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Central-Verein-Zeitung · 1931-04-24 · 17 (24.4.1931) · p. Seite 209

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
10 (1931)
Issue
17 (24.4.1931)
Date
1931-04-24
Page
Seite 209 (sequence 5)
Language
German
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20§ Tagung öLsLanöesvsrbanöes GrenZmarköesCentralvsrems in Schneiöemühl Unter besonders starker Beteiligung aus allen Orten der Grenzmark und aus 'dem Vororte Schneidemühl selbst fand am Sonntag, den 19. d. M., eine Tagung des Landesverbandes Grenzmark unter Vorsitz von Rechtsanwalt Martin Fleischer in Schneidemühl statt. Rach Vegrüßungsworten des Präsidenten der U.O.B.B.- Loge, Jacob, des Vorsitzenden der Gemeinde, Lew in, und des Vorsitzenden der Ortsgruppe des Centralverems, Justizrat S o l d i n, erstattete der Vorsitzende des Landesverbandes, Rechtsanwalt Fleischer, einen kurzen Geschäftsbericht. Er betonte den ernsten Willen zur Belebung der 'Arbeit im Landesverbandsbezirk und bat die Ortsgruppen, um freundliche Unterstützung, die bisher vielfach gefehlt habe. Das 'Mitglied des Hauptvorstandes Arnold Stein, Berlin, entwickelte ein umfangreiches A r b e i t s P r o g r a m m für den Landesverband. Die Vorgänge in den Schulen und in den Versammlungen müßten beobachtet werden. Für Versendung geeigneter Aufk l ä r u n g s l i t e r a t u r sei Sorge zu tragen. Aussprachen mit Christen dürsten nicht fehlen. Eine oft auf zu großer Empfindlichkeit beruhende Zurückhaltung der deutschen Juden am gesellschaftlichen, vereinsmaßigen, kameradschaftlichen Leben der nichtjüdischen Uniwelt sei ein Nebel und müsse durch aktive Mitarbeit an allen geeigneten Ausgaben unseres deutschen Bockes überwunden werden. Ter Syndikus des Eentralvereins, Dr. Alfred Wiener, Berlin, gab einen Bericht über die geleistete und noch zu leistende Arbeit der Zentrale. Ter durch die Fülle der Tatsachen und auch mannigfacher bemerkenswerter Erfolge der Vereinsarbeit sich auszeichnende Bericht war die beste Antwort für manche unserer Freunde — oder gar Gegner, die gern mit der Frage „Was tut der E. V. eigentlich? " bei der Hand sind. Arnold Stein und Dr. Wiener begrüßten die Zusage des Vorsitzenden des Landesverbandes, mit Unterstützung der Ortsgruppen weit energischer als bisher die Arbeit in der Grenzmark zu leisten. In einer lebhaften Aussprache wurde insbesondere die Boykottsrage und die Frage nationaljüdischer Propaganda (Klatzkin) behandelt. Tie Telegierten faßten einstimmig den Beschluß, die probeweise getroffene organisatorische Verbindung zum pommerschen Landesverband aus organisatorischen Gründen wieder zu lösen und den Landesverband Grenzmark selbständig zu verwalten. Die Neuwahl zum Landesverbandsvorstand ergab die Wiederwahl von Rechtsanwalt F t e i s ch e r, Schneidemühl, als Vorsitzenden, die Neuwahl des Assessors Rose n t h a l aus Schneidemühl als stellvertretenden Vorsitzenden und Schriftführer. Am Abend fand im völlig überfüllten Logensaal eine Gemeindeversammlung statt, in der Arnold Stein und Dr. Wiener über das Schema „Jeden geht es on' sprachen. flus Sem ersten Heft Ses siebenten Jahrganges Ses „Morgen" In den einleitenden Worten, die dem ertten Hefe des neuen siebenten Jahrganges des .Morgen" beigegeben und in der Nr. 15 der ,.C. V.-Zeitung" veröffentlicht worden sind, sind der Aufgabenkreis und die Ziele der Zeitschrift genannt worden. Sie will nicht nur die religiösen Fragen der Zeit, gleichgültig von welcher Religion sie gestellt werden, behandeln, sondern darüber hinaus von allem wesenhast Neuen und Entscheidenten im Geiste berichten. Der besondere Nachdruck, der der Klärung der Begriffe Staat und Volk, ihres inneren Zusammenhanges und der Deutung des Nationalen gegeben wird, bestimmt das Bild des vorliegenden, soeben erschienenen ersten Heftes. Fast genau zur Hälfte ist es religiösen, zur anderen Halste aktuellen, insbesondere auch wirtschaftlichen Fragen gewidmet. Rein religiöse Themen werden in den Aufsätzen von Leo Vacck über „VolksreligionundWeltreligion" und von Paulus van Husen über „Die geistigen <2 tr öniung cn im Katholizismus Deutschlands" behandelt. Da eck erstrebt eine Klärung der Begriffe und stellt fest, daß man neben der Boltsreligivn noch die Stcunmesreligion zu unterscheiden hat. Der Begriff der Volksreligion ist vieldeutig. Er bezeichnet nicht nur die Tatsache, daß eine Religion ihre Bekenner in einem bestimmten Volke gewonnen hat, sondern auch, daß das Wesen einer Religion von einer bestimmten Volksgemeinschaft, aber auch von klimatischen und gevphysischen Bedingungen gestaltet wird. Tngegen ist die Stammesreligion das eigentlich Gegebene, und vom Stamme und seinem religiösen Leben geht die Formung der Volksreligion aus. „Den wesenhasten Gegensatz zum Stamme und seiner Taseinssvrnr bildet erst der Staat. . . . Im Staate endet sein Stammestum, hier wird er in genauem iinne zum Volke. Ter Staat macht des Volk, nicht umgekehrt. Ein Volk ohne bleibt, so zahlreich es wird, ein Stamm." ,.Im charakteristischen Widerspruch ist die Welircllgion ... zur Staaisreligion . . . Alle Weltre'.igion bedeutet eine Unabhängigkeit von dem Politischen . . . Tie Weltreligion zeigt den menschlichen Aufgaben den universellen, den überstaatlichen Bereich . . . Alle Weltreligion bat zur Voraussetzung die Idee einer menschlichen Gemeinscherst. . . Eine Religion wird Wellreligirn, wenn sie grundsätzlich . . . mit ihren Forderungen . . . über die Grenzen eine? Staates hinausgelangt . . . Am grundsätzlich Überstaatlichen, Universellen ist die Weltreligivn gekennzeichnet." „Im Judentum lebt von seinem Beginn. von seinen Propheten her, eine Weltreligion. und es hat sie, trotz manchen Tagen der Schwäche und der Müdigkeit, feftgehalten, znnnrl die geschich'.liche Fügung es über seinen Saat und seine staatliche Religion hinausgeführt hat." Paulus van Husen untersucht in seinem Aufsatz die geistigen Strömungen im deutschen ... wer&aäecimdiBcüt ///^.Kathreiner M der wird mdi ulkJwje fottf Vnd—bleibtgefuiw! Katholizismus. Letztlich sind es dogmatische Fragen, welche die geistigen Strömungen im Katholizismus bestimmend beeinsluyen." Der deutsche Katholizismus steht im Kamps gegen Individualismus, Materialismus und Jndisserentismus. Er besinnt sich ..wieder darauf, daß die Erde dem Menfch.cn untertan ist. und daß die menschlichen Geschicke vom Willensentschluß des Men'chm entscheidend, wenn auch nicht allein bestimmend, regiert werden. Die sitrlich-e verantwortliche Perwnlichkeir. der Mensch als Führer mit Verantwortung vor Gott und dem Nächsten, tritt wieder in das Blickfeld". Der Vorabdruck einer lebendig und farbenprächtig geschilderten biblischen Szene zwischen Jakob und Josef in der Novelle „Das bunte Kleid" von Thomas Mann — die auszugsweise in diesen Blättern (Nr. 14 vom -3. April) wiedergegeben wurde — gibt dem religiösen Gehalt der!)bunmrer eine besondere künstlerische Prägung. In das Gebiet der Religionsphitosophie führt eine bedeutende Untersuchung von Werner G r u e h n über „D i e S t u s e n der mystischen Versenkung und ihre seelischen Hintergründe". Bei der Möglichkeit der religiösen Ekstase „handele es sich um eigentümliche seelische Zustände — keineswegs um eine schwarze Kunst". Man muß, um sie psychologisch zu fanen, sich eine Anschauung bilden, die nicht nur unterhalb des normalen Wachseins eine Schicht des unbewußten Erlebens feststellt, die wir aus den Traumen kennen, sondern gleichsam oberhalb der normalen Zustände eine besondere Reihe von Bewußtsemsstusen eines Ueberwach'eins annimmt. „Eigentlich .mystisch sind erst die überwachen Stufen." Es gibt ein „Hellwachst: n". die nächsthöhere Stufe ist die „Entzückung" oder „Erzitation" und endlich die letzte Stufe die „Entrückung" oder „Eraltion". Gruehn gibt ^eine ausführliche Psychologifche Analyse und '^Schilderung des Erlebens in diesen Stufen. .Mir beobachten hierbei, daß eine ungeheure Liebcsenergie, eine dem modernen Men'chen ganz unverständliche Gottcssehnsucht alle Schranken des normalen Bewußtseins durchbricht und die letzten Möglichkeiten dopen auskostei, was ein Mensch auf dicker Erde mit seinem Vewußtstin überhaupt zu erleben vermag." Die Ekstase, die übrigens je nach dem Kulturmilieu der Mystik einen verschiedenen Gehalt hat, den einer „ehernen Ruhe, erstskalter Todeseinsamkeit" im indischen und chinesischen kulturkreis oder einen „Zustand denkbar höchster Freude, unvergleichbarer Seligkeit" in Ger christlichen Mmstik oder der des Islam, „kann nicht mehr überboten werden, sie ist das L meStsfel es® 1« Der Zahnstein ist cm Absatz des Speichels ähnlich wie der ÄeJTclitetn des Wassers. Er hat eine graugrüne, braune bis schwarze Färbung und ist zunächst ein Schönheitsfehler, der den Zähnen ein häßliches ungepflegtes Aussehen gibt und einen üblen, fauligen Geruch aus dem Munde verursacht. Er ist aber auch ein höchst gefährlicher Feind des Gcbisies, weil er Zahnfleisch- und Kieferschwund sowie Zahnfleischentzündungen und -eiterungen verursacht. Er ist äußerst festfltzcnd und hart; oft umkleidet er in harter Kruste den ganzen Zahnhals, entblößt die Wurzel und verursacht ein Lockerwerden der Zähne. Chlorodon!-Zahnpaste Tube 54 Pf. und 90 Pf. 2. Mißfarbener Zahnbelag hervorgcrusen durch starkes Rauchen von Zigarren und Zigaretten ist weniger schädlich, aber ein um so ausfallenderer Schönheitsfehler des Gebisses. Wie entfernt man Zahnstein und Zahnbelag? Weder mit Mundwasser noch mit sogenannten Lösungsmitteln; in dieser Beziehung ähnelt der Zahnstein auch dem Llesstlstckn, gegen den allerlei Lösungsmittel sich als wirkungslos erwiesen haben und die rein mechanische Beseitigung sich am besten bewährt. Millionen, oie heute Chlorodont täglich im Gebrauch haben und ihre schönen weißen Zähne dieser Zahnpflege verdanken, haben es selbst ausprobiert, da'tz Mundwasser die mechanische Reinigungskraft der nrikroflopisch seinen reinen Kreide im Ehlorodont nicht ersetzen kann. Chlorodont-Zahnbürsten 1 Mt., für Kinder 00 Pf. 3. übler Mundgeruch als Folge mangelhafter Zahnpflege macht sich weniger dem davon Betroffenen als seiner näheren Umgebung bemerkbar. Neutrale Salze im Chloro dont, die eine vermehrte Speichelbildung und da durch eine natürliche Mundreinigung bewirken, in Verbindung mit dem herrlich erfrischenden Pfefferminzgeschmaä beseitigen diesen marlanten Schönheitsfehler unmittelbar. Jeder Tube Ehlorodont eine genaue Gebrauchsanweisung beigesügt. Ehlorodvnt-Zahnpaste und die damr geeignete Ehlorodont-Zahnbürste mit gezahmem Borstenschnitt, sind die besten Hilfsmittel gegen den gefürchteten Zahnstein, mißfarbenen Zahnbelag und den oft damtt verbundenen üblen Mundgeruch. Chlorodont-Mundwasstr Flasche 1 Mk. und 2 Mk.

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