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Central-Verein-Zeitung · 1929-11-15 · 46 (15.11.1929) · p. Seite 615

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
46 (15.11.1929)
Date
1929-11-15
Page
Seite 615 (sequence 7)
Language
German
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an der Arbeit metfdjet Vertreter im Reichstag das Wart, um ein Bild der politischen Lage, wie sie durch den Tod Stresemcmns und das Volksbegehren geschaffen wurde, zu geben. Dr. Alfred Wiener (Berlin) erstattete den „Vertraulichen Bericht" der Vereinsleitung, der ehemalige Syndikus des Landesverbandes, Hans Oppenheimer (Berlin), gab den Tätigkeitsbericht und Max Eisenstein (Stettin) Len Finanzbericht. Nach ausführlicher Diskrission, in der fast alle Delegierten und Dr. Fritz V r o d n i tz (Berlin), der als Vertreter des Hauptvorstandes zusammen mit Ernst Heinrich Seligsohn (Berlin) an der Tagung teilnahm, sprachen, wurden die Anträge des Vorstandes mit großer Stimmenmehrheit genehmigt. Am späten Nachmittag fand in den Räumen des Hotels Preußen Hof ein glänzend besuchter Gesellschaftstee statt. Er gab unseren Freunden aus dem Lande Gelegenheit, sich in zwanglosem Beisammensein mit unseren Stettiner Mitgliedern auszusprechcn. Auch hier berichtete Dr. Alfred Wiener über unsere Arbeit und unsere Pläne. Sein Referat wurde durch die Vorführung eines Lichtbildstreifens, m dem Hans Oppenheimer (Berlin) die nötigen Erläuterungen gab, ergänzt. Auch an dieser Stelle fei dem altbewährten Vorsitzenden unseres Landesverbandes, Dr. Marcus e, der herzlichste Dank für seine unermüdliche Arbeit ausgesprochen. Auch dem umsichtigen Schatzmeister Max E i s e n st e i n sind Nur zu warmen: Dank verbunden. Bayern. Am Sonntag, den 10. November d. I., fand in Nürnberg die diesjährige Tagung unseres Landesverbandes Bayern statt, die sehr stark besucht war. In Vertretung des 1. Vorsitzenden, Sanitätsrat Dr. Baron (München), der später eintraf, eröffnete Justizrat Dr. G allin ge r (Nürnberg) als 2. Vorsitzender des Landesverbandes die Versammlung und hieß die Erschienenen, auch die Vertreter des „Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden" und die Vertreter der übrigen Korporationen, die Delegierte entsandt hatten, herzlich willkommen. Im Hinblick auf dem am gleichen Tage stattsindenden Voltstrauertag zu Ehren der im Weltkriege Gefallenen "hielt Justizrat Dr. G a l l i n g e r eine kurze, aber würdige und packende Gedächtnisrede, die dem Andenken aller für Deutschland im Weltkriege Gefallenen gewidmet war. Er hob hervor, daß die deutschen Juden keinen Unterschied machen in ihrem Dank und in ihrer Verehrung für alle die. die ihr Leben für das Vaterland geopfert haben. Die besonderen statistischen Feststellungen über die jüdischen Gefallenen, die von diesem Grundsatz abzuweichen scheinen, sind den deutschen Juden von außen ausgenötigt worden. Aber nichtsdestoweniger fühlen sie sich eins mit allem, was wirklich und echt deutsch ist und der Sache des Vaterlandes dient. Nach diesem kurzen, feierlichen Akt wurde in die Geschäftsordnung eingetreten. Der Syndikus des Bayerischen Landesverbandes, Dr. Ludwig Freund (München), erstattete den Tätigkeitsbericht, der Zeugnis von der regen und erfolgreichen Arbeit des Landesverbandes ablegte, aber auch von den finanziellen Sorgen, die ihn bedrohen und seine Arbeiten hemmen. Justizrat Wilhelm L e v i n g e r (München), der Rechtsbeistand des Landesverbandes, berichtete über die zahlreichen Fälle von Rechtsarbeit im Bereiche des Landesverbandes, deren Bedeutung zum Teil über bk bayerischen Grenzen hinausragt. Dann schilderte der Direktor des Centralvereins, Dr. Ludwig Holländer (Berlin), die Nöte und Sorgen des deutschen Judentums. Er gab in seinem Vortrag einen Querschnitt durch die Gebiete der Rechtsprechung, der Wirtschaft, der Politik und der allgemeinen Kulturverhältnifse und erörterte dabei die grundlegenden und tiefen Fragen unseres Kampfes, der in den Reihen der deutschen Juden noch immer nicht überall das nötige Interesse finde, Der Finanzbericht des Kassierers des Landesverbandes, Karl Adler (München), gab Einblick in die finanziellen Aufwendungen des Landesverbandes für den Abwehrkampf. Studienrat Schaalmann (München) machte sehr beachtliche Ausführungen zu der Frage der Gewinnung der jüdischen Jugend für die Aufgaben des Centralvereins. Die sich an die Referate anschließende Aussprache legte Zeugnis ab von dem Ernst, der die Führer des bayerischen Gleichberechtigungskampfes in ihrer Arbeit für die bayerischen Juden beseelt. Die harmonisch verlaufene Versammlung schloß mit dem Dank an den Vorstand, der durch Zuwahl von Rechtsanwalt Dr. Alfred Werner (München) als zweitem stellvertretenden Vorsitzenden des Landesverbandes ergänzt wnrde, für die geleistete Arbeit. Eine Wahlkrmdge-trng des N. j. F., Berlin. Die Ortsgruppe Berlin des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten hatte ihre Mitglieder und Freunde zu einer Wahlkundgebung am 12. November d. I. nach dem Stadthaus in der Klosterstraße gerufen, E. B.-Frauengruoven Groß-Berlin. üiiinniiiiiiiininni in iimiMii um i!iiiiiiini!ii um ümiiiii in iiiiiiiiiiiiiniimuiii Montag, 18. November 1929 abends pünktlich 8lthr, Gtadihalle, Klosterstraße Nmltmalrat NMWMlim: „Grundlagen konfessioneller und überkonfessioneller Frauenarbeit." Alle Mitglieder (Damen und Herren) willkommen. Z. A.: Margarete Fried.. die der Vorsitzende der Ortsgruppe, Tr. L v n d o n, mit einem Hinweis auf die Bedeutung der Kommunalwahlen erösfnete. Als erster Redner forderte der stellvertretende Vorsitzende des R. j. F., Dr. E l k e l e s, die Versammlung auf, in der Familie und in den Betrieben für Aufklärung zu sorgen und jeden an feine Wahlpflicht zu mahnen. Obcrstudienrat L a n d s b e r g beridjtctc über die Leistungen der Stadt Berlin auf allen Gebieten, insbesondere in der Wohlfahrtspflege oder in Schulfragen. Senatspräsident Dr. H. G r o ß m a n n verurteilte in scharfen Worten die Heldentaten der völkischen Studenten an der Berliner Universität. Er als Christ verstehe den Antisemitismus überhaupt nicht und bekämpfe ihn auf das schärfste. Als letzter Redner nahm der Vorsitzende des Centralvereins Justizrat Dr. V r o d n i tz das Wort. Als deutscher Jude verurteile er die Taten von Leuten des Schlages der Gebrüder Sklarek. Die große Masse des deutschen Volkes fei leicht im judenfeindlichen Sinne zu beeinflussen, wenn die antisemitische Presse von irgendeinem ganz geringfügigen Gaunerstreich eines Juden Nachricht gäbe. Gepflogenheit dieser Leute sei es, für jedes einzelne Vergehen eines Juden das gesamte Judentum verantwortlich zu machen. Es sei dringend notwendig, daß jeder einzelne sich mehr als bisher politisch und besonders in der Bekämpfung des Nationalsozialismus betätige. Man dürfe sich nicht damit beruhigen, daß auch diese Welle in kurzem verebben wird. Als Vorsitzender des C. V. müßte er verlangen, daß jeder Jude bei der bevor st ehe n den Wahl seine Pflicht erfülle. Jeder, der nicht wähle, stärke die republik- und judcnseindlichen Parteien. Er. Der elegante über-Schuh-a lTR£TO«N für Theater unc/ Strasse, - ln—o gross. Ruswahb in sämtlichena 1Filialen der M.Ptcm: STAMMHAUS: BERLIN W. 35 AM KARLSBAD 15 RttdtOSCiCPiit (D.R. Wz. Nr. 3i3»44) die radiumhaltigen Brunnentabletten mit hontr. Radium geholt. Aerztlich empfohlen und klinisch erprobt bei ftiterieiwerkaikung, hohem jiiutdnuk, ßiOit, Rheumatismus. Orig.-Röhre M.2£0, Orig.-Packg. mit 5 Röhren M. 7 7,—, Kurpackung (10 Röhren) M. 20,—. 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