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Central-Verein-Zeitung · 1929-11-15 · 46 (15.11.1929) · p. Seite 617

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Journal
Central-Verein-Zeitung
Volume
8 (1929)
Issue
46 (15.11.1929)
Date
1929-11-15
Page
Seite 617 (sequence 9)
Language
German
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fassen können als die früheren Generationen. Die Stellung und die Bedeutung des Breslauer Seminars in seiner langjährigen Wirksamkeit betonten die folgenden Redner. Durch die Hochherzigkeit eines Mannes, des durch seine humanitären Stiftungen bekannten Kommerzienrats Jonas Frankel, begründet, durch die Geisteskraft seines ersten Direktors, Oberrabbiner Dr. Zacharias F r a n f c t, ausgebaut, entstand das Seminar, wie keine ähnliche Anstalt vorher oder nachher fertig und festgefügt, und konnte in entscheidenden Fragen vorbildlich wirken. Es hat den TYP des modernen jüdischen Theologen geschaffen, der jüdische und allgemeine Bildung, rabbinischcs und universelles Wissen harmonisch vereinigt. Es hat Dozenten berufen,, die nicht nur gewissenhafte Lehrer, sondern bedeutsame Forscher waren, und die durch ihre tiefschürfenden wissenschaftlichen Werke — man braucht nur den Namen G r a e tz zu nennen — bem Seminar Glanz verliehen haben. Es hat ferner in der von Zacharias Frankel begründeten wissenschaftlichen Zeitschrift und in seinen Jahresberichten Organe für wissenschaftliche Veröffentlichungen geschaffen, die außerordentlich viele und wertvolle Beiträge zur Wissenschaft des Judentums geliefert haben. Das Seminar hat zum Jubiläum eine gediegene Festschrift von rund tausend Seiten veröffentlicht, die neben wissenschaftlichen Abhandlungen der Dozenten solche früherer Schüler enthält. E. F. Prinz Max von Baden Ein Geüenkwort von M-am Noöer lUarlsruhe). Der Tod räumt auf unter den Prominenten der Gegenwart. Strefemann, Bülow, jetzt Prinz Max. Unter diesen Dreien ist der letzte der jüngste unter den Politikern. Zwar hat Prinz Aäax als Präsident der ersten Badischen Kammer schon eine politische Rolle gespielt, indem er über seine fürstlichen Vorgänger — es mußte immer! ein Prinz aus dem Zähringer Hause sein, der das Präsidium der Ersten Kammer übernahm — als Mensch und als Politiker weit hinausragte. Schon dort überraschte des Prinzen liberale Hal¬ Mercedes MM tung, was in Baden an sich nichts Besonderes sogen wollte, da das ganze Hans Zähringen seit dem Regime Friedrich I. liberalen Spuren folgte. Man darf dieser! badischen Thron-Liberalismus nicht nach den Heften der klassischen Doktrin einschätzen; es war mehr ein liberales Welt ge fühl, dem die Zähringer folgten: man müsse die Idee des Fortschritts im rein Politischen wie i,m KnlturpoliLischen unterstütze!!!-. Hinsichtlich des Monarchischen vertrat aber das badische Herrscherhaus die Linie der dynastischen Kontinuität; sie hielten alle, einschließlich des Prinzen Max, die monarchische Negierungsform für die absolut gegebene. Und wenn Prinz Max, das kann nicht scharf genug hervorgehoben werden, den Posten des Reichskanzlers, den man ruhig als einen verlorenen Posten bezeichnen darf, in der Zeit, da Kaiser und Oberste Heeresleitung die Nerven verloren hatten, übernahm, so nur, weil der Prinz mit der Möglichkeit positiv rechnete, die Monarchie zu erhalten. Prinz Max vertrat durchaus die Idee, daß der Monarchismus ein inhärenter Faktor staatlich-volksmäßiger Entwicklung sei. Darüber hat er sich in seinem Buch ausführlich und unzweideutig geäußert. Um so mehr muß es als eine auch den Nicht-Monarchisten peinlich berührende Tatsache bezeichnet werden, daß die Deutschnationalen, als Nachfolger der alten christlichkonservativen Partei, bei der Totenehrung des Prinzen im Landtag den Saal verließen! Wie muß es im Herzen dieser Leute aussehen, daß sie vermochten, ihren Parteifanatismns obskurster Provenienz dem politischen Raison ne ment überzuordnen. Daß die sechs Hitlerianer sich anschlossen, will nichts sagen; für diese Leute, die völlig von der Agitation leben und morgen unter Umständen ihre politischen Hütten bei den Kommunisten aufzuschlagen imstande sind, gelten nicht die Verpflichtungen einer normalen politischen Jurisdiktion. Darum hat sich auch niemand Sanatorium Rebhaus Freiburg I. Br» für innere, Nerven* und Stoffwechselkranke. Pensionspreis einschliesslich laufender Ärztlicher Behandlung ab XÄ' 14,—. 1929 vollständig renoviert. Leitender Arzt: Dr. L. Manu. — Prospekte, über den nationalsozialistischen Exodus aufgeregt. Das Verhalten der Deutschnationalen hat aber bis tief in die eigenen Reihen verstimmt. Herr Schnitt h a m m e r (Mannheim) macht den vergeblichen Versuch, die Drei-Münner-Fraktion von dem Odium der politischen und menschlichen Taktlonnkeit zu befreien. Es existiert im Lande Baden nur eine einzige abfällige Beurteilung des unverständlichen Verhaltens einer mit ihrem Nwnarchismns sich brüstenden „Partei". Mit Prinz Max ging ein vornehmer Mann und — was vielleicht noch mehr ist — eilt v i> r n r t c i I § I o f t r Charakter ins Grab. Seine Weltanschauung war liberal in jenen: edlen Sinne, der die politischen Erfordernisse unter den Gesichtspunkt einer humansozialen Wertung stellte. Gütig zu sein und vorurteilslos hielt er für eine Aufgabe des durch Geburt oder Reichtum Starken. Durchforscht mau den Lebensgang des Prinzen, so wird man immer wieder auf diese Kernpunkte einer zentralen Grundanschauung stoßen. Darum stand er auch der antisemitischen Agitation vollkommen ablehnend gegenüber. Nassen-, Massen- und Klassenhatz waren diesem durch und durch humanistisch argumentierenden Charakter zuwider. Für ihn waren der Mensch und seine sittliche Qualität ausschlaggebend. Die Ebenbürtigkeitstheorie, die, streng genommen, das ganze Unheil über die europäischen Fürstenfamilien heraufbeschwor, war für ihn eine anthropologisch-völkische und eine sittliche Versündigung aui Volk, das er in allen seinen Gliederungen als Einheit betrachtete. Man weiß nicht, was der Politiker Max von Baden im Endziel geleistet Hütte, -Benz-Achtzylinder „Nürburg” gibt einen neuen Beweis seiner besonderen Leistung und Zuverlässigkeit! Bei der internationalen Sternfahrt nach Barcelona legt ein vollständig serienmässiger Nürburg-Tourenwagen, mit fünf Personen besetzt, unter der Führung der Journalisten St. v. Szenasy und R. Otte die ZZY2 Kilometer von Riga nach Barcelona in Z Tagen 10 Stunden zurück. Preis: 4* — 5 sitziger oflener Touren wagen RM. 13500 (ab Werk) 6-7 sitzige Pullman-Limousine . . . RN. 1Z000 (ab Werk) Daimler-Benz A.-G., Stuttgart-Untertürkheim.

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