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Central-Verein-Zeitung · 1929-11-15 · 46 (15.11.1929) · p. Seite 616

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
46 (15.11.1929)
Date
1929-11-15
Page
Seite 616 (sequence 8)
Language
German
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616 Gegen nationalW-che Agitation. Eine Runögebung im Herrenhaus in Serlin. Im ehemaligen Herrenhaus in Berlin fand am Montag abend eine Knudgebung, deutscher Juden statt, die sich gegen die Ziom-strsche^Agitation und den nationaljüdilchen Pal a st in a- Ausban wandte. Der Plenarsaal war so überfüllt, daß eine Parallelversammlung in einem Nebensaal abgehalten ln erden mnßte. Zunächst betonte Direktor Hugo Ost borg als Leiter dieser Veranstaltung die sittliche 9cotivendigte it einer Stellungnahme gegen den Zionismus. Es sei Pflicht der dentschen Inden, so lange aufllürend in die Oeffentlichkeit zu treten, als sich die Maßnahmen der Jewisli Agency verwirrend in der Oessent licht eit auslvirken. Chefredakteur Bruno Wohda -erklärte, der Aktionsausschuß deutscher Inden sei keine neue Organisation, sondern ein durch die Zeitumstäude gebotener Zusammenschluß deutscher Juden. Dieser Zusammenfchluß chei notwendig, weil es gelte, die nationaljüdische Agitation abzuwehren. Unser Gewissen müsse sich gegen den Unverstand aufbäumen, der junge Menschen entwurzelt und sie veranlasse, ein unbegründetes historisches Recht auf Palästina für sich zn beanspruchen-. Woyda verlas daun einen Brief Jacob Wasserm a n n s , in dem der Dichter ausführt, daß kein Unterschied mehr zwischen den sanatistereuden Zionisten nnd der rabiaten Phraseologie der Völkischen bestehe. Der nächste Redner, Julius Bab, wies auf das uralte Heimatrecht der Juden in Deutschland hin, demgegenüber Palästina nur die Rolle ' eines geistigen Symbols spiele. Er machte den Zionisten den Vorwurf, daß sie aus diesem Sinnbild eine Realität schassen 'wollen, an der die Inden zerbrechen müßten. Achtung und Ehrfurcht forderte Rabbiner Galliner vor jeder Weltanschauung. Er knüpfte seine Ausführungen an das Wort Moses Mendelssohns an: „Die Bestrebungen des Zionismus stehen im Widerspruch zu den Berheißuugen der Prophetie. Das Judentum hat die sittliche Verpflichtung, Deutschland zn fördern." Während Bub er den Ziomsten als einen Menschen kennzeichnet, der immer „unterwegs " ist, sagen die deutschen Juden mit Cohen: „Wir sind daheim." Recht samo-alt Dr. B l a n k e n f e l d schilderte seine Abkehr vorn Zionismus. Ter Wert des Zionismus liege nur in seiner Bedeutung als Warnung vor Irrtum und Traum. Studienrätin Dr. Gertrud K l a n s n e r wünschte Professor Hellpach eine Antwort auf seinen Aufsatz „Zum Problem des Zionismus" zn geben. Diese tbnue nur heißen: „Wir Juden sind Deutsche und lassen uns unser Deutschtum nicht Von den Reaktionären streitig machen." Referendar Dr. Werner R o s e n b c r g zeigte, welche nnheilvotle Verwirrung die nationaljüdische Idee in der deutschjüdischen Jugend, deren Stellung und Verhältnis zur nichtjüdischen Jugend sie weitgehend gefährdet, gestiftet habe. Es müsse mit Entschiedenheit sestgestellt werden, daß die überwiegende Mehrheit der deutschjüdischen Jugend im Bewußtsein ihrer unlösbaren Verbundenheit mit dem deutschen Volke die nationaljüdischen. Bestrebungel: und einen unter nationaler Flagge se gelnden P alästina -Ausbau a bleh ne. Prediger Dr. R o s e n t h a l sprach als letzter Redner von den Schmähungen, die die Unterzeichner der Erklärung deutscher Juden von seiten der Zionisten erfahren. Die Erklärung deutscher Juden mußte kommen, damit die christliche Umwelt weiß, daß sie in uns deutsche Mitbürger zu achten hat. Der Zionismus sei eine Dekadenzerscheinung, die die Krise eines verlorenen Krieges in sich birgt. Zionismus sei Ausdruck für Mmde r w er tigkeiksgefühle. Wir- 'deutsche!: Juden aber fühlen die Sicherheit unserer besondeven Ausgabe, die darin liegt, das Schma Jisroel der Welt zu bringen. <9. GeoMev Spe?ialhklU8 für feine tzerren-Mäfche, Trikotsgrii usw. BERLIN W FERNSPRECHER: CHARLOTTENSTRASSE 65 MERKUR 6330 75 Jahre Jüdisch-theologische Seminar in Hreslau. Die Feier aus Anlaß des 75jährigen Vestehens des Jüdisch-theologischen Seminars in Breslau wurde ein Ehrentag für die Anstalt nnd ein Ehrentag für die jüdische Wissenschaft. Eine große Zahl ehemaliger Schüler des Seminars war von nah und fern Zur Alma mater geeilt und bezeugte so die bekannte innige Verbundenheit der „Breslauer" mit der Stätte ihrer Ausbildung. Sie fanden das alte Gebäude des Seminars — „das graue Haus" — völlig verändert. Dank der Rührigkeit des umsichtigen Kuratoriums und des „Vereins der Freunde des Seminars" ist es in den letzten Jahren bedeutend um- und ausgebaut worden: insbesondere die Seminarbibliothek hat eine erfreuliche Ausdehnung und Vervollkommnung erfahren: Die Feier begann am 2. November d. I. mit einem festlichen Sabbatgottesdienst in der Seminarshnagoge, bei dem Seminarrabbiuer Professor Dr. Michael G u t t in a n n eine seinsinnige Festrede über den Gedanken der geistigen Schöpfung hielt. Ihren Höhepunkt fand die Feier in dem Festakt am Sonntag, dem 3. November, bei dem nach einer Begrüßung durch den Kurator, Rechtsanwalt Hans Kober, Seminardozent Dr. I. H e i n e m a n n in begeisternder Rede über die Aufgaben des Jüdischtheologischen Seminars sprach. Er erblickt die Besonderheit des Seminars in der Bejahung der historischen Bedeutung jüdischer Art und der Bejahung der allgemeinen Kultur sowie in dem Bestreben, beiden gerecht zu werden, und ist überzeugt, daß wir heute diese Aufgaben noch tieser ersansoiat. rveikMM) BERLIN HANAU KCELN Goldstem-Gedädttnisnummer des Morgen I Aus dem Inhalt: Preis 225 Marh‘ Hl Max Dienemann: Julius Goldsfein. Ein Lebensbild. — Heinrich Frick: Gedächtnisworie für Julius Goldstein. — Wilhelm Michel: Züge seines Bildes. — Ernst v. Aster,: Julius Goldstein und die Philosophie der Gegenwart. — Friedrich Thieberger: Der elliptische Mensch. — Adam Röder: Konservative Kulturpolitik. — Richard Koch: Theorie der Medizin und Religionsphilosophie. — Otto Meller: Volknatur und Volkgeist. — Leo Baeck: Weltgeschichte. — Ludwig Holländer: Vergiftung der öffentlichen Meinung. Franz Rosenzweig: Vorspruch zu einer Mendelssohn- Feier. — Margarete Susmann: Die messianisdie Idee als Friedensidee. — B. Jacob: Gott sehen. — Julius Bab: Rembrandt und Spinoza. — Julius Goldstein: Ehrfurcht. Eine Grundforderung des Judentums, — Aus Briefen von Rud. Bucken, Henri Bergson und William James an Julius Goldsfein. Philo Verlag und Buchhandlung G.m.b.H. Tel.: Dönhoff 3595 * BERLIN SW 68 » Lindenstrasse 13 Ab Lager lieferbar! M-8«M aus Wellblech, Stahl oder Beton §f 1 .11 Schupper: Fahrrads zerlegbar billige B Angebote spekte t Gtbr.A, G.rn Eisen-u.We Weideno Postfach x jeder Art Ständer , feuersicher, auweise. — mit P r ot kostenlos. 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Rh., Leipzig, Magdeburg, Mannheim, München, Nürnberg, Stettin, Stuttgart, Wiesbaden, Amsterdam, Barcelona, Basel, Belgrad, Budapest, Buenos Aires, Bukarest, London, Madrid, Mailand, New York, Paris, Prag, Warschau, Wien, Zagreb, Zürich.

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