen einleitenden Worten, in denen er zugleich die mannigfache, in den abgelaufenen drei Jahrzehnten geleistete Arbeit kurz umriß. hervor, daß dem Hilfsverein trotz aller Ungunst wieder zahlreiche neue Mitglieder und Freunde gewonnen und größere Geldmittel zngeführt worden seien. Damit habe der Verein einen Ersola zu verzeichnen, den ihm keine andere jüdische Organisation in Deutschland streitig machen könne. Besonderes Jntereffe fand die rechtzeitig zu ziehen, sich ein klares Bild darüberzu. machen, was geschehen würde, wenn Ihr Teilhaber einmal unerwartet sterben sollte, ist eine der nächstliegendsten Aufgaben für Siel — Es könnten Ihnen da plötzlich grosse Sorgen entstehen. Sichern Sie sich vor dem Schlimmsten durch den Abschluss einer PS 3« titIi“i "" Ef.-aa u Gegründet 1336 bei unserer seit bestehenden fast Ges 100 e I I Jahren sch a f t Vereinigte Berlinische und Preussischa Lebens-Versiehe? ungs-ßktien-Geseilschaft Berlin SW 68 / Mark graf enslrasse 11 §n^o'pe*!VtVoii Raphasolvif Don vielen Acrztcn rerordntt. Preis 5 Merk. Prospekte frei. R. Krüger. Weimar, SmMmße. t]ii3i{rnn[mEm:iimfiiii[i;:nui!iii!mimi!■iiiii'.iuiiiiiiiiü-.iüiüiiüii'.imiiiiiH W Mre Seinen i Serai iüpnlcs üeira in r.obernct Villa. Schönste, ruhige Lage, beste rituelle Verpflegung. Näheres Frau Ifieber, Jt 0 u U ö n | a. B., Hebelstraße 6. Ko m m an d i t g e s e 11 s c h aft auf Aktien Bilanz per 31. Dezember 1930 AKTIVA Kasse, fremde Geldsortcn und fällige Zins- und Divtdendenseneine. EM.?i. 27525.437 68 54 919 712 G7 559 308 522 IG 1 189005 5//:; 48 78 »\3 7» 49 453 028 70'. G8 36 ooo ooo — 38 000 000s— 24 0T)0 r/«';'—- 1 0:8 S05 446 19 25»fjfOt/«’ — Guthaben bei Notenn. Abi echnungs-(Clearing-) Banken Schecks, Wechsel u. unvorzinsliehc Schatzanweisungen Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen mit Fälligkeit bis zu 3 Monaten. Reports u. Lombards gegen börsengängige Wertpapiere Vorschüsse auf verfrachtete oder ein gelagerte "Waren Eigene Wertpapiere..... Konsortialbeteiligungen. Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen. ... Debitoren in laufender Rechnung. Bankgebäude... Summa der Aktiva 2 5551/77 05 PASSIVA Aktienkapital..... EM. 1P1 GOClOOOOO — 6000000/— 2 291)6.52 457 34 125 823 231'24 6000 OOj;— 4 435 355/30 8 iro rej 77 Reserven....... Kreditoren...... Pensionsfonds für Beamte.. Sonstige Passiva.. Gewinnsaldo... Summa der Passiva 2 555 077 4AO 65

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